Zum Inhalt

Gelesen: Computerfrauen und Zuse

Computerfrauen

Computerfrauen von Ute Hoffmann

Computerfrauen. Welchen Anteil haben Frauen an Computergeschichte und -arbeit? von Ute Hoffmann ist eine 1987 erschienene Studie zu eben jener Fragestellung.

Die Autorin untersucht das Phänomen „Frauen und Technik“ anhand von 3 Themenkomplexen: Zunächst untersucht sie die Darstellung Ada Lovelaces als „Übersetzerin“ oder „erste Programmiererin“, sie widmet sich dem großen Anteil der Arbeit von Frauen in den Computerlaboren der 40er und 50er Jahre, um anschließend geschlechtsspezifische Unterschiede im Umgang mit Technik und den Anteil von Frauen an Berufen und Bildung in der Datenverarbeitung in der damaligen Gegenwart zu analysieren.

Den dritten Teil der Arbeit fand ich über alle Maßen erschreckend. Denn obwohl sich unser Verhältnis zur Technik seit den 80er Jahren vollständig gewandelt hat und viele Aussagen heute einfach nicht mehr gültig sind, hat sich doch insgesamt nicht viel verändert.

Obwohl Computer als geistige Maschinen keine spezifisch männliche Technik darstellen, wie die Autorin nicht müde wird zu betonen und Computer in den dreißig Jahren seit Erscheinen des Buches in allen Lebensbereichen Einzug gehalten haben, obwohl das Internet vernetztes „weibliches“ Denken fördert etc. pp. kann man die Frauen, denen man im Informatik Studium begegnet / denen ich in meinem Informatik Studium begegnet bin, an zwei Händen abzählen.

It’s a shame!

„Computerfrauen“ von Ute Hoffmann bei amazon.

Zuzes Lebenswerk

Ganz und gar nicht erschütternd, sondern über alle Maßen inspirierend war für mich die Autobiografie von Konrad Zuse Der Computer – Mein Lebenswerk.

Zuse war der deutsche Erfinder des Computers, zeitgleich entwickelten in den USA Howard Aiken und in England Alan Turing ähnliche Maschinen. In den Streit wer da nun zuerst was, wie, warum und überhaupt … möchte ich mich wirklich nicht einmischen. Die Zeit war wohl einfach reif.

Zuses Buch macht Mut, Mut zur Vision, Mut seine Ziele mit aller Kraft zu verfolgen und alles Menschenmögliche dafür zu tun, auch wenn man Rückschläge einstecken muss, mal gar nichts funktioniert oder einem die Anerkennung verweigert wird.

Absolut unglaublich fand ich den Teil, indem Zuse beschreibt, wie die Z4 im Bombenhagel des II. Weltkriegs in Berlin gebaut wurde, wie die riesige Maschine aus dem zerbombten Berlin evakuiert wurde. Alle Beteiligten, hauptsächlich Zuses Familie, Freunde und Kollegen haben ihr Leben dafür eingesetzt und sie waren erfolgreich.

Zuse war ein Visionär und hatte Glück, Freunde und Helfer auf seiner Seite. Er ist ein absolutes Vorbild dafür, dass es sich immer lohnt für seine Träume zu kämpfen!

Zuses Buch möchte ich jedem ans Herz legen! Es ist zwar streckenweise sehr theoretisch und technisch, aber diese Abschnitte nicht zu verstehen oder zu überspringen nimmt dem Lebenswerk nichts an seiner Vision. Also auch für Nicht-Techniker: Lesen!

Links

Published inMedien

Schreibe den ersten Kommentar

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: