Moin, ihr Seiten. Gestern habe ich nichts geschrieben. Damit ist meine Routine völlig aus dem Lot. Denn wenn man etwas, das man sich vorgenommen hat, einmal auslässt, ist es auf einmal keine Routine mehr, sondern ein Neuanfang und es ist plötzlich ungleich schwieriger, es wieder zu tun.

Hinzu kommt, dass die öffentlichen Morgenseiten in meinem Alltag noch nicht fest verankert sind und ich das Bedürfnis habe, wieder in mein geheimes Blog zu flüchten. Schließlich reagieren auf einmal Menschen auf das, was ich zu sagen habe und das macht mir Angst. Dadurch kommt ein unkontrollierbares Element in meinen Alltag, das ich zwar durchaus haben möchte. Ich weiß jedoch nicht so recht, wie ich damit umgehen soll. Die Zeit wird es wohl zeigen.

Würde ich jetzt nur für mich schreiben, wüsste ich genau, was ich sagen soll. Probleme habe ich wahrlich genug, nur möchte ich mich über die nicht öffentlich auslassen. Ich möchte weder jammern, noch mich beschweren, sondern einfach Lösungen finden.

Aber auch wenn man sich mit anderen bespricht, lassen sich manche Sachen einfach nicht so schnell lösen. Alles dauert ewig. Vor allem in diesem Land. So oder so bin ich einfach diejenige, die sich den Mist eingebrockt hat, also muss ich die Suppe auch wieder auslöffeln.

Gerade gestern habe ich wieder ein Video zu diesem Thema gesehen: Wenn man Menschen unter Stress setzt, schaltet sich ihr Gehirn aus und sie können nur noch auf zwei Weisen reagieren: Fliehen oder Kämpfen. Beide Modi habe ich unendlich satt. Glücklicherweise ist es relativ einfach, den Körper von Stress zu befreien: Atmen. Die Probleme lösen sich dadurch bloß nicht.

Theoretisch lassen sich Probleme ja auch relativ einfach lösen. Immer einen Schritt nach dem Anderen und so habe ich es ja eigentlich auch immer gemacht. Trotzdem bin ich gescheitert und auf einmal ist alles unendlich schwer. Sogar der kleinste Schritt.

Vielleicht habe ich zu viel Ratgeber-Literatur gelesen. Für jedes Problem, das man haben kann, gibt es unzählige Tipps und Tricks, wie man es lösen kann. Eindeutig ein Überangebot an hilfreichen Stimmen, die eigentlich nur das beste, für einen wollen. Und so weiß ich auch eigentlich, was für Möglichkeiten, ich habe, um mein Leben zu verbessern.

Mein Hauptproblem dabei: Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten. Alles scheint vielversprechend und ich weiß nicht, wofür ich mich entscheiden soll. Meine Zeit ist begrenzt. Meine Aufmerksamkeit ist begrenzt. Aber es gibt so viele Dinge, die mich interessieren und die mir Spaß machen und ich muss mich in jedem Moment neu entscheiden, womit ich mich gerade beschäftigen möchte.

Und dann will ich auf einmal gar nichts mehr.  Vor allem aber nicht kämpfen oder fliehen.

Königin der Kelche

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