Die Einleitung ist der wichtigste Teil eines jeden Textes. In ihr muss nicht nur das Interesse des Lesers geweckt werden, es muss auch gelingen, seine Hand zu ergreifen, um ihn durch den weiteren Verlauf des Textes zu führen. Schafft man es nicht, die potentiell interessierte Person einzugarnen oder packt man sie gar zu grob an, verbaut man seinem Text damit jede Chance.

Fehler in der Einleitung sind daher zutiefst verhängnisvoll und folgenreich. Hauptanliegen eines jeden ernsthaft Schreibenden ist es, diese zu vermeiden. Doch wie stellt man das am Besten an?

Ich sehe grundsätzlich zwei Wege zu einer gelungenen Einleitung. Man kann die Einleitung entweder als allererstes oder als allerletztes schreiben. Die Vorteile des einen Weges sind die Nachteile des anderen und ich bin ernsthaft hin- und hergerissen, welche Variante ich bevorzugen soll.

Rein rational betrachtet, erscheint es mir immer die schlauere Variante zu sein, die Einleitung erst zu schreiben, wenn der Text bereits fertig ist. Wenn man schon alle Fakten beleuchtet, alle Schlüsse gezogen hat, sollte man doch am besten entscheiden können, wie man den Leser in seinen Bann ziehen kann.

Andersherum fühlt es sich intuitiv gut an, sich vor dem Schreiben der Arbeit eine Marschroute zurecht zu legen, die im weiteren Verlauf des Textes begangen werden kann. Wenn man sich damit schon selbst zum Schreiben motivieren kann, sollte es doch auch andere zum Weiterlesen ermuntern können.

So streiten sich in mir Herz und Verstand und bringen mich zu der Frage:
Wie handhabt ihr das?

4 Gedanken zu “Die Einleitung – Methodische Überlegungen

  1. Ich schreibe sie grundsätzlich zuletzt. Manchmal mache ich mir eine ‚Vorabversion, die mich selbst in den text leitet, aber hinterher wird sie auf jeden fall komplett überarbeitet, denn dann erst kann ich wissen, welche Aspekte mein text letztendlich aufzeigt.

  2. Iterativ. Mit Schreiben ist es wie mit der Softwareentwicklung. Grob Zeug zusammenwerfen und solange dran drehen, bis es passt. Also schreibe ich eine kurze knappe Einleitung, bestehend aus Stichworten und groben Formulierungen, dann den Rest und so gehe ich immer wieder über den Artikel, bis das Ding fertig ist. Chaotisch. Aber funktioniert.

  3. Ich schreibe die Einleitung als Erstes und folge dann der festgelegten Marschroute. Allerdings halte ich mir auch die Möglichkeit offen, sie zu ändern, wenn ich merke, dass mein Konzept nicht aufgeht. Oder einzelne Abschnitte werden bearbeitet, weggelassen und neue hinzugefügt. Ich mag es, ein Grundkonzept zu haben, selbst wenn dieses regelmäßig einer Prüfung unterzogen wird.

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