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Commitment | Freitag, 01. September 2017

Moin, ihr Seiten. Ich feiere Jubiläum. Ein Jahr lang schreibe ich nun meine Morgenseiten in dieses Blog. Mal fällt es leichter, mal fällt es schwerer, oft sind es nur Belanglosigkeiten, die ich von mir gebe, aber manchmal auch tiefsinnige Gedanken. Je nach Tagesverfassung. Heute fühle ich mich eher nach Belanglosigkeiten, denn der Alltag hat mich wieder.

Mit meinem Alltag bin ich nach wie vor unzufrieden. Ich lebe immer noch nicht das Leben meiner Träume, wenngleich ich versuche mich dem anzunähern. Langsam und kontinuierlich, immer einen Schritt nach dem anderen. So richtig angekommen in der Routine bin ich allerdings noch nicht und ich hoffe, das werde ich auch so schnell nicht. Ich möchte schließlich ein ausgefüllteres und abwechslungsreicheres Leben, als ich es vorher hatte.

Das gelingt mir zur Zeit ganz gut. Ich versuche mich beschäftigt zu halten. Nicht zu viel nachzudenken. Denn wenn ich mich ruhigen Momenten hingebe, beginnen meine Gedanken wieder um die Aussichtslosigkeit meiner Situation zu kreisen. Ich möchte jetzt aber keine wichtigen Entscheidungen treffen und so versuche ich die sich einstellende Trübsinnigkeit immer wieder beiseite zu schieben.

Da die Optionen, die ich momentan habe, mir allesamt nicht gefallen, versuche ich die endgültige Lösung aufzuschieben, bis ich wieder klarer sehen kann. Ich spekuliere darauf, dass sich etwas ergibt, das ich momentan noch nicht absehen kann. Das wird vielleicht nicht gleich morgen sein, aber irgendwann wird sich bestimmt eine Gelegenheit bieten all das Elend hinter mir zu lassen, die ich freudig ergreifen kann.

Derweil versuche ich durchzuhalten und mein Leben im Rahmen der aktuellen Gegebenheiten auszukosten. Das Leben ist ja eigentlich immer scheiße, wenn man es so sehen will und es gibt stets genug Dinge, über die man sich beschweren kann. Wirkliche Dankbarkeit über das, was man hat, zu empfinden, fällt schwer, wenn man sich einer Armada an Angeboten gegenübersieht.

Mein größtes Problem ist, dass ich mich nicht in Stücke reißen und an mehreren Orten gleichzeitig sein kann. Ich möchte mich nicht auf nur eine Sache festlegen. Vor allem nicht nach dem Desaster, das ich erlebt habe, nachdem ich mich das letzte Mal kompromisslos auf eine Sache eingelassen habe. Ich dachte, ich hätte DAS Richtige gefunden, das ich für den Rest meines Lebens möchte. Die Realität hat mich eines Besseren belehrt und nun weiß ich nicht, was ich möchte.

Vorstellen kann ich mir vieles. Festlegen will ich mich nicht. Lieber noch ein bisschen die Unabhängigkeit genießen, die ich habe, denn vielleicht werde ich sie schon schneller los sein, als ich mir jetzt ausmalen kann. Denn ich lebe die momentane Flexibilität nur unter Vorbehalt, gezwungenermaßen und wenn meine Gelegenheit kommt, werde ich zupacken und mich voll und ganz auf etwas Neues verbindliches einlassen und dem die Priorität in meinem Leben geben.

Published in2017

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