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Leben in Frieden | Sonntag, 27. August 2017

Moin, ihr Seiten. Nach zwei Wochen ohne Computer fällt es schwer, die Gewohnheit der Morgenseiten wieder aufzunehmen. Während meines Urlaubs hatte ich wenig Zeit zu reflektieren, was wirklich gut war. Ich hoffe, dass ich jetzt nicht wieder in alte Gewohnheiten verfalle, sondern es schaffe, mich beschäftigt zu halten. Wenig Zeit am Computer zu verbringen und stattdessen das Leben zu genießen, tut gut.

Entsprechend viel habe ich mir auch vorgenommen. Auf jeden Fall werde ich ab sofort jede Woche zu den Arabischlerntreffen gehen. Ich will die richtige Sprache lernen, um mit Menschen kommunizieren zu können und die Hochsprache nicht unbedingt. Die kann ich an der Uni weiter verfolgen. Dafür werde ich einen Einstufungstest machen lassen und dann wirklich hingehen.

Außerdem beginne ich Spanisch zu lernen. Da ich bereits einigermaßen Französisch spreche, sollte das nicht so schwer sein. Ich denke, in einem halben Jahr kann ich damit ganz gute Fortschritte erzielen. Das wird viel einfacher als Arabisch, das ich nun schon seit 3 Jahren lerne und immer noch nicht fließend beherrsche.

Ich denke aber auch, dass ich den Fokus falsch gesetzt habe. Wenn ich mich nun primär auf den Dialekt konzentriere, werde ich mich auch hier schon in wenigen Monaten gut ausdrücken können. Wenn ich noch länger in Palästina geblieben wäre, hätte ich bestimmt in kurzer Zeit große Fortschritte gemacht. Nun zum Glück gibt es auch genug Muttersprachler in Berlin mit denen ich üben kann, nicht zuletzt in meinem Haushalt.

A propos Haushalt. Nach meiner Reise bei der ich zunächst mit 5 Personen eine Wohnung geteilt habe und dann eine winzig kleine, in der wir zu dritt waren, kommt mir meine Einzimmer-Wohnung nun auf einmal unfassbar groß vor. Eine weitere große Erleichterung war es, in Berlin am Flughafen Polizisten zu sehen, die keine riesigen Waffen mit sich herum tragen.

Wir sind hier in Europa und Krieg, Gewalt und Terror sind unendlich weit weg. Das sollten wir niemals vergessen. Bei uns werden keine 13-jährigen Jungs erschossen, weil sie ein medizinisches Gerät tragen, das versehentlich für eine Waffe gehalten werden könnte. Bei uns gibt es keine Checkpoints mit bewaffneten Soldaten, die nach Lust und Laune Leute aus dem Verkehr ziehen, verhören und durchsuchen. Bei uns herrscht kein Militärrecht, wie in der Shuhada-Straße und es kommen auch nicht mitten in der Nacht Soldaten in dein Haus. Zu Übungszwecken.

Published in2017

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