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Monat: Dezember 2011

Und wieder nun lässt aus dem Dunkeln

(Arno Holz: Buch der Zeit)

Dreigiebelhaus Weihnachten 2010Und wieder nun lässt aus dem Dunkeln
Die Weihnacht ihre Sterne funkeln!
Die Engel im Himmel hört man sich küssen
Und die ganze Welt riecht nach Pfeffernüssen…

So heimlich war es die letzten Wochen,
Die Häuser nach Mehl und Honig rochen,
Die Dächer lagen dick verschneit
Und fern, noch fern schien die schöne Zeit.
Man dachte an sie kaum dann und wann.
Mutter teigte die Kuchen an
Und Vater, dem mehr der Lehnstuhl taugte,
Saß daneben und las und rauchte.
Da plötzlich, eh man sich’s versah,
Mit einem Mal war sie wieder da.

Mitten im Zimmer steht nun der Baum!

Knecht Ruprecht

(Aus: Theodor Storm: Gedichte)

Vor Last schreiender WinterwaldRuprecht:
Habt guten Abend, alt und jung,
Bin allen wohl bekannt genung.

Von drauß‘ vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor;
Und wie ich so strolcht‘ durch den finstern Tann,
Da rief’s mich mit heller Stimme an:

»Knecht Ruprecht«, rief es, »alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt‘ und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!
So geh denn rasch von Haus zu Haus,
Such mir die guten Kinder aus,
Damit ich ihrer mag gedenken,
Mit schönen Sachen sie mag beschenken.«

Wieso die Gedichte?

Gedichte sind toll, aber meist schwer verdaulich. Zumindest die Guten. Schlechte sind ganz und gar unverdaulich, sie laufen durch wie Wasser und werden umgehend wieder ausgeschieden.

Ich mag es, wenn Gedichte für sich stehen und nicht von anderen Texten umringt sind. So, dass man sie in Ruhe sacken lassen kann. In Büchern sind sie darum meiner Ansicht nach schlecht aufgehoben, es sei denn um in geselliger Runde rezitiert zu werden.

Romane und Geschichten brauchen Gesellschaft, Gedichte sind Einzelgänger: Solisten gar.

Sie brauchen daher viel Raum und Aufmerksamkeit – ein möglicher Grund, wieso wir uns so selten mit ihnen beschäftigen. Nix mit schnell und nebenbei mal konsumieren. Es braucht Muße.

Ich versuche mir auf Erdbeerfleisch die Zeit zu nehmen und poste nicht aus Fantasie- und Ideenlosigkeit fremde Gedichte, sondern aus Respekt und Anerkennung um mir und anderen etwas Gutes zu tun.

Film und Kino

Es wird wieder zur Blogparade aufgerufen. Diesmal zum Thema Film und Kino, initiiert von einem Blog namens Bankdudler:

Da zur Weihnachtszeit immer so viele neue und gute Filme in die Kinos kommen, haben wir uns gedacht eine Blogparade zu genau diesem Thema würde sehr gut passen.

Besonders weihnachtlich finde ich das Thema zwar nicht, nehme aber trotzdem gern teil und halte mich an die vorgegebene Interview-Form.

Welches ist euer Lieblingskino? Warum geht ihr gerne in dieses Kino?

Berlinale at the ColosseumMein Lieblingskino ist das Colosseum in der Schönhauser Allee. Es war wohl mal eine Fabrik oder Lagerhalle und hat ein entsprechendes Flair: Größe trifft Gemütlichkeit.

Abgesehen von großen Kinos, die sich ja ansonsten weder in der Auswahl der Filme noch in der Ausstattung unterscheiden, mag ich kleine Independent Kinos, die ein alternatives Programm in kleinerer Runde bieten.

Lichtblick KinoBeispielhaft nennen möchte ich hier die Brotfabrik in Weißensee, das Lichtblick-Kino in der Kastanienallee und das Kino im ACUD. In diesen Kinos findet man weder Hollywood noch Blockbuster, aber dafür meistens hervorragende Filme. Ein Besuch lohnt sich somit eigentlich immer.

Welches Film-Genre schaut Ihr am liebsten?

Ein bisschen entgegengesetzt zu meiner zum Teil etwas elitären Attitüde, mag ich am allerallerallerliebsten Superhelden-Filme. Man nehme übermenschliche Fähigkeiten, eine eindeutige Verteilung von Gut und Böse, sowie idealerweise einen Charakter mit einem ansprechenden Bart und ich werde diesen Film bis auf meinen letzten Blutstropfen verteidigen.

Advent

WinterEs treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

(Rainer Maria Rilke: Erste Gedichte)

Die hohen Tannen atmen heiser

MorgensonnenscheinDie hohen Tannen atmen heiser
im Winterschnee, und bauschiger
schmiegt sich sein Glanz um alle Reiser.
Die weißen Wege werden leiser,
die trauten Stuben lauschiger.

Da singt die Uhr, die Kinder zittern:
Im grünen Ofen kracht ein Scheit
und stürzt in lichten Lohgewittern, –
und draußen wächst im Flockenflittern
der weiße Tag zur Ewigkeit.

(Rainer Maria Rilke: Erste Gedichte)

Rainer Maria Rilke, 1900

Adventskalender in Haus und Web

Adventskalender 2011Ihr wollt ihn also sehen: meinen Adventskalender.

Seid ihr sicher? Oder verbirgt sich hinter den Adventskalender-interessierten Blogparaden von failtritt und Ostwestf4le nur die Neugier zweier Ausnahme-Individuen?

Ich bin ich mir bezüglich der Interessantheit und des Informationsgehalts meines Adventskalenderinhaltes nicht so sicher, möchte mich aber dennoch nicht zieren und den Spaß mitmachen.

Persönlich interessiert mich ja eigentlich nur der Adventskalender der stachelbeere. Ihre Geschenketipps kommen für mich eher nicht so in Frage, interessieren aber vielleicht den ein oder anderen von euch. Ich werfe ihr aber trotzdem ein „Poste doch mal deinen Adventskalender“-Stöckchen zu.

Aber zurück zu meinem Adventskalender. Den könnt ihr auf dem Foto oben links bewundern. Schick, wa? Man beachte das dem Anlass entsprechende Tannenbaumformat.

Was den Inhalt betrifft, habe ich mich nicht lumpen lassen und auch diesen fotografisch festgehalten, wie ihr nach dem Klick sehen könnt.