Moin, ihr Seiten. Die halbe Woche ist schon wieder rum. Gestern habe ich mir eine App installiert, mit der man die Stimmung tracken kann. Ich bin nämlich traurig, dass diese Studie vorbei ist, an der ich teilgenommen habe, bei der jeden Tag nach Stimmung etc. gefragt wurde. Deshalb dachte ich, ich könnte ja mein Schicksal an die Hand nehmen und meine Stimmung selbst tracken.

Ich bin schon sehr gespannt, was da raus kommt. So eine Statistik zu sehen, mit Informationen zu Laune und Aktivitäten ist schon spannend. Mir macht es jedenfalls großen Spaß mir solche Sachen anzuschauen.

Heute ist meine Stimmung zwar besser, aber insgesamt bin ich noch nicht wieder auf der Höhe. Ich frage mich, ob ich das jemals sein werde bzw. was passieren müsste, damit ich mich mal eine längere Zeit am Stück kontinuierlich gut fühlen würde. Mich kotzt einfach alles so an und das wiederum nervt mich.

Es ist schon nicht einfach und es hilft auch nicht wirklich, der guten alten Zeit nachzutrauern und daran zu denken, wie gut es mir früher ging. Das mache ich nämlich permanent. Ich vergleiche mich mit einem Phantom, das in meiner Erinnerung wahrscheinlich so verzerrt ist, wie es in Wirklichkeit niemals war.

Trotzdem fühle ich mich so, als wäre im Vergleich zu früher etwas verloren gegangen, ich weiß aber nicht, was es ist und wie ich es zurück bekommen kann. Ist es die Sorglosigkeit? Der Glaube daran, dass alles gut wird und ich alles schaffen kann? Der Glaube an das Gute in der Welt?

Ich habe definitiv das große Ganze aus dem Blick verloren. Ich habe kein Ziel mehr. Vielleicht fehlt mir dadurch der Antrieb. Meine Wünsche sind nicht stark genug, um meinen Hintern in Bewegung zu bringen. Eigentlich ist mir alles relativ gleichgültig und ich krieche von Tag zu Tag. Zwischenzeitlich ist ja immer wieder alles okay.

Es sind nur diese immer wiederkehrenden Momente. Dieses „Soll das alles sein?“, „Wird es jetzt immer so bleiben?“ und „Warum ich?“.

Früher dachte ich immer, man könnte mit dem, was man liebt, Geld verdienen. Ich dachte, ich gehöre zu den Menschen, die etwas finden, was ihnen Erfüllung verschafft. Mittlerweile habe ich resigniert. Es gibt nichts mehr, was ich genug lieben würde, um mit dieser Beschäftigung glücklich zu werden. Ich weiß nicht, was das sein soll.

Eigentlich möchte ich vielerlei Dinge auszuprobieren, aber ich bin jetzt in einem Alter, in dem man sich festlegen muss. Schließlich möchte ich auch ein vernünftiges Einkommen haben und eigentlich auch nicht länger 10€/h Jobs machen.

Ich sehe keine offenen Türen mehr, um mal ein Fazit zu ziehen. Sie sind alle verschlossen. Ich weiß nicht, was dahinter steckt, aber ich muss eine Wahl treffen. Eine folgenschwere Entscheidung.

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