Da hier mittlerweile einige Leute mitlesen, die sich für mich und mein Leben interessieren und ich de facto nur sehr selten davon erzähle, was ich eigentlich an der Uni mache, habe ich beschlossen, dass ich mehr Schachtelsätze schreiben sollte, dass es an der Zeit ist mal darüber zu bloggen, womit ich mich im universitären Teil meines Lebens so beschäftige.

Ich besuche in diesem Semester vier Hauptseminare und ein Kolloquium. Ganz entfernt davon zu wenig zu sein, halten mich diese Veranstaltungen ziemlich auf Trab. Zu zwei Hauptseminaren werde ich am Ende des Semesters Hausarbeiten (im Umfang von 25 Seiten) schreiben müssen, ich hab mich aber noch nicht festgelegt, welche das sein werden.

Diese Themen beschäftigen mich derzeit:

Falschheit und Irrtum bei Descartes, Spinoza und Leibniz

Falschheit und Irrtum sind die Kehrseite von Wahrheit und Erkenntnis. Daher scheint es eine vielversprechende Vorgehensweise zu sein, zu untersuchen, wie Falschheit und Irrtum entstehen, um eben jene vermeiden zu können und auf einem sicheren Weg zur Wahrheit zu finden.
Im Seminar erarbeiten wir, was Descartes, Spinoza und Leibniz dazu dachten.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob die Wahrheit zwingend ist oder ob wir die Freiheit haben auch eine falsche Aussage zu glauben.

Diskursrepräsentationstheorie

Die Diskursrepräsentationstheorie liefert einen theoretischen Rahmen um die Bedeutung von zusammenhängenden Texten der Umgangssprache formal analysieren zu können.
Was das genau heißt? Wie das gehen soll? Nun, das werde ich am Ende des Semesters hoffentlich wissen.

Aristoteles‘ De Anima – Über die Seele

Weder mit der Seele noch mit Aristoteles hatte ich mich bisher beschäftigt. Und obwohl ich in dieses Seminar mehr oder weniger zufällig hinein geraten bin, so bereue ich es doch nicht. Nach allem, was ich bisher gesehen habe, kann ich versichern: Es ist kein Zufall, dass sich die Gelehrten der letzten zweitausend Jahre mit Aristoteles beschäftigt haben. Das Zeug ist guuuuuut 😉
Die Seele ist für Aristoteles übrigens keineswegs das, was wir – einem eher christlichen Verständnis nach – dafür halten würden. Unter Seele versteht Aristoteles zunächst einmal das, was natürliche Körper lebendig macht. Seine Konzeption ist dreistufig und schließt Pflanzen, Tiere und Menschen ein.

Antike und mittelalterliche Interpretationen von Aristoteles‘ De Anima

Genauer gesagt, geht es um die Interpretationen eines bestimmten Abschnitts der De Anima, in dem es um den Intellekt geht. Es ist strittig, wie dieser Abschnitt zu lesen ist, was Aristoteles gemeint hat, was da wirklich steht und wie man es sonst noch verstehen könnte.
Im Seminar lesen wir die Interpretationen und Kommentare von antiken und mittelalterlichen Autoren, die teilweise Zugang zu Quellen hatten, die zwischenzeitlich verloren gegangen sind. Dies wird hoffentlich den Ursprungstext erhellen.

Allein meine Seminare sind, wie ihr seht, ziemliche Brocken. Jedes davon bietet genügend Stoff für ein ganzes Jahr. Zudem besuche ich ja noch Kolloquien, die zwar thematisch weniger fokussiert sind, aber gerade dadurch noch mehr Fragen entstehen lassen. Nebenbei sammle ich schon Ideen und Ansätze für meine Masterarbeit, die im nächsten Semester meine volle Aufmerksamkeit beanspruchen soll.

Ich bin also gut ausgefüllt und niemand sollte befürchten, dass ich mich langweile. Wie ich es zwischenzeitlich noch schaffe, fast jeden Tag zu bloggen, ist mir selbst ein Rätsel.

2 Gedanken zu “Mein Wintersemester 12/13

  1. Ja, ich frage mich ehrlich gesagt auch grade, wie du das alles hinbekommst. Ich scheitere schon an minimalen Überschneidungen von Privatleben und Uni.
    Und dann ist dein Blog auch wirklich noch gut!
    Unfassbar!

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