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Miss Picky Posts

Back to Business | Samstag, 22. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Obwohl heute Samstag ist, habe ich mir viel vorgenommen. Dafür hätte ich nicht unbedingt um halb 6 aufstehen müssen, aber schlafen konnte ich auch nicht mehr. Insofern habe ich wohl das Richtige getan. Mein neuer Laptop befindet sich seit gestern in meinem Besitz, das heißt, es wird jetzt ernst: Betriebssystem installieren, Daten umziehen. Obwohl ich darauf alles andere als Lust habe.

So langsam müsste ich mich auch mal um meine Reise kümmern. Es gibt viele Fragen, die ich diesbezüglich noch klären möchte. Wie komme ich von A nach B? Wieviel Geld sollte ich mitnehmen? Was für Gastgeschenke sollte ich meinen Hosts mitbringen? Erstmal werde ich mich aber dem Clown-Buch widmen.

Gestern war ein ziemlich schöner Tag. Ich hoffe, heute wird auch schön. Ich bin wieder bereit, das Leben lieb zu haben und mich darauf einzulassen, auch wenn es noch schwer fällt. Wahnsinn, wie schnell der Juli voran schreitet. 21 Tage haben wir schon hinter uns. Bleiben nur noch 10 Tage, dann ist der Monat wieder rum.

Ich habe gestern (oder vorgestern) meine monatlichen Ziele neu sortiert. Alle Web-Development-Sachen habe ich in das 4. Quartal dieses Jahres verschoben, sodass ich nun nicht mehr so viele Sachen auf der Agenda zu stehen habe und es hoffentlich endlich mal schaffe, mich wieder um meinen Busuu-Kurs zu kümmern. Den habe ich nämlich bestimmt schon einen ganzen Monat nicht angeschaut.

Ich ärgere mich ein wenig, dass facebook auf meinem Handy nicht mehr geht. Ich überlege nämlich noch, was ich an technischen Geräten auf meine Reise mitnehmen soll. Eigentlich steht mir der Sinn danach alles zu Hause zu lassen. Nur mit dem Handy bin ich wahrscheinlich hinreichend ausgestattet. Eine lokale Sim-Karte werde ich mir vor Ort holen, das habe ich schon entschieden. Sicher ist sicher. Ohne Internet würde ich mich einfach nicht wohlfühlen.

Aber den Laptop und das iPad möchte ich eigentlich schon gerne zu Hause lassen. Nur doof, wenn ich dann kein facebook habe. Ich komme ja so ganz gut ohne facebook auf dem Handy aus, aber nur, weil ich jeden Tag über den Computer reinschaue. Ganz ohne facebook, auf einer Reise bei der ich vielleicht Fotos posten möchte, das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.

Eine langweilige mittelmäßige Existenz | Freitag, 21. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Draußen gibt es großes Tatütata aus mir unbekannten Gründen. Außerdem knallt die Sonne. Das ist gut, wir haben ja schließlich Sommer. Ich habe mich gestern entschieden doch keine Umschulung als Bademeister zu machen, sondern mich stattdessen als Clown weiterzubilden. Dazu habe ich mir ein Buch besorgt, das ich am Wochenende lesen werde und melde mich zu einem Workshop im September an.

Ich habe es satt ernst und trübsinnig zu sein. Ein paar Albernheiten werden mir sicher gut tun. Ich möchte über mich und meine Probleme lachen können, anstatt immer alles so bierernst nehmen zu müssen. Um so besser, wenn ich auch andere zum Lachen bringen kann. Wenn man sich alleine amüsiert, wirkt man immer gleich psycho. Auch ein Grund, warum ich die meiste Zeit eher ernst und trübsinnig bin. Man braucht halt Leute mit denen man lachen kann.

Von dem rosa Elefant ist nach wie vor nichts zu erwarten, außer dass er mir auf den Nerven herumtanzt. Was soll eine fiktive Figur auch anderes machen? Ich versuche mich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, was alles andere als leicht ist, aber sicher mit der Zeit immer einfacher werden wird.

Damit das mit dem Ziele setzen wieder in Gang kommt, habe ich mir für heute vorgenommen 4 Eis zu essen. Gestern habe ich nur 3 Eis geschafft und man muss sich ja jeden Tag ein bisschen steigern, um aus seiner Komfortzone rauszukommen. Irgendwann bin ich dann soweit, dass ich mehr Eis essen kann, als irgendjemand sonst auf diesem Planeten und kann daraus eine Karriere machen. Reich und berühmt will ich schließlich immer noch werden.

Ja, ich habe Lust seltsame Sachen zu erzählen und ein bisschen weird zu sein. Deswegen muss man mich noch lange nicht im Krankenhaus einliefern. Ich muss einen Weg finden, wie ich meine Kreativität gewinnbringender ausleben kann. Rumspinnen macht Spaß! Sich unmögliche Sachen vornehmen, macht Spaß! Deswegen als krank abgestempelt zu werden, macht keinen Spaß.

Vielleicht finden andere Leute es komisch, wenn ich 4 Vereine gründen will (was ich nie wollte und entsprechend nicht verstehe, wie diese Aussage ihren Weg in meine Krankenakte fand), für mich ist das aber völlig normal. Ein ehrenwertes Ziel geradezu. Auf jeden Fall war ich immer gut beschäftigt und habe das Leben genossen. Das hätte ich gern wieder. Ganz ohne Wahnsinn wird es vielleicht nicht gehen, aber wer will schon eine langweilige mittelmäßige Existenz führen? Ich jedenfalls nicht!

Grenzgängerin | Donnerstag, 20. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Jetzt bin ich also frei. Phase 1 meines lebensverändernden Plans ist erreicht. Ich gebe nun keinen Tanzunterricht mehr. Ich bin mehr als gespannt, wie das werden wird. Nun muss ich mir einen neuen sportlichen Ausgleich suchen und zwar einen, der MIR gut tut und bei dem nicht meine Schülerinnen im Mittelpunkt stehen. Schülerinnen habe ich jetzt nicht mehr.

Erstmal werde ich gar nichts machen. So viel steht fest. Denn ich habe keine Lust mir ein Hobby zu suchen. Ich habe Lust in den Tag hinein zu leben und mich gut zu fühlen. Noch bin ich aber nicht an diesem Punkt. Der rosa Elefant ist immer noch omnipräsent und die Stimmung ist allgemein schlecht. Dagegen kommt auch das gute Wetter nicht an. Sollte es heute nicht eigentlich regnen und grau werden?

Ich habe keine Lust mehr mir Gedanken darüber zu machen, warum es mir schlecht geht. Dabei kommt ja doch nichts sinnvolles rum. Ich habe Lust mich abzulenken und Dinge zu machen, die MIR gut tun, auch wenn ich nicht so recht weiß, was das sein könnte.

Gestern habe ich eine Klassenkameradin getroffen, die ich seit 10 Jahren nicht gesehen habe und es hat mir richtig gut getan, damit anzugeben, wieviel Scheiße in meinem Leben passiert ist. Angeben ist vielleicht nicht die edelste Tat, der man sich widmen kann. Aber es hat mir gezeigt, dass ich doch irgendwie stolz auf mein Leben sein kann.

Ich habe Dinge getan, Dinge gewagt, die andere Leute sich niemals trauen würden. Ich habe Sachen erlebt, die andere Leute sich nicht einmal vorstellen wollen. Es war zwar rückblickend betrachtet alles andere als gut, aber es waren auch große Herausforderungen, denen ich mich gestellt habe und es ist eigentlich kein Wunder, dass ich daran zerbrochen bin.

Was ich meiner Psyche abverlangt habe, hat mich in den Wahnsinn getrieben. Aber Wahnsinn ist gar nicht so schlimm, das weiß ich mittlerweile. Es gibt viele Dinge, die viel schlimmer sind, zum Beispiel dahinvegetieren und keinen Lebensinhalt haben. Auch diese Erfahrung durfte ich machen.

Es wird also Zeit für einen neuen Lebensinhalt. Einen, der mein Leben besser macht, mich herausfordert und an meine Grenzen bringt. Denn ich LIEBE es an meine Grenzen zu gehen. Ich LIEBE es über mich hinauszuwachsen. Das ist das, worauf es mir immer ankam, dass ICH mich weiterentwickle, die äußeren Resultate sind nur zweitranging, obwohl sie es natürlich sind, die mir die Motivation geben mich immer wieder aus meiner Komfortzone raus zu bewegen.

Grenzen sind nur temporär. Gefühle sind vergänglich und Glück ist ein Nebenprodukt eines erfüllten Lebens. Nicht umgekehrt. Ich strebe nicht nach Glück. Ich strebe nicht nach guten Gefühlen. Ich strebe danach eins mit mir selbst zu sein und mir das Beste abzuverlangen, dessen ich in der Lage bin. Power dich aus, das tut dir gut, sagen alle, wenn es um Sport geht. Wenn es um die persönliche Entwicklung und das Nervenkostüm geht, heißt es aber komischerweise immer, man solle sich schonen und nachsichtig mit sich sein.

Klar muss ein Zusammenbruch vermieden werden. Das ist auch beim Sport so. Aber ich habe mich immer am lebendigsten gefühlt, wenn ich an meine Grenzen gegangen bin, wenn es schwer war und der Ausgang ungewiss. Diese Momente waren selten schön, aber sie haben mir doch wesentlich mehr gegeben als auf der Couch hocken und Eis essen.

Zum Positiven verändern | Mittwoch, 19. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Ich habe mich wieder einigermaßen beruhigt. Aber der Weg dahin war alles andere als leicht. Ich habe gestern zu mir gesagt, ich will nicht mehr krampfhaft versuchen die Situation unter Kontrolle zu bekommen, sondern mich zurücklehnen und beobachten, wie sich mein Leben von alleine wieder sortiert. Und siehe da, es funktioniert! Der erste Knoten ist bereits geplatzt. Hoffen wir nun, dass der Rest sich auch verbessern wird.

Schließlich möchte ich mich wieder stark und sicher fühlen, um meine wichtigste Herausforderung (die Selbständigkeit) wieder angehen zu können. Momentan gönne ich mir noch Urlaub in meiner Komfortzone, auch wenn es dort zur Zeit alles andere als komfortabel aussieht. Langsam und Schritt für Schritt richte ich es mir dort wieder gemütlicher ein.

Heute findet mein letzter Tanzunterricht statt. Ich freue mich schon sehr darauf. Endlich kann ich mit dieser Sache abschließen und meinen Blick nach vorne richten. Die Bewerbung für den neuen alten Job ist auch raus. Hoffen wir, dass sie von Erfolg gekrönt sein wird und ich bald wieder meine Zeit in der Bibliothek verbringen kann.

Es ist jetzt auch nur noch eine Woche ehe ich wieder auf meinem Landsitz einziehe. Ich bin sicher, dass mir das gut tun wird. Mal ein bisschen andere Luft schnuppern und raus aus dem Mief der Großstadt. Zeit mit meiner Katze verbringen.

Ja, momentan ist immer noch alles schwer. Tiefe Umwälzungen gehen in meiner Seele vor sich und ich hoffe, dass ich gestärkt daraus hervorgehe und mich zum Positiven verändere. Das ist so überfällig!

Ich bin hier und kann nicht weg | Dienstag, 18. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Es ist so schwer. So schwer und ich habe das alles so satt! Ich habe absolut keine Lust mehr auf diese schlechte Laune und ich weiß langsam nicht mehr, was ich noch dagegen tun soll. Ich kann mir gar nicht so viel Gutes tun, wie ich bräuchte, um mit dieser Scheiße fertig zu werden. Ich will einfach nur noch raus aus meiner Haut. Es stresst mich so unendlich.

Da ist dieser riesige rosa Elefant in meinem Raum und ich versuche die ganze Zeit ihn auszublenden und nicht an ihn zu denken, aber es gelingt mir natürlich nicht. Wie auch, wenn er so omnipräsent ist? Ich will einfach nur meinen Frieden finden und wieder Kraft tanken, um die ganzen Probleme in meinem Leben anzugehen, aber ich schaffe es nicht. Ich fühle mich wie ein Idiot, weil mir schon wieder alles so nahe geht und ich es nicht hinkriege mich von den Sachen, die schlecht für mich sind, zu distanzieren.

Ich hoffe einfach nur darauf, dass die Zeit es richten wird, dass morgen schon alles besser aussieht, aber so langsam kann ich nicht mehr daran glauben. Bin ich für ewig verdammt, in diesem Zirkel festzuhängen?

Ich kann noch nicht einmal erklären, was mit mir los ist. Andere Leute haben auch Probleme. Vielen geht es schlechter als mir und doch sind diese Gedanken einfach nicht tröstlich. Es ist scheiße, aber es ist meine Scheiße. Ich habe mir die Suppe eingebrockt, ich muss sie auch auslöffeln. Nur wie? Nur wie? frage ich mich.

Ich habe mir gestern Katzenvideos reingezogen, um mich abzulenken. Geholfen hat es nicht. Meine Bewerbung zu schreiben hat mich so unendlich viel Überwindung gekostet, obwohl ich letzten Endes nicht einmal eine halbe Stunde dafür gebraucht habe.

Es ist eigentlich alles gar nicht so schwer. Es erscheint mir nur so. Das weiß ich auch. Dennoch ist dieses Wissen weder tröstlich noch hilfreich. Denn ich kann ja nicht raus aus meiner Haut. Ich weiß, dass mit einer positiven Einstellung alles gleich viel leichter wäre. Ich könnte Sachen wieder genießen, die Dinge würden wieder mehr Spaß machen.

Nur komme ich zur Zeit ums Verrecken nicht in diesen Modus und wenn dann nur kurzzeitig, für eine halbe Stunde sieht die Welt dann vielleicht mal besser aus, bevor sie wieder im grauen Nebel verschwindet. Was für ein Mist! Aber immerhin. Immerhin schaffe ich es für kurze Momente mich aus der schlechten Laune zu befreien. Das gelingt mir oft nur mit großer Gedankenanstrengung. Ich muss meine Situation umdefinieren und versuchen mich mit ihr zu arrangieren.

Akzeptieren, wo, wie und wer ich bin. Akzeptieren, dass es schwer ist. Geduldig und nachsichtig mit mir sein. Ja, ich habe den falschen Weg gewählt. Ja, ich habe schlechte Entscheidungen getroffen. Aber ich bin jetzt hier und ich kann nicht weg. Bei meinen Bemühungen etwas zu verändern, drehe ich mich nur im Kreis und komme keinen Schritt voran, denn das Problem sind nicht die Umstände. Das Problem ist meine Einstellung.

Wenn ich morgen an einer anderen Stelle in diesem Universum aufwachen würde, vielleicht sogar in einem anderen besseren Leben, wäre ich immer noch unglücklich. Davon bin ich fest überzeugt. Vielleicht ist das aber auch ein Irrglaube und es würde mich doch wesentlich weiterbringen, mein Leben radikal zu verändern. Vielleicht sind doch die Umstände schuld und nicht ich.

Ich habe mir die Haltung zu eigen gemacht, dass ich der Kapitän auf diesem Schiff bin und allein für dessen Fahrt verantwortlich bin. Das wird einem schließlich von allen Seiten empfohlen. Sei kein Opfer. Du hast dein Leben selbst in der Hand. Nun kann aber der Kapitän nichts dafür, wenn ein Sturm aufzieht. Klar, er kann sich dafür entscheiden, wie er mit der Situation umgeht, ob er die Crew in den sicheren Hafen lenkt oder ob er sie in den Untergang führt. Aber den Sturm interessiert das wenig.

So ist es auch in meinem Leben. Ich möchte mich nicht als Opfer fühlen und die Verantwortung für mein Glück und Wohlbefinden auf Andere abwälzen. Aber der riesige rosa Elefant ist einfach mal da und dominiert meine Gedanken. Das habe ich mir nicht ausgesucht! Die Situation, in der ich mich befinde, Krankheit, nerviger Job, unbefriedigende Wohnsituation habe ich mir nicht mit allen Konsequenzen ausgesucht.

Ich brauche Geld für den Lebensunterhalt, deswegen muss ich arbeiten gehen. Ich bin mit dem Alleinleben nicht klargekommen und habe mich deswegen dagegen entschieden. Und die Krankheit habe ich mir beim besten Willen nicht ausgesucht. Es ist so wie es ist und wer garantiert mir denn, dass die Entscheidungen, die ich morgen treffen werde, besser sind, als die von gestern? Ich kann nicht vor mir selbst davon laufen, ich werde mich immer dafür fertig machen, dass ich mein Leben nicht unter Kontrolle habe. Dabei habe ich auf soo viele Dinge einfach gar keinen Einfluss und ich muss lernen, das zu akzeptieren und mich deswegen nicht runter zu machen.

Vertrauen in das Leben | Montag, 17. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Neue Woche, neues Glück oder wie heißt es? Glück brauche ich ja am allermeisten. Ich habe mich jetzt bei meinem alten Job beworben und ich hoffe sehr, dass es klappt und ich dort wieder einsteigen kann. Damit habe ich meinen Ziel- und Zeitplan noch einmal deutlich lockerer gestrickt. Ich nehme mir mindestens die nächsten 2 Jahre Zeit, um wieder mit meinem Leben klarzukommen. Ich denke, ich werde auch zum Wintersemester wieder in die Uni gehen und mein Studium fortsetzen.

Alles ist gut. Ich muss mich nicht unter Druck setzen und ich muss die Selbständigkeit nicht noch in diesem Jahr durchpeitschen. Das wäre nur mit übermäßigem Stress verbunden und ich weiß ja jetzt, wo mich übermäßiger Stress hinführt. Stattdessen nehme ich mir Zeit. Für was? Für nichts spezielles. Ich habe entschieden, dass es vielleicht mal besser für mich ist, ganz ohne Ziele und nur in den Tag hineinzuleben. Das Leben wird mich schon irgendwo hinführen und wie sagte John Lennon so schön?

Life is what happens to you while you are busy making other plans.

Von jetzt an also kein Stress mehr, kein Druck, keine Ambitionen. Ich habe noch circa 50 Jahre auf diesem Planeten und ich muss mich nicht hetzen. Ich konzentriere mich ganz darauf diese Depression zu überwinden und wieder zufrieden mit mir und meinem Leben zu sein. Wenn es mir gut geht, wird auch alles andere viel leichter sein und wer weiß, vielleicht ergeben sich ja auch einfach so Dinge, von denen ich nie zu träumen wagte.

Es ist an der Zeit etwas Neues auszuprobieren. Es ist die perfekte Zeit mir ein neues Hobby zu suchen. Nur weiß ich noch nicht, was das sein könnte. Ich lasse es einfach auf mich zukommen. Irgendwas werde ich schon finden, das mir die Freude am Leben zurück bringt. Bis dahin mache ich weiterhin viele Spaziergänge, fahre ziellos mit dem Bus durch die Gegend und lerne langsam meine Gesellschaft wieder zu genießen.

Ich weiß ja noch, wie schwer es mir fiel meinen ersten Ausflug allein zu machen: ins Pergamonmuseum. Es fiel mir wirklich schwer, das Alleinsein zu genießen, da nur negative Gedanken und Leere in mir hochkamen. Mittlerweile ist es besser geworden. Ich habe mich wieder an mich gewöhnt und ich nehme ja auch keine Medikamente mehr, die diese schlechten Gefühle zu großen Teilen ausgelöst haben.

Ich möchte aufhören, mich im Kreis zu drehen. Ich möchte Schritt für Schritt mein Leben verbessern und ich möchte wieder ganz neu anfangen. Dazu muss ich meine Lebensumstände nicht komplett über den Haufen werfen, sondern viel mehr lernen, mich damit in einer positiven Weise zu arrangieren. Ausziehen werde ich nicht. So viel weiß ich mittlerweile. Was aber sonst noch so ansteht, steht in den Sternen und wird sich mir sicher zur richtigen Zeit offenbaren. Ich versuche wieder Vertrauen in das Leben zu haben und mich darauf zu verlassen, dass alles gut werden wird.

Konsequent zu mir sein | Sonntag, 16. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Der Sturm hat sich gelegt. Das Chaos in meinem Kopf lässt langsam nach. Es kommt neuer Wind in die Sache und ich habe Ideen, wie ich mein Leben verbessern kann. Ich habe jetzt entschieden, zu versuchen in meinen alten Job in der Bibliothek wieder einzusteigen, denn für die Selbständigkeit bin ich noch nicht bereit. Dieser Job war auf jeden Fall besser als das, was ich jetzt mache und ich hoffe, es wird klappen. Das wäre eine große Erleichterung.

Darüber hinaus lese ich ein Buch über Self-Compassion und hoffe, dass es mir wertvolle Anregungen geben kann, wie ich mit mir selbst besser umgehen kann. Dabei denke ich eigentlich, dass ich auch so schon ganz gut mit mir umgehe. Zumindest gebe ich mir große Mühe gut zu mir zu sein, mich nicht zu überfordern und mir nicht zu viel zuzumuten. Gelegentlich gönne ich mir etwas. Gestern zum Beispiel habe ich mir wieder einmal Sushi bestellt.

Heute gönne ich mir eine harte Chillung. Ich werde nur das tun, worauf ich Lust habe. Morgen fängt schließlich die Arbeitswoche an und darauf habe ich nun wieder gar keine Lust. Dass ich die Neun der Schwerter gezogen habe, erfüllt mich jetzt gerade nicht mit Hoffnung. Dabei ist es doch wirklich an der Zeit aus diesem Alptraum aufzuwachen. Ich möchte zuversichtlich in die Zukunft blicken und mir keine Sorgen machen müssen.

Auf den Wochenrückblick habe ich auch keine Lust. Es war eine aufregende, aufwühlende Woche und ich werde Zeit brauchen, um alles zu verarbeiten. Geschafft habe ich nichts. Zumindest habe ich nicht an meinen Zielen gearbeitet und werde das in absehbarer Zeit wahrscheinlich auch nicht tun. Wer weiß, wann ich wieder bereit bin, mich um den Ernst des Lebens zu kümmern.

Ich habe viel über Beziehungen nachgedacht. Was ich möchte, was ich nicht möchte, was ich tolerieren kann, was ich nicht tolerieren kann. Fakt ist: Ich möchte nie wieder eine schlechte Beziehung haben. Ich habe genug schlechte Erfahrungen für den Rest meines Lebens gemacht und wenn ich mich jemals wieder auf jemand neuen einlasse, dann möchte ich, dass diese Person mein Leben besser und leichter macht und nicht anstrengender und schmerzvoller.

In dieser Hinsicht konsequent zu sein, werde ich noch lernen müssen. Dessen bin ich mir sicher. Ich habe aber Hoffnung es zu schaffen und die beste Beziehung zu bekommen, die für mich möglich ist. Ich verdiene das und nichts anderes. Von allem anderen werde ich Abstand halten. Ich habe genug gelitten und ich bin nicht mehr bereit irgendwelchen Bullshit zu schlucken.

Stürmische Zeiten | Samstag, 15. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Ich bin zur Zeit akut damit beschäftigt, mich nicht wieder in einen Psychopathen zu verwandeln. Die Ereignisse der letzten Tage werfen ihre Schatten, es muss alles neu ausbalanciert werden. In meinem Kopf geht es nur hin und her und drunter und drüber. Ich nehme mir etwas vor und verwerfe es kurze Zeit später wieder. Ich bin nicht fähig eine endgültige Entscheidung zu treffen. Das muss ich aber zum Glück auch nicht.

Ich möchte sowieso alles auf mich zukommen lassen und offen für Unerwartetes sein. Das ist aber gar nicht so einfach. Meine innere Einstellung verändert sich im Stundentakt, mein Selbstverständnis und Weltbild schwankt gerade ganz stark und ich versuche einfach nur mich nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Also immer wieder das Gleichgewicht verlagern und mich flexibel auf die Kräfte einlassen, die auf mich wirken.

Es ist gerade alles sehr aufregend und ich lerne viel über mich und die Prioritäten, die ich im Leben habe. Obwohl ich äußerlich vielleicht ruhig wirke, tobt in mir ein Orkan. Es handelt sich um eine Sache, die sich zu 90% in meinem Kopf abspielt. Ich wäge ab, analysiere, versuche einen Standpunkt zu finden und verwerfe alles kurze Zeit später wieder und fange von vorne an zu grübeln.

Es hilft mir mich abzulenken und mir neuen Input zu holen. Ich muss darauf achten, mich nicht zu sehr in Kreisen zu drehen, die nirgends hinführen. Ich denke aber, dass ich es dieses Mal schaffen werde. Ich habe in den letzten Jahren viel gelernt und es ist an der Zeit das Gelernte in die Tat umzusetzen. Ja, ich schwanke, ja, ich strauchele, aber am Ende des Tages gehe ich mit aufrechtem Haupt und werde alle meine Unsicherheiten überwinden.

Andere Pläne | Freitag, 14. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Der Exkurs in meine Vergangenheit ist beendet und ich muss mich nun endgültig mit den Umständen, in denen ich zur Zeit lebe, abfinden. Es läuft halt nicht immer so wie es soll und wenn man so viele blöde Sachen macht, wie ich, dann muss man auch mit den Konsequenzen leben. Ich möchte gerne das Beste aus meinem Leben machen und das kann ich nicht, wenn ich die ganze Zeit darüber nachdenke, was alles schief gelaufen ist und wie viel toller es doch hätte sein können.

Es gibt so vieles, für das ich dankbar sein müsste. Es könnte alles noch viel viel schlimmer sein. Mir geht es eigentlich gut und ich brauche mich nicht zu beschweren. Soweit die Theorie. Mit der Praxis hadere ich noch. Aber das wird nach und nach vorbeigehen, so hoffe ich. Ich bin jetzt wieder ein vollständiger Mensch und ich kann alle meine Probleme in Angriff nehmen und mein Leben zum Besseren wenden. Das versuche ich mir einzureden.

Fakt ist doch mal, dass es mir viel besser ging, als ich noch an das Gute in der Welt geglaubt habe. Ich war völlig überzeugt davon, dass alle meine Träume wahr werden können, wenn ich nur fest daran glaube und alles dafür tue, damit es so wird. Leider wurde mir diese Hoffnung zerschlagen und ich musste einsehen, dass ich nicht auf alles Einfluss habe und sich die Welt nicht immer so verhält, wie ich es möchte. Das Schicksal hat offenbar andere Pläne für mich.

Wie diese aussehen, weiß ich nicht. Aber diese Scheiße, in der ich jetzt stecke, kann es für mich doch unmöglich gewollt haben. Ich bin eine intelligente junge Frau, sagte man mir und doch weiß ich nicht, welchen Beitrag ich realistischerweise leisten kann, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Ich möchte nicht egoistisch sein, ich möchte mich nicht nur um mich selbst drehen. Ich möchte meine Talente zum Wohle der Menschheit einsetzen, weiß aber nicht, wie und wo ich da anfangen muss.

Dabei fehlt mir nach wie vor die Perspektive und die Richtung, in die ich gehen muss. Ich weiß nicht, wohin mit mir, wohin mit meiner Energie, wohin mit meinen Fähigkeiten. Das Arbeitsleben sagt mir nicht zu. Was aber soll ich stattdessen tun? Wie kann ich meinem Leben wieder einen Sinn geben, nachdem mir der Boden unter den Füßen weggerissen wurde?

Das Licht am Horizont | Donnerstag, 13. Juli 2017

Moin, ihr Seiten. Es ist gestern einfach mal fabelhaft gelaufen. Geradezu perfekt. Jetzt muss einfach alles besser werden. Es geht gar nicht anders. Ich mache mir also ab sofort absolut gar keine Sorgen mehr. Schaue nicht nach vorn und nicht zurück, sondern konzentriere mich ganz auf das Hier und Jetzt.

Ich bin heute um halb 6 aufgestanden, habe mich aber um 7 noch einmal für eine Stunde hingelegt. Jetzt ist es 8 und ich bin bereit diesem Tag ins Auge zu blicken. Für heute ist nichts außergewöhnliches geplant. Dennoch bin ich gespannt, was dieser Tag wohl bringen wird.

Ich habe gestern und vorgestern jeweils ein Ein-Cent-Stück auf der Straße gefunden. Das ist so ein gutes Zeichen! Es soll ja Glück bringen und Glück brauche ich gerade am allermeisten, nach meiner langen, langen Pechsträhne.

Ich hoffe, dass es mir nun so langsam mal wieder gut geht. Von dem Energielevel, den ich vor meinem Krankenhausaufenthalt hatte, bin ich noch meilenweit entfernt, aber ich hoffe, dass ich wieder zu meinem alten Hoch zurückkehren kann und wieder mehr Kraft habe, mich meinem Alltag entgegen zu stellen.

Es geht einfach mal nicht, dass ich jeden Tag wie ein Schluck Wasser in den Seilen hänge und mich von Augenblick zu Augenblick quäle. Ich bin das Selbstmitleid so leid. Ja, es ist alles scheiße gelaufen und es war nicht alles meine Schuld. Ich hatte viel Pech. Es ist einfach mal blöd gelaufen und ich muss jetzt langsam mal damit abschließen und mich wieder mit meinem Leben anfreunden.

Es kann nur besser werden. Ich werde meine Ziele erreichen, auch wenn ich dafür länger brauche als geplant und ich werde nicht für immer in diesem Loch stecken. Jetzt bin ich hier und kann es mir gemütlich machen. Ich brauche mich nicht zu stressen und kann langsam und stetig auf eine bessere Zukunft hin arbeiten. Bis ich wieder das Licht am Horizont sehen kann.