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Monat: November 2011

Ken FM, Pressefreiheit und Streitlust

Der rbb beendet die Zusammenarbeit mit „KenFM“-Moderator Ken Jebsen. Hierzu bezieht dieser auf den ihm zur Verfügung stehenden Kanälen Stellung:

Man kann hieran sehr gut sehen: Die Pressefreiheit ist auf dem Papier ein schönes Gut. Solange aber der Lebensunterhalt der Pressetreibenden gewährleistet werden muss, sind diese abhängig von Organisationen, deren Strukturen und Stellen. Und wer beißt schon die Hand, die einen füttert?

Dass Ken Jebsen journalistische Qualitätsstandards verletzt hat, ist Quatsch. Dass er verbindliche Vereinbarungen mit dem rbb nicht eingehalten hat, stimmt wohl eher. Es waren seine politischen Beiträge in einer Sonntags-Sendung, die doch eigentlich nur unterhalten sollte, die ihn nun also den Job gekostet haben.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Theodor FontaneHerr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit,
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?«