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Im Hamsterrad

Ich denke sehr oft, dass ich Müll rede. Das alles, was ich tue und sage falsch ist. Und dumm – vor allem dumm! Ich denke dann, dass ich besser still sein sollte, weil ich nichts beizutragen habe, schon gar nichts wertvolles. Dann versuche ich das umzusetzen und mich zu verstecken, davonzulaufen und vor allem zu schweigen.

Es ist halt manchmal nicht einfach Größenwahn und Minderwertigkeitskomplexe unter einen Hut zu kriegen. Eigentlich ist das sogar eher selten der Fall.

Ich fürchte mich vor Erwartungen, habe Angst davor perfekt sein zu müssen. Das, was Andere in mir sehen, könnte ein Irrtum sein, eine Täuschung – nicht Ich. Wie könnte ich jemals so sein, wie Andere mich sehen? Unmöglich! Ich kann und will nicht sein, wie ich gesehen werde. Ich will anders sein. Und muss mich daher immer neu erfinden, während ich vor meinem Schatten davon laufe.

Ich möchte nicht jammern. Tatsächlich hasse ich Leute, die jammern. Ich möchte auch eigentlich nichts von mir zeigen: Es könnte Erwartungen wecken und gegen mich verwendet werden. Nur kann man nicht großartig sein, wenn man alles von sich versteckt. Wer könnte es dann wertschätzen? Was nützen einem all die Pseudonyme und die Geheimniskrämerei, wenn am Ende doch immer wieder dasselbe mehr oder weniger weinende/lachende Ich steht?

Ihr Lieben – Liebt ihr mich? Ergötzt ihr euch an meinem chaotischen Innenleben? Spürt ihr die Wunden, die ihr Anderen zugefügt habt? Ist Glück und Schmerz das einzige, was uns am Leben erhält? Hört ihr mich? Hört ihr mich?

Ich beschloss mein Inneres ins Internet zu kotzen. Eigentlich vor vielen Jahren schon. Es tat gut – und tut es noch.

Das mit der Identität wird überbewertet. Ich kann nicht verrückt sein und würde es auch nie von mir behaupten. Welchen Wert hat Individualität, wenn alle sich in ihrer Crazyness zu überbieten versuchen? Ich möchte nicht nett sein, ich möchte nicht unfreundlich sein, ich möchte mich nicht für meine Existenz rechtfertigen.

Ich suche einen Weg mein Inneres in Äußeres zu übersetzen, ohne mich dabei zu verlieren, ohne mich dabei zu öffnen und verletzbar zu machen. Ich möchte Künstlerin sein – traue mich aber nicht ein Werk zu schaffen.

Ich hoffte, die Welt würde weniger grausam werden oder ich stärker und tapferer, doch nichts dergleichen geschah. Nun stehe ich hier vor versammelter Mannschaft und mache mich lächerlich. Und alle werden peinlich berührt sein oder auch nicht und nie wieder davon sprechen. Lasst uns zum nächsten Tagesordnungspunkt übergehen.

Ich schäme mich oft, ich selbst zu sein. Und freue mich dann wieder. Wieso auch nicht? Ich habe unzählige Möglichkeiten und Handlungsspielräume. Am liebsten würde ich immer 3 Sachen gleichzeitig machen. Und in der Zeit, in der ich darüber nachdenke, was ich alles machen könnte, mache ich einfach gar nichts. Löcher in die Luft starren. Das ist dann wieder das Innenleben, das nach Außen zu holen mir so schwer fällt.

Schreibe ich für dich? Schreibe ich für mich? Schreibe ich für Streicheleinheiten meines Egos? Bin ich heute stolz auf meine Taten oder schäme ich mich für meine nicht verschuldete Existenz? Nehme ich die Herausforderung an oder zerfließe ich in Nichtigkeiten.

Kann ich das, was ich bin, in Worte fassen? Oder Bilder? Oder Töne?

Wie geht man damit um? Wie geht man mit der eigenen Existenz um? Wie nur wie?

Published inStory of my life

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