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Arbeit 2.0 – Literatur

Die Bachelorarbeit ist fertig und ich kann nun endlich den letzten Teil der Materialsammlung zum Thema Arbeit 2.0 präsentieren. Für alle, die sich also für das Thema Arbeit 2.0 interessieren, sind hier ein paar alphabetisch sortierte Buchtipps.

Zygmunt Bauman:

Verworfenes Leben. Die Ausgegrenzten der Moderne

Über die Verlierer der Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgeht.

In seinem neuen Buch blickt Zygmunt Bauman hinter die Kulissen unserer globalisierten Gegenwart.

Seine These trifft den Kern der neuzeitlichen Rationalität: Ein Ergebnis von Modernisierungsprozessen besteht in der Exklusion von Menschen aus den sozialen, nationalstaatlichen und kulturellen Zusammenhängen.

Ortlose Migranten, Flüchtlinge und für »überflüssig« gehaltene Menschen – in ihrem Schicksal manifestiert sich die Tatsache, daß die Entwicklung der modernen Gesellschaften in ökonomischer und politischer Hinsicht nicht etwa in der Integration aller besteht.

Frithjof Bergmann:

Neue Arbeit, neue Kultur: Ein Manifest

Berufung statt Beruf!

Wir leiden nicht nur an schwindenden Arbeitsplätzen, sondern vor allem auch an dem, was der Philosoph Hegel „die Armut der Begierde“ nannte. Gemeint ist damit die Unfähigkeit, Wünsche zu äußern und eigene Projekte zu realisieren.

Nicht zuletzt deshalb klammern wir uns an Jobs, die nicht nur unseren Lebensunterhalt, sondern auch unseren Platz in der Gesellschaft sichern – selbst dann, wenn sie unbefriedigend sind. Und wir verzweifeln übermäßig, wenn wir sie verlieren.

Um Abhilfe zu schaffen, müssen wir uns mehr auf das besinnen, was wir „wirklich wirklich wollen“.

Willms Buhse und Sören Stamer:

Enterprise 2.0: Die Kunst, loszulassen

Orientierungshilfe und Möglichkeiten für Unternehmen

Das zentrale Prinzip des Kapitalismus, die traditionelle Arbeitsteilung, ist nicht mehr zeitgemäß. Der Gegenentwurf heißt Enterprise 2.0.

Klare Arbeitsabläufe, Hierarchien und eine Individualisierung der Arbeit haben mittlerweile an Bedeutung verloren.

Wissen, Kommunikation, die daraus entstehenden Netzwerke und eine darauf abgestimmte Unternehmensstruktur zählen mehr denn je.

Holm Friebe und Sascha Lobo:

Wir nennen es Arbeit: Die digitale Boheme oder: Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung

Selbstportrait digitaler Bohemiens

Die digitale Bohème verzichtet dankend auf einen Arbeitsvertrag und verwirklicht mit neuen Technologien den alten Traum vom selbstbestimmten Leben.

Holm Friebe und Sascha Lobo porträtieren einen zeitgemäßen Lebensstil und erklären die wirtschaftlichen, technischen und sozialen Hintergründe. Ihre spannende Analyse inspiriert dazu, so zu arbeiten, wie man leben will.

Adrienne Goehler:

Verflüssigungen: Wege und Umwege vom Sozialstaat zur Kulturgesellschaft

Utopische Praxis – gegen verhärtetes Denken

Die ExpertInnen des Wandels leben und arbeiten in Wissenschaft und Kunst. Ihre Beiträge hätten wir bitter nötig. Doch die Grenzen zwischen Politik und Kultur sind wie eingefroren.

Adrienne Goehler fordert: Verflüssigen wir sie, damit mehr Bewegung in den Wandel kommt!

Nicola Lepp und Daniel Tyradellis:

Arbeit: Sinn und Sorge

Begleitbuch zur Ausstellung

Die Ausstellung »ARBEIT. Sinn und Sorge« im Deutschen Hygiene-Museum Dresden verfolgte in fünf Themenfeldern die neue Konjunktur des Begriffs der Arbeit:

  • im Nachdenken über das, was und wozu Freizeit ist;
  • über die ambivalente Erfolgsgeschichte des Kapitalismus in Deutschland seit 1945/1989;
  • über die Psychogenese der eigenen Haltung zur Arbeit in der Kindheit;
  • über unbezahlbare Momente des Gelingens und die Intensität in der Arbeit;
  • darüber, was eine Zukunft der Arbeit im persönlichen und globalen Maßstab bedeuten könnte.

Neben Beiträgen prominenter Autoren versammelt das Buch unterschiedlichstes Material, das bei der Erarbeitung der Ausstellung gesichtet und diskutiert wurde: Originalquellen und theoretische Referenzen, Kunstwerke, Arbeitsfotografien, Filmstills, Skizzen, Gesprächsprotokolle etc.

Jeremy Rifkin:

Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft: Neue Konzepte für das 21. Jahrhundert

Wegweisender Klassiker von 1995

Würde man in Deutschland die heute verfügbare industrielle Technik zum Einsatz bringen, fielen neun Millionen Arbeitsplätze weg und die Arbeitslosigkeit stiege auf 38%.

Der fortschreitende Prozeß der Automation und Arbeitsplatzvernichtung in der industriellen Produktion wird nicht aufzuhalten sein.

Ob sich die gewaltigen sozialen Konflikte vermeiden lassen, die aus der Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich, aus dem Wegfall aller sozialen Sicherungssysteme und den Strukturen der Wohlstandsverteilung erwachsen werden, dies ist die Frage, der sich Jeremy Rifkin hier mit beeindruckender technologischer und ökonomischer Kompetenz und bemerkenswerter sozialer Phantasie widmet.

Jakob Schrenk:

Die Kunst der Selbstausbeutung: Wie wir vor lauter Arbeit unser Leben verpassen

Der Traum von selbstbestimmter Arbeit entpuppt sich als Alptraum

Dieses Buch beschreibt die neue Arbeits­welt, die sich in den letzten Jahren allmählich, aber nachhaltig etabliert hat. Wir können immer schlechter zwischen Freizeit und Job unterscheiden, sind dank Handy und Computer rund um die Uhr erreichbar, und unser soziales Leben findet weitgehend in der Firma statt.

Wann, wo und wie wir arbeiten, dürfen wir zunehmend selbst entscheiden. Doch hinter dieser neuen Freiheit steht oft ein einziger Befehl: »Macht, was ihr wollt. Aber seid profitabel«. Und so geben wir Tag für Tag das Letzte. Doch manchmal beschleicht uns ein furchtbarer Verdacht: Was ist, wenn wir vor lauter Arbeit unser Leben verpassen?

Richard Sennett:

Der flexible Mensch: Die Kultur des neuen Kapitalismus

Portrait des Ideals und Leitbilds unserer Gesellschaft

Die Veränderungen in der Arbeitswelt zu Beginn des 21. Jahrhunders machte zunächst aus Berufen Jobs, die wiederum zu „Arbeitsfeldern“ oder „Projekten“ mutiert sind.

Das neue Leitbild in dieser sich ständig wandelnden Gesellschaft ist die reaktionsschnelle, anpassungsfähige Persönlichkeit: Der flexible Mensch.

So viel Gewinn an beruflicher Eigenverantwortung und professioneller Selbstbestimmung Angestellten und Arbeitern über Entbürokratisierung und Enthierarchisierung versprochen wird, so hoch ist ihre Verlustrechnung am Ende.

Denn statt Eigenverantwortung gibt es tatsächlich vor allem einen massiven Kontrollverlust hinsichtlich Karriere und Lebensplanung.

G. Günter Voß und Kerstin Rieder:

Der arbeitende Kunde: Wenn Konsumenten zu unbezahlten Mitarbeitern werden

Über die Entwicklung zum Standard Selbstbedienung

Es gab eine Zeit, da wurde man an der Käsetheke bedient und beraten, da kaufte man die Bahnkarte am Schalter und richtete den Dauerauftrag mit persönlicher Unterschrift am Bankschalter ein. Heute wählen wir fertig abgepackten Käse aus der Kühltruhe aus, schlagen uns mit Fahrkartenautomaten herum und erledigen Bankgeschäfte online zu Hause.

Mit Ikea fing es an – der Kunde arbeitet mit. G. Günter Voß und Kerstin Rieder zeigen, welche Folgen das für die Wirtschaft, für den Einzelnen und für unsere Gesellschaft hat. Der Kunde ist heute selbstbestimmter, informierter, aktiver, er ist stärker Subjekt als vorher. Zugleich unterliegt der Konsument aber einer Entfremdung: Er hat gar keine Wahl, selbst wenn es ihn überfordert, er muss »mitarbeiten«, Beratung entfällt.

Mit ihren amüsanten Exkursen zu Lust und Frust des arbeitenden Kunden, verknüpft mit scharfsinnigen soziologischen Analysen, regen die Autoren zum Nachdenken an: Wohin mag dies alles führen – und wollen wir das wirklich?

Published inMedien

Ein Kommentar

  1. […] Arbeit 2.0 – Literatur Ich recherchiere zur Zeit zum Thema Arbeit 2.0. Ich habe einige Links, Bücher, Videos und Audiodateien zusammengetragen, die auch Anderen als Einstieg in die Thematik dienen können. Da es nicht gerade wenig Material gibt, habe ich es nach Medium sortiert und auf mehrere Beiträge aufgeteilt. In den nächsten Tagen folgen diesem Artikel Link- und … […]

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