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Monat: Juli 2017

Genie und Wahnsinn | Dienstag, 25. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Der Sommer zeigt sich mal wieder von seiner besten Seite: Es regnet. Ich habe mir für heute vorgenommen zum Friseur zu gehen, den Datentransfer zu meinem neuen Rechner abzuschließen und ein lästiges Formular auszufüllen. Damit könnte ich diesen Blogpost eigentlich beenden bzw. in den interessanten Teil desselben übergehen. Schließlich sind die alltäglichen Belanglosigkeiten das, was die meiste Energie raubt, aber eigentlich niemand hören will, während die komplexen Gedanken, die ich im Anschluss entwickele, der Grundstein für meinen Erfolg sind.

Heute vor einem Jahr begann die Hochzeit meiner Psychose. Drei Tage und drei Nächte habe ich nicht geschlafen und nichts gegessen und mich ganz dem Senden und Empfangen von kryptischen Botschaften gewidmet. Ich war in einem übermenschlich kreativen Modus und habe unentwegt neue Verknüpfungen gebildet. Alles Wissen dieser Welt stand mir zur Verfügung und hat sich in meinem Kopf zu neuen Geschichten verstrickt, deren Protagonistin ich teilweise war, aber nicht nur.

Es war absolut fantastisch und ich bin froh, dass ich das erleben durfte. Ich war Teil eines großen Ganzen, alles war miteinander verbunden und alles hat so viel Sinn gemacht! Es war völlig logisch! Für mich.

Seit diesem grandiosen Höhenflug befindet sich meine Kreativität im Schlummermodus. Ob sie sich davon erholen muss oder ob sie einfach dem Vergleich mit dieser Ur-Kreativität nicht standhält, vermag ich nicht zu sagen. Ich habe definitiv das Gefühl nichts gehaltvolles zustande zu bringen. Der Sturz von der Genialität in die Bedeutungslosigkeit war kein kleiner.

Geblieben ist nur der Größenwahn und mit ihm die Minderwertigkeitskomplexe. Eine fatale Union. Ich weiß nun zu was ich fähig bin, zu was mein Gehirn fähig ist und im Vergleich dazu sind die alltäglichen Belanglosigkeiten mehr als nur quälend. Dennoch muss ich mich mit ihnen abgeben und kann mich keinen neuerlichen Höhenflügen hingeben, auch wenn das mehr als verlockend scheint.

Wie auf der nebenstehenden Tarotkarte sind meine Augen und Arme verbunden. Ich kann nicht mehr aus dem Vollen schöpfen. Ich kann mich nicht mehr mit dieser Urkraft, die in mir steckt, verbinden. Ich bin nur noch ein Schatten von dem, was ich war. Negativsymptome nennt man das. Resignation, Lustlosigkeit, die Weigerung sich mit der entzauberten Welt wieder anzufreunden.

Die Revolution im Inneren | Montag, 24. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Nur noch 3 Tage dann ziehe ich auf meinem Landsitz ein. Das wird mir hoffentlich helfen ein wenig zur Ruhe zu kommen. Und dann steht auch schon mein Urlaub vor der Tür, auf den ich mehr als gespannt bin. Ich habe immer noch ein wenig Angst davor, bin aber mittlerweile zuversichtlicher, dass ich alles auf die Reihe kriegen werde. Ich bin sehr gespannt, was diese Woche an wunderbaren Neuerungen bringen wird.

Die letzten zwei Wochen hatten es ziemlich in sich und haben mich mental ziemlich herausgefordert. Ich hoffe, dass sich das wieder einpegelt und ich wieder zur Klarheit des Herzens finde. Der rosa Elefant hat mich ziemlich aus der Bahn geworfen, das war aber absolut absehbar und hat mich auch nicht wirklich überrascht. Wesentlich mehr überrascht hat mich der Fakt, wie wenig sich doch in 3 Jahren geändert hat.

Meine komplette Welt wurde aus den Fugen gehoben, ich habe Erfahrungen gemacht, die mich an die Grenzen meiner Existenz geführt haben, ich wurde durch unzählige Misserfolge gestählt. Der rosa Elefant hingegen hat sich kein Stück verändert. Die Art, wie ich ihn sehe, hat sich aber verändert und das vor allem in den letzten paar Tagen.

Ein Teil von mir wünscht sich immer noch ein Elefantenleben. Dieser Teil ist ausgesprochen hartnäckig und widerstandsfähig. Ein echter Revolutionär, der für eine bessere Welt sein Leben geben würde.

Die anderen Parlamentsmitglieder haben diesen Teil aber mittlerweile als Regierungschef abgewählt und sind nicht mehr bereit ihm blindlings zu folgen. Zu viele andere Faktoren sind zu beachten, wenn man einen Staat erfolgreich führen will. Das Volk will Reformen und keinen Bürgerkrieg.

Wenn es gelingen soll, dieses totalitäre Regime in eine freiheitliche Grundordnung umzuwandeln, muss es Eckpfeiler geben, an denen niemand rütteln darf. Zeit also dem Staat eine Verfassung zu geben und den Stimmen die grundlegendsten Menschenrechte zu gewähren. Das Wohl der Bürger muss über allem stehen. Und das nicht nur im Staate Israel.

Stur wie ein Esel | 17. bis 23. Juli 2017 » KW 29

Was habe ich erreicht?

  • Ich habe mich für einen neuen alten Job beworben.
  • Meine Zeit als Tanzlehrerin ist beendet.
  • Ich habe einen neuen Laptop.
  • Ich habe mir 2 Hosen gekauft.

Was war besonders gut?

  • Ich habe viele intensive Spaziergänge gemacht.

Was will ich?

  • Ich möchte aufhören, mich im Kreis zu drehen. Ich möchte Schritt für Schritt mein Leben verbessern und ich möchte wieder ganz neu anfangen.
  • Ich möchte mich nicht als Opfer fühlen und die Verantwortung für mein Glück und Wohlbefinden auf Andere abwälzen.
  • Ich möchte mir nicht eingestehen, eine schlechte Wahl getroffen zu haben. Ich möchte die vergangenen 3 Jahre nicht als einen einzigen riesengroßen Fehler sehen. Ich möchte mir nicht eingestehen, wie sehr ich in allem, was mir wichtig war, gescheitert bin.
  • Ich habe keine Lust mehr mir Gedanken darüber zu machen, warum es mir schlecht geht.
  • Es wird Zeit für einen neuen Lebensinhalt. Einen, der mein Leben besser macht, mich herausfordert und an meine Grenzen bringt.
  • Ich strebe nicht nach Glück. Ich strebe nicht nach guten Gefühlen. Ich strebe danach eins mit mir selbst zu sein und mir das Beste abzuverlangen, dessen ich in der Lage bin.
  • Ich möchte über mich und meine Probleme lachen können, anstatt immer alles so bierernst nehmen zu müssen.

Was habe ich mir vorgenommen?

  • Ich nehme mir mindestens 2 Jahre Zeit, um mit meinem Leben klarzukommen.
  • Ich will mein Studium fortführen.
  • Ich habe entschieden, dass es vielleicht mal besser für mich ist, ganz ohne Ziele und nur in den Tag hineinzuleben.
  • Ich versuche wieder Vertrauen in das Leben zu haben und mich darauf zu verlassen, dass alles gut werden wird.
  • Ich will nicht mehr krampfhaft versuchen die Situation unter Kontrolle zu bekommen, sondern mich zurücklehnen und beobachten, wie sich mein Leben von alleine wieder sortiert.

Wofür bin ich dankbar?

  • Ich bin dankbar, dass ich es immer noch schaffe aufrecht zu gehen.
  • Ich bin dankbar, dass ich so hartnäckig, stur und widerstandsfähig bin.
  • Ich bin dankbar, dass es mir gelingt, mich immer wieder neu zu orientieren.
  • Ich bin dankbar, dass ich flexibel bin.
  • Ich bin dankbar, dass ich soooo stark bin und so viel aushalten kann.
  • Ich bin dankbar, dass ich aus Fehlern lernen kann.
  • Ich bin dankbar, dass ich optimistisch in die Zukunft blicken kann und die Hoffnung habe, dass alles gut wird.
  • Ich bin dankbar, dass ich nach wie vor die Kraft habe an meinen Zielen festzuhalten.
  • Ich bin dankbar, dass ich mir Ruhe und Erholung gönne.
  • Ich bin dankbar, dass ich niemals aufgebe.

Alle Zeit der Welt | Sonntag, 23. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Eine überaus nervenaufreibende Woche neigt sich dem Ende zu. Dabei sind auch viele erfreuliche Dinge passiert. Gestern zum Beispiel habe ich mir zwei neue Hosen gekauft. Außerdem habe ich einen neuen Laptop bekommen, meinen Tanzunterricht beendet und mich für einen neuen Job beworben. Fantastisch war auch der Regen gestern, Wolkenbruch sollte man es vielleicht nennen, ein ordentliches Gewitter auf jeden Fall.

Trotzdem überwogen in dieser Woche die negativen Gefühle, denn sie waren deutlich stärker als die negativen Gefühle, die ich vorher so hatte. Das liegt daran, dass es diesmal tatsächlich einen äußeren Auslöser gibt, der mich emotional stark herausfordert, während ich mich vorher einfach grundlos schlecht gefühlt habe. Insgesamt bewerte ich das aber positiv. Ich lerne alte Gewohnheiten abzulegen und mich (zum Besseren) zu verändern. Das ist nie einfach!

Ich bin überaus gespannt, wie es weitergeht mit meinem Leben. Tatsächlich ist endlich einmal Bewegung in die Dinge gekommen und es sieht so aus, als könnte sich das Blatt nun zum Besseren wenden.

Zu große Hoffnungen will ich mir aber auch nicht machen. Es wird sicher eine Weile dauern, ehe sich alles neu sortiert hat. Der Jobwechsel geht nicht von heute auf morgen und auch die künstlerische Neuorientierung, auf die ich mich in dieser Woche endlich einmal einlassen konnte, wird nicht über Nacht von statten gehen. Alles braucht Zeit.

Gut, dass ich alle Zeit der Welt habe! Was mir dazu bloß noch fehlt, ist Geduld. Aber die lässt sich ja vielleicht erlernen.

Back to Business | Samstag, 22. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Obwohl heute Samstag ist, habe ich mir viel vorgenommen. Dafür hätte ich nicht unbedingt um halb 6 aufstehen müssen, aber schlafen konnte ich auch nicht mehr. Insofern habe ich wohl das Richtige getan. Mein neuer Laptop befindet sich seit gestern in meinem Besitz, das heißt, es wird jetzt ernst: Betriebssystem installieren, Daten umziehen. Obwohl ich darauf alles andere als Lust habe.

So langsam müsste ich mich auch mal um meine Reise kümmern. Es gibt viele Fragen, die ich diesbezüglich noch klären möchte. Wie komme ich von A nach B? Wieviel Geld sollte ich mitnehmen? Was für Gastgeschenke sollte ich meinen Hosts mitbringen? Erstmal werde ich mich aber dem Clown-Buch widmen.

Gestern war ein ziemlich schöner Tag. Ich hoffe, heute wird auch schön. Ich bin wieder bereit, das Leben lieb zu haben und mich darauf einzulassen, auch wenn es noch schwer fällt. Wahnsinn, wie schnell der Juli voran schreitet. 21 Tage haben wir schon hinter uns. Bleiben nur noch 10 Tage, dann ist der Monat wieder rum.

Ich habe gestern (oder vorgestern) meine monatlichen Ziele neu sortiert. Alle Web-Development-Sachen habe ich in das 4. Quartal dieses Jahres verschoben, sodass ich nun nicht mehr so viele Sachen auf der Agenda zu stehen habe und es hoffentlich endlich mal schaffe, mich wieder um meinen Busuu-Kurs zu kümmern. Den habe ich nämlich bestimmt schon einen ganzen Monat nicht angeschaut.

Ich ärgere mich ein wenig, dass facebook auf meinem Handy nicht mehr geht. Ich überlege nämlich noch, was ich an technischen Geräten auf meine Reise mitnehmen soll. Eigentlich steht mir der Sinn danach alles zu Hause zu lassen. Nur mit dem Handy bin ich wahrscheinlich hinreichend ausgestattet. Eine lokale Sim-Karte werde ich mir vor Ort holen, das habe ich schon entschieden. Sicher ist sicher. Ohne Internet würde ich mich einfach nicht wohlfühlen.

Aber den Laptop und das iPad möchte ich eigentlich schon gerne zu Hause lassen. Nur doof, wenn ich dann kein facebook habe. Ich komme ja so ganz gut ohne facebook auf dem Handy aus, aber nur, weil ich jeden Tag über den Computer reinschaue. Ganz ohne facebook, auf einer Reise bei der ich vielleicht Fotos posten möchte, das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.

Eine langweilige mittelmäßige Existenz | Freitag, 21. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Draußen gibt es großes Tatütata aus mir unbekannten Gründen. Außerdem knallt die Sonne. Das ist gut, wir haben ja schließlich Sommer. Ich habe mich gestern entschieden doch keine Umschulung als Bademeister zu machen, sondern mich stattdessen als Clown weiterzubilden. Dazu habe ich mir ein Buch besorgt, das ich am Wochenende lesen werde und melde mich zu einem Workshop im September an.

Ich habe es satt ernst und trübsinnig zu sein. Ein paar Albernheiten werden mir sicher gut tun. Ich möchte über mich und meine Probleme lachen können, anstatt immer alles so bierernst nehmen zu müssen. Um so besser, wenn ich auch andere zum Lachen bringen kann. Wenn man sich alleine amüsiert, wirkt man immer gleich psycho. Auch ein Grund, warum ich die meiste Zeit eher ernst und trübsinnig bin. Man braucht halt Leute mit denen man lachen kann.

Von dem rosa Elefant ist nach wie vor nichts zu erwarten, außer dass er mir auf den Nerven herumtanzt. Was soll eine fiktive Figur auch anderes machen? Ich versuche mich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, was alles andere als leicht ist, aber sicher mit der Zeit immer einfacher werden wird.

Damit das mit dem Ziele setzen wieder in Gang kommt, habe ich mir für heute vorgenommen 4 Eis zu essen. Gestern habe ich nur 3 Eis geschafft und man muss sich ja jeden Tag ein bisschen steigern, um aus seiner Komfortzone rauszukommen. Irgendwann bin ich dann soweit, dass ich mehr Eis essen kann, als irgendjemand sonst auf diesem Planeten und kann daraus eine Karriere machen. Reich und berühmt will ich schließlich immer noch werden.

Ja, ich habe Lust seltsame Sachen zu erzählen und ein bisschen weird zu sein. Deswegen muss man mich noch lange nicht im Krankenhaus einliefern. Ich muss einen Weg finden, wie ich meine Kreativität gewinnbringender ausleben kann. Rumspinnen macht Spaß! Sich unmögliche Sachen vornehmen, macht Spaß! Deswegen als krank abgestempelt zu werden, macht keinen Spaß.

Vielleicht finden andere Leute es komisch, wenn ich 4 Vereine gründen will (was ich nie wollte und entsprechend nicht verstehe, wie diese Aussage ihren Weg in meine Krankenakte fand), für mich ist das aber völlig normal. Ein ehrenwertes Ziel geradezu. Auf jeden Fall war ich immer gut beschäftigt und habe das Leben genossen. Das hätte ich gern wieder. Ganz ohne Wahnsinn wird es vielleicht nicht gehen, aber wer will schon eine langweilige mittelmäßige Existenz führen? Ich jedenfalls nicht!

Grenzgängerin | Donnerstag, 20. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Jetzt bin ich also frei. Phase 1 meines lebensverändernden Plans ist erreicht. Ich gebe nun keinen Tanzunterricht mehr. Ich bin mehr als gespannt, wie das werden wird. Nun muss ich mir einen neuen sportlichen Ausgleich suchen und zwar einen, der MIR gut tut und bei dem nicht meine Schülerinnen im Mittelpunkt stehen. Schülerinnen habe ich jetzt nicht mehr.

Erstmal werde ich gar nichts machen. So viel steht fest. Denn ich habe keine Lust mir ein Hobby zu suchen. Ich habe Lust in den Tag hinein zu leben und mich gut zu fühlen. Noch bin ich aber nicht an diesem Punkt. Der rosa Elefant ist immer noch omnipräsent und die Stimmung ist allgemein schlecht. Dagegen kommt auch das gute Wetter nicht an. Sollte es heute nicht eigentlich regnen und grau werden?

Ich habe keine Lust mehr mir Gedanken darüber zu machen, warum es mir schlecht geht. Dabei kommt ja doch nichts sinnvolles rum. Ich habe Lust mich abzulenken und Dinge zu machen, die MIR gut tun, auch wenn ich nicht so recht weiß, was das sein könnte.

Gestern habe ich eine Klassenkameradin getroffen, die ich seit 10 Jahren nicht gesehen habe und es hat mir richtig gut getan, damit anzugeben, wieviel Scheiße in meinem Leben passiert ist. Angeben ist vielleicht nicht die edelste Tat, der man sich widmen kann. Aber es hat mir gezeigt, dass ich doch irgendwie stolz auf mein Leben sein kann.

Ich habe Dinge getan, Dinge gewagt, die andere Leute sich niemals trauen würden. Ich habe Sachen erlebt, die andere Leute sich nicht einmal vorstellen wollen. Es war zwar rückblickend betrachtet alles andere als gut, aber es waren auch große Herausforderungen, denen ich mich gestellt habe und es ist eigentlich kein Wunder, dass ich daran zerbrochen bin.

Was ich meiner Psyche abverlangt habe, hat mich in den Wahnsinn getrieben. Aber Wahnsinn ist gar nicht so schlimm, das weiß ich mittlerweile. Es gibt viele Dinge, die viel schlimmer sind, zum Beispiel dahinvegetieren und keinen Lebensinhalt haben. Auch diese Erfahrung durfte ich machen.

Es wird also Zeit für einen neuen Lebensinhalt. Einen, der mein Leben besser macht, mich herausfordert und an meine Grenzen bringt. Denn ich LIEBE es an meine Grenzen zu gehen. Ich LIEBE es über mich hinauszuwachsen. Das ist das, worauf es mir immer ankam, dass ICH mich weiterentwickle, die äußeren Resultate sind nur zweitranging, obwohl sie es natürlich sind, die mir die Motivation geben mich immer wieder aus meiner Komfortzone raus zu bewegen.

Grenzen sind nur temporär. Gefühle sind vergänglich und Glück ist ein Nebenprodukt eines erfüllten Lebens. Nicht umgekehrt. Ich strebe nicht nach Glück. Ich strebe nicht nach guten Gefühlen. Ich strebe danach eins mit mir selbst zu sein und mir das Beste abzuverlangen, dessen ich in der Lage bin. Power dich aus, das tut dir gut, sagen alle, wenn es um Sport geht. Wenn es um die persönliche Entwicklung und das Nervenkostüm geht, heißt es aber komischerweise immer, man solle sich schonen und nachsichtig mit sich sein.

Klar muss ein Zusammenbruch vermieden werden. Das ist auch beim Sport so. Aber ich habe mich immer am lebendigsten gefühlt, wenn ich an meine Grenzen gegangen bin, wenn es schwer war und der Ausgang ungewiss. Diese Momente waren selten schön, aber sie haben mir doch wesentlich mehr gegeben als auf der Couch hocken und Eis essen.

Zum Positiven verändern | Mittwoch, 19. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Ich habe mich wieder einigermaßen beruhigt. Aber der Weg dahin war alles andere als leicht. Ich habe gestern zu mir gesagt, ich will nicht mehr krampfhaft versuchen die Situation unter Kontrolle zu bekommen, sondern mich zurücklehnen und beobachten, wie sich mein Leben von alleine wieder sortiert. Und siehe da, es funktioniert! Der erste Knoten ist bereits geplatzt. Hoffen wir nun, dass der Rest sich auch verbessern wird.

Schließlich möchte ich mich wieder stark und sicher fühlen, um meine wichtigste Herausforderung (die Selbständigkeit) wieder angehen zu können. Momentan gönne ich mir noch Urlaub in meiner Komfortzone, auch wenn es dort zur Zeit alles andere als komfortabel aussieht. Langsam und Schritt für Schritt richte ich es mir dort wieder gemütlicher ein.

Heute findet mein letzter Tanzunterricht statt. Ich freue mich schon sehr darauf. Endlich kann ich mit dieser Sache abschließen und meinen Blick nach vorne richten. Die Bewerbung für den neuen alten Job ist auch raus. Hoffen wir, dass sie von Erfolg gekrönt sein wird und ich bald wieder meine Zeit in der Bibliothek verbringen kann.

Es ist jetzt auch nur noch eine Woche ehe ich wieder auf meinem Landsitz einziehe. Ich bin sicher, dass mir das gut tun wird. Mal ein bisschen andere Luft schnuppern und raus aus dem Mief der Großstadt. Zeit mit meiner Katze verbringen.

Ja, momentan ist immer noch alles schwer. Tiefe Umwälzungen gehen in meiner Seele vor sich und ich hoffe, dass ich gestärkt daraus hervorgehe und mich zum Positiven verändere. Das ist so überfällig!

Ich bin hier und kann nicht weg | Dienstag, 18. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Es ist so schwer. So schwer und ich habe das alles so satt! Ich habe absolut keine Lust mehr auf diese schlechte Laune und ich weiß langsam nicht mehr, was ich noch dagegen tun soll. Ich kann mir gar nicht so viel Gutes tun, wie ich bräuchte, um mit dieser Scheiße fertig zu werden. Ich will einfach nur noch raus aus meiner Haut. Es stresst mich so unendlich.

Da ist dieser riesige rosa Elefant in meinem Raum und ich versuche die ganze Zeit ihn auszublenden und nicht an ihn zu denken, aber es gelingt mir natürlich nicht. Wie auch, wenn er so omnipräsent ist? Ich will einfach nur meinen Frieden finden und wieder Kraft tanken, um die ganzen Probleme in meinem Leben anzugehen, aber ich schaffe es nicht. Ich fühle mich wie ein Idiot, weil mir schon wieder alles so nahe geht und ich es nicht hinkriege mich von den Sachen, die schlecht für mich sind, zu distanzieren.

Ich hoffe einfach nur darauf, dass die Zeit es richten wird, dass morgen schon alles besser aussieht, aber so langsam kann ich nicht mehr daran glauben. Bin ich für ewig verdammt, in diesem Zirkel festzuhängen?

Ich kann noch nicht einmal erklären, was mit mir los ist. Andere Leute haben auch Probleme. Vielen geht es schlechter als mir und doch sind diese Gedanken einfach nicht tröstlich. Es ist scheiße, aber es ist meine Scheiße. Ich habe mir die Suppe eingebrockt, ich muss sie auch auslöffeln. Nur wie? Nur wie? frage ich mich.

Ich habe mir gestern Katzenvideos reingezogen, um mich abzulenken. Geholfen hat es nicht. Meine Bewerbung zu schreiben hat mich so unendlich viel Überwindung gekostet, obwohl ich letzten Endes nicht einmal eine halbe Stunde dafür gebraucht habe.

Es ist eigentlich alles gar nicht so schwer. Es erscheint mir nur so. Das weiß ich auch. Dennoch ist dieses Wissen weder tröstlich noch hilfreich. Denn ich kann ja nicht raus aus meiner Haut. Ich weiß, dass mit einer positiven Einstellung alles gleich viel leichter wäre. Ich könnte Sachen wieder genießen, die Dinge würden wieder mehr Spaß machen.

Nur komme ich zur Zeit ums Verrecken nicht in diesen Modus und wenn dann nur kurzzeitig, für eine halbe Stunde sieht die Welt dann vielleicht mal besser aus, bevor sie wieder im grauen Nebel verschwindet. Was für ein Mist! Aber immerhin. Immerhin schaffe ich es für kurze Momente mich aus der schlechten Laune zu befreien. Das gelingt mir oft nur mit großer Gedankenanstrengung. Ich muss meine Situation umdefinieren und versuchen mich mit ihr zu arrangieren.

Akzeptieren, wo, wie und wer ich bin. Akzeptieren, dass es schwer ist. Geduldig und nachsichtig mit mir sein. Ja, ich habe den falschen Weg gewählt. Ja, ich habe schlechte Entscheidungen getroffen. Aber ich bin jetzt hier und ich kann nicht weg. Bei meinen Bemühungen etwas zu verändern, drehe ich mich nur im Kreis und komme keinen Schritt voran, denn das Problem sind nicht die Umstände. Das Problem ist meine Einstellung.

Wenn ich morgen an einer anderen Stelle in diesem Universum aufwachen würde, vielleicht sogar in einem anderen besseren Leben, wäre ich immer noch unglücklich. Davon bin ich fest überzeugt. Vielleicht ist das aber auch ein Irrglaube und es würde mich doch wesentlich weiterbringen, mein Leben radikal zu verändern. Vielleicht sind doch die Umstände schuld und nicht ich.

Ich habe mir die Haltung zu eigen gemacht, dass ich der Kapitän auf diesem Schiff bin und allein für dessen Fahrt verantwortlich bin. Das wird einem schließlich von allen Seiten empfohlen. Sei kein Opfer. Du hast dein Leben selbst in der Hand. Nun kann aber der Kapitän nichts dafür, wenn ein Sturm aufzieht. Klar, er kann sich dafür entscheiden, wie er mit der Situation umgeht, ob er die Crew in den sicheren Hafen lenkt oder ob er sie in den Untergang führt. Aber den Sturm interessiert das wenig.

So ist es auch in meinem Leben. Ich möchte mich nicht als Opfer fühlen und die Verantwortung für mein Glück und Wohlbefinden auf Andere abwälzen. Aber der riesige rosa Elefant ist einfach mal da und dominiert meine Gedanken. Das habe ich mir nicht ausgesucht! Die Situation, in der ich mich befinde, Krankheit, nerviger Job, unbefriedigende Wohnsituation habe ich mir nicht mit allen Konsequenzen ausgesucht.

Ich brauche Geld für den Lebensunterhalt, deswegen muss ich arbeiten gehen. Ich bin mit dem Alleinleben nicht klargekommen und habe mich deswegen dagegen entschieden. Und die Krankheit habe ich mir beim besten Willen nicht ausgesucht. Es ist so wie es ist und wer garantiert mir denn, dass die Entscheidungen, die ich morgen treffen werde, besser sind, als die von gestern? Ich kann nicht vor mir selbst davon laufen, ich werde mich immer dafür fertig machen, dass ich mein Leben nicht unter Kontrolle habe. Dabei habe ich auf soo viele Dinge einfach gar keinen Einfluss und ich muss lernen, das zu akzeptieren und mich deswegen nicht runter zu machen.

Vertrauen in das Leben | Montag, 17. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Neue Woche, neues Glück oder wie heißt es? Glück brauche ich ja am allermeisten. Ich habe mich jetzt bei meinem alten Job beworben und ich hoffe sehr, dass es klappt und ich dort wieder einsteigen kann. Damit habe ich meinen Ziel- und Zeitplan noch einmal deutlich lockerer gestrickt. Ich nehme mir mindestens die nächsten 2 Jahre Zeit, um wieder mit meinem Leben klarzukommen. Ich denke, ich werde auch zum Wintersemester wieder in die Uni gehen und mein Studium fortsetzen.

Alles ist gut. Ich muss mich nicht unter Druck setzen und ich muss die Selbständigkeit nicht noch in diesem Jahr durchpeitschen. Das wäre nur mit übermäßigem Stress verbunden und ich weiß ja jetzt, wo mich übermäßiger Stress hinführt. Stattdessen nehme ich mir Zeit. Für was? Für nichts spezielles. Ich habe entschieden, dass es vielleicht mal besser für mich ist, ganz ohne Ziele und nur in den Tag hineinzuleben. Das Leben wird mich schon irgendwo hinführen und wie sagte John Lennon so schön?

Life is what happens to you while you are busy making other plans.

Von jetzt an also kein Stress mehr, kein Druck, keine Ambitionen. Ich habe noch circa 50 Jahre auf diesem Planeten und ich muss mich nicht hetzen. Ich konzentriere mich ganz darauf diese Depression zu überwinden und wieder zufrieden mit mir und meinem Leben zu sein. Wenn es mir gut geht, wird auch alles andere viel leichter sein und wer weiß, vielleicht ergeben sich ja auch einfach so Dinge, von denen ich nie zu träumen wagte.

Es ist an der Zeit etwas Neues auszuprobieren. Es ist die perfekte Zeit mir ein neues Hobby zu suchen. Nur weiß ich noch nicht, was das sein könnte. Ich lasse es einfach auf mich zukommen. Irgendwas werde ich schon finden, das mir die Freude am Leben zurück bringt. Bis dahin mache ich weiterhin viele Spaziergänge, fahre ziellos mit dem Bus durch die Gegend und lerne langsam meine Gesellschaft wieder zu genießen.

Ich weiß ja noch, wie schwer es mir fiel meinen ersten Ausflug allein zu machen: ins Pergamonmuseum. Es fiel mir wirklich schwer, das Alleinsein zu genießen, da nur negative Gedanken und Leere in mir hochkamen. Mittlerweile ist es besser geworden. Ich habe mich wieder an mich gewöhnt und ich nehme ja auch keine Medikamente mehr, die diese schlechten Gefühle zu großen Teilen ausgelöst haben.

Ich möchte aufhören, mich im Kreis zu drehen. Ich möchte Schritt für Schritt mein Leben verbessern und ich möchte wieder ganz neu anfangen. Dazu muss ich meine Lebensumstände nicht komplett über den Haufen werfen, sondern viel mehr lernen, mich damit in einer positiven Weise zu arrangieren. Ausziehen werde ich nicht. So viel weiß ich mittlerweile. Was aber sonst noch so ansteht, steht in den Sternen und wird sich mir sicher zur richtigen Zeit offenbaren. Ich versuche wieder Vertrauen in das Leben zu haben und mich darauf zu verlassen, dass alles gut werden wird.