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Ich bin hier und kann nicht weg | Dienstag, 18. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Es ist so schwer. So schwer und ich habe das alles so satt! Ich habe absolut keine Lust mehr auf diese schlechte Laune und ich weiß langsam nicht mehr, was ich noch dagegen tun soll. Ich kann mir gar nicht so viel Gutes tun, wie ich bräuchte, um mit dieser Scheiße fertig zu werden. Ich will einfach nur noch raus aus meiner Haut. Es stresst mich so unendlich.

Da ist dieser riesige rosa Elefant in meinem Raum und ich versuche die ganze Zeit ihn auszublenden und nicht an ihn zu denken, aber es gelingt mir natürlich nicht. Wie auch, wenn er so omnipräsent ist? Ich will einfach nur meinen Frieden finden und wieder Kraft tanken, um die ganzen Probleme in meinem Leben anzugehen, aber ich schaffe es nicht. Ich fühle mich wie ein Idiot, weil mir schon wieder alles so nahe geht und ich es nicht hinkriege mich von den Sachen, die schlecht für mich sind, zu distanzieren.

Ich hoffe einfach nur darauf, dass die Zeit es richten wird, dass morgen schon alles besser aussieht, aber so langsam kann ich nicht mehr daran glauben. Bin ich für ewig verdammt, in diesem Zirkel festzuhängen?

Ich kann noch nicht einmal erklären, was mit mir los ist. Andere Leute haben auch Probleme. Vielen geht es schlechter als mir und doch sind diese Gedanken einfach nicht tröstlich. Es ist scheiße, aber es ist meine Scheiße. Ich habe mir die Suppe eingebrockt, ich muss sie auch auslöffeln. Nur wie? Nur wie? frage ich mich.

Ich habe mir gestern Katzenvideos reingezogen, um mich abzulenken. Geholfen hat es nicht. Meine Bewerbung zu schreiben hat mich so unendlich viel Überwindung gekostet, obwohl ich letzten Endes nicht einmal eine halbe Stunde dafür gebraucht habe.

Es ist eigentlich alles gar nicht so schwer. Es erscheint mir nur so. Das weiß ich auch. Dennoch ist dieses Wissen weder tröstlich noch hilfreich. Denn ich kann ja nicht raus aus meiner Haut. Ich weiß, dass mit einer positiven Einstellung alles gleich viel leichter wäre. Ich könnte Sachen wieder genießen, die Dinge würden wieder mehr Spaß machen.

Nur komme ich zur Zeit ums Verrecken nicht in diesen Modus und wenn dann nur kurzzeitig, für eine halbe Stunde sieht die Welt dann vielleicht mal besser aus, bevor sie wieder im grauen Nebel verschwindet. Was für ein Mist! Aber immerhin. Immerhin schaffe ich es für kurze Momente mich aus der schlechten Laune zu befreien. Das gelingt mir oft nur mit großer Gedankenanstrengung. Ich muss meine Situation umdefinieren und versuchen mich mit ihr zu arrangieren.

Akzeptieren, wo, wie und wer ich bin. Akzeptieren, dass es schwer ist. Geduldig und nachsichtig mit mir sein. Ja, ich habe den falschen Weg gewählt. Ja, ich habe schlechte Entscheidungen getroffen. Aber ich bin jetzt hier und ich kann nicht weg. Bei meinen Bemühungen etwas zu verändern, drehe ich mich nur im Kreis und komme keinen Schritt voran, denn das Problem sind nicht die Umstände. Das Problem ist meine Einstellung.

Wenn ich morgen an einer anderen Stelle in diesem Universum aufwachen würde, vielleicht sogar in einem anderen besseren Leben, wäre ich immer noch unglücklich. Davon bin ich fest überzeugt. Vielleicht ist das aber auch ein Irrglaube und es würde mich doch wesentlich weiterbringen, mein Leben radikal zu verändern. Vielleicht sind doch die Umstände schuld und nicht ich.

Ich habe mir die Haltung zu eigen gemacht, dass ich der Kapitän auf diesem Schiff bin und allein für dessen Fahrt verantwortlich bin. Das wird einem schließlich von allen Seiten empfohlen. Sei kein Opfer. Du hast dein Leben selbst in der Hand. Nun kann aber der Kapitän nichts dafür, wenn ein Sturm aufzieht. Klar, er kann sich dafür entscheiden, wie er mit der Situation umgeht, ob er die Crew in den sicheren Hafen lenkt oder ob er sie in den Untergang führt. Aber den Sturm interessiert das wenig.

So ist es auch in meinem Leben. Ich möchte mich nicht als Opfer fühlen und die Verantwortung für mein Glück und Wohlbefinden auf Andere abwälzen. Aber der riesige rosa Elefant ist einfach mal da und dominiert meine Gedanken. Das habe ich mir nicht ausgesucht! Die Situation, in der ich mich befinde, Krankheit, nerviger Job, unbefriedigende Wohnsituation habe ich mir nicht mit allen Konsequenzen ausgesucht.

Ich brauche Geld für den Lebensunterhalt, deswegen muss ich arbeiten gehen. Ich bin mit dem Alleinleben nicht klargekommen und habe mich deswegen dagegen entschieden. Und die Krankheit habe ich mir beim besten Willen nicht ausgesucht. Es ist so wie es ist und wer garantiert mir denn, dass die Entscheidungen, die ich morgen treffen werde, besser sind, als die von gestern? Ich kann nicht vor mir selbst davon laufen, ich werde mich immer dafür fertig machen, dass ich mein Leben nicht unter Kontrolle habe. Dabei habe ich auf soo viele Dinge einfach gar keinen Einfluss und ich muss lernen, das zu akzeptieren und mich deswegen nicht runter zu machen.

Published in2017

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