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Gönn dir, Brudi | Samstag, 29. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Ich bin mal wieder viel zu früh wach geworden und denke über den Sinn des Lebens nach. Nebenbei höre ich ein Interview mit dem erfolgreichsten deutschen Pokerspieler und lasse mir mal wieder meine Bedeutungslosigkeit vor Augen führen. Ich denke nach wie vor darüber nach, welchen Beitrag ich leisten kann, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen, tappe aber immer noch absolut im Dunkeln.

Ich fühle mich sinnlos und überflüssig. Ich habe versucht, meine Ansprüche runterzuschrauben und nicht mehr so viel von mir zu verlangen, aber es gelingt mir nicht recht. Ich bin nun 28 Jahre alt und habe immer noch keine 25 Millionen Euro verdient. Ich muss ein Versager sein.

Jetzt muss ich mir überlegen, wie mein Versager-Leben weiter gehen soll. Ich will auch endlich mal auf die Überholspur. Man kriegt leicht das Gefühl, das allen Anderen der Erfolg nur so zufliegt, während man selbst nichts vom Kuchen abkriegt. Natürlich ist es der Sache keineswegs dienlich, sein Leben mit 24-jährigen Poker-Millionären zu vergleichen. Warum bloß werden einem solche Geschichten andauernd unter die Nase gerieben?

Mich inspiriert das nur dazu, den Kopf in den Sand zu stecken und zu resignieren. Ich möchte doch dankbar sein und zufrieden mit dem, was ich habe. Das ist doch nicht nichts. Heute zum Beispiel steht mir der ganze Tag zur freien Verfügung. Allein der Gedanke daran deprimiert mich unendlich.

Ich sollte froh und glücklich sein, dass ich endlich Zeit habe, das zu machen, was ich möchte. Bin ich aber nicht, denn es gibt nichts, was ich wirklich möchte. Ich will mich aber auch nicht dazu zwingen müssen irgendetwas Spaßiges zu tun. Wo bleibt denn da der Spaß?

Nun ja. Ich gönne mir heute mal die schlechten Gefühle und tauche ganz tief in das Tal des Jammerns. Gute Laune wird völlig überbewertet. Der Mensch ist nicht dazu geschaffen, ewig gut gelaunt durch die Gegend zu hüpfen. Mit guter Laune würde ich mich auch viel zu weit aus meiner Komfortzone rausbewegen, wo ich es mir doch mit der Negativität so heimelig gemacht habe.

In drei Jahren werde ich mich an den heutigen Tag sowieso nicht mehr erinnern, also kann ich ihn auch gleich vergessen. Bis zu meiner Reise halte ich einfach die Zehen still und lasse mich nicht aus der Ruhe bringen. Die schlechten Angewohnheiten werde ich so schnell nicht los, also muss ich mich wohl oder übel mit ihnen arrangieren. Irgendwann werden sie von allein weggehen.

Published in2017

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