Moin, ihr Seiten. Heute war ein wahrlich anstrengender Tag. Ich bin völlig knülle und mag gar nichts mehr machen. Vor allem nicht eisgekühlter Bommerlunder hören. Das erträgt ja kein Mensch. Auch meine Emails möchte ich mir eigentlich heut gar nicht mehr angucken. Es sind so viele und größtenteils nur Murks.

Aber es gab heute eine überraschende positive Nachricht. Eine Freundin aus Kolumbien ist Ende des Monats in Berlin. Das ist so toll. Ich freue mich sehr darauf, sie nach mehr als zehn Jahren wieder zu sehen. Wahnsinn wie lange die Schulzeit und das alles schon her ist. In diesem Jahr haben wir zehnjähriges Abi-Treffen. Und ich habe mein Leben immer noch nicht im Griff. Ich hoffe sehr, dass ich damit nicht die Einzige sein werde.

So langsam bin ich ja wieder auf dem richtigen Dampfer. Nächste Woche habe ich einen Beratungs-Termin bei dem Weiterbildungsinstitut meiner Wahl und da werden wir ja sehen, was die mir empfehlen. Nächste Woche habe ich außerdem einen Termin beim Zahnarzt und die Selbsthilfegruppe trifft sich.

Ich habe mir vorgenommen, da mindestens noch einmal hinzugehen, obwohl ich beim letzten Mal nicht wirklich überzeugt war. Ich bin auch nicht sicher, ob ich überhaupt eine Selbsthilfegruppe brauche. Mein Zusammenbruch ist schon ziemlich lange her und ich werde alles, was in meiner Kraft steht, tun, damit so etwas nicht wieder vorkommt.

Ich gehe brav zur Arbeit, kümmere mich um meine Angelegenheiten und verhalte mich auch sonst wie ein vorbildlicher Staatsbürger. Ich freue mich darauf die Weiterbildung in Angriff zu nehmen, auch wenn mich das in meinem täglichen Traumleben ein ganzes Stück ausbremsen wird.

Jeden Tag um 8.30 Uhr in die Schule zu gehen, das hatte ich schon lange nicht mehr und das entspricht nicht meinen Vorstellungen von einem entspannten Tag. Wie gesagt gefällt es mir persönlich am besten, wenn ich erst nachmittags das Haus verlassen muss. Aber für eine begrenzte Zeit werde ich das wohl aushalten können und es ist ja auch eine große Investition in eine bessere Zukunft.

Ja, ich jammere auf hohem Niveau. Aber ich möchte einfach ein Leben führen, mit dem ich jeden Tag zufrieden bin. Da gehört früh aufstehen definitiv nicht dazu. Beziehungsweise ist frühes Aufstehen schon okay, aber das frühe Unter-Menschen-Gehen, das sagt mir so gar nicht zu. Ich bin sehr froh, dass es in der heutigen Welt oftmals möglich ist, seinen Tag flexibler zu gestalten. Einen 9-5 Job werde ich wohl niemals machen.

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