Moin, ihr Seiten. Ich bin immer noch im Zweifel-und-Grübel-Modus. Obwohl die Sonne scheint und ich keinen Grund zu schlechter Laune habe, bin ich geknickt. Vor allem bin ich wütend auf mich selbst und fühle mich unzulänglich.

Nachdem ich Wishcraft gelesen habe, möchte ich mir eigentlich einen tollen Masterplan zur Erreichung all meiner Ziele erstellen. Nur scheitere ich dabei an dem ersten Punkt. Der Auswahl der Ziele. Ich verzettel mich. Ich kann mich nicht entscheiden. Ich weiß nicht, was es ist, das mich wirklich glücklich machen würde. Ich will heute dies und morgen das. Ich mag mich nicht festlegen.

So wie es ist, gefällt es mir nicht. Andererseits ist es aber auch irgendwie okay und könnte ja eigentlich auch so viel schlimmer sein. Ich bin mir zum Beispiel sicher, dass ich Arabisch lernen möchte. Gleichzeitig bin ich mir aber sicher, dass ich dafür nicht 4x die Woche um 6 aufstehen will.

Dann denke ich wieder, meine Priorität sollte darauf liegen, einen Job zu finden, der mich erfüllt. Was aber, wenn es diesen Job nicht gibt? Vielleicht sollte ich doch lieber außerhalb der Uni Arabisch lernen. Das würde mir wenigstens Spaß machen. Ich weiß, dass die Sprachkurse in der Uni alles andere als spaßig sind. Ich würde es wahrscheinlich keine 3 Tage aushalten.

Vielleicht sollte ich weniger planen und mehr machen. Aber das Planen macht mir so einen Spaß. Wenn ich doch bloß nicht immer alles selber ausführen müsste. Ich würde gern für jemand Anderen etwas planen. Nur was? Und wofür?

Ich habe heute meine Bewerbung für den Trip nach Palestine abgeschickt. Deswegen denke ich wahrscheinlich die ganze Zeit an Arabisch lernen. Fakt ist aber auch, dass ich mit dem was ich mir außerhalb der Uni beigebracht habe (Memrise, Arabisch singen lernen) mehr gelernt habe, als in der Uni. Klar die Grammatik ist wichtig, aber die könnte ich vielleicht auch mit busuu lernen. Darum denke ich über eine Premium-Mitgliedschaft nach. Die aber wiederum Geld kostet.

Arbeit, Arbeit, Geld, Geld, Selbständigkeit, Job – was tue ich bloß? Erstmal Bloggen und Erdnüsse essen. Hach, wenn ich nur mit meinem Blog Geld verdienen könnte… Aber dazu müsste den erstmal irgendjemand lesen… Wenn man den ganzen selbsternannten Blogexperten Glauben schenken darf, dann will aber niemand Tagebuch-Blogs lesen. Das sehe ich ja auch an meinen Besucherzahlen. Ein Bedürfnis muss man erfüllen.

Ich wünschte, mich würde jemand dafür bezahlen, Online-Kurse zu machen. Stattdessen muss man dafür immer Geld hinblättern. Wenn man nicht gerade kostenlose Kurse macht, von denen es etliche gibt, die aber immer in irgendeiner Form eingeschränkt sind.

Wahrscheinlich sollte ich nicht so streng mit mir sein und vor allem aufhören, mich mit Anderen zu vergleichen. Ich habe ein hartes Jahr hinter mir, ich habe eine längere Krankheitsphase hinter mir und ich muss meine Wünsche nicht innerhalb von 2 Wochen in die Tat umsetzen. Die Reise nach Palästina ist schon ein großer Schritt. Über einen Jobwechsel nachzudenken ist ein großer Schritt. Mich selbständig machen zu wollen ist ein riesengroßer Schritt, der mich wieder in den Ruin treiben könnte.

Also kein Wunder, dass ich Panik habe, führt mich doch all dies raus aus meiner Komfortzone. Ich weiß allerdings auch nicht, wie meine Komfortzone aussieht. Ich würde mir so gerne meinen idealen Tag ausmalen, nur komme ich damit kein Stück voran. Wer weiß schon, was ideal ist, was perfekt wäre? Ich jedenfalls nicht, offensichtlich.

Leider gibt es im Deutschen keine Redewendung mit der man es so schön sagen könnte, wie im Englischen: Beating myself up! Das tue ich pausenlos und damit muss ich aufhören. Es muss in dieser Welt Raum geben für meine Selbstverwirklichung, auch wenn ich nicht weiß, wie diese aussehen soll. Ganz oben auf meiner Liste steht jedenfalls Gesangsunterricht und Arabisch lernen. Wenn man mal von den beruflichen Quereleien absieht.

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