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Schlagwort: anders

Die Freiheit der Anderen | Dienstag, 6. September 2016

Moin, ihr Seiten. Heute Nacht habe ich von ziemlich viel Scheiße geträumt und das meine ich ausnahmsweise mal wörtlich. Es wurde einfach immer mehr und ich habe mich schließlich so geekelt, dass ich davon aufgewacht bin, von einem Würgereiz. Scheinbar ist mein Unterbewusstsein also auch so langsam wieder auf der Höhe und lässt mich wissen, was es von der Gesamtsituation hält. Da wundert es mich dann auch wieder nicht, dass ich unter Appetitlosigkeit leide.

Ich hangele mich von Tag zu Tag und versuche herauszufinden, was ich mit meiner Freiheit anfangen soll. Das Problem ist, dass ich momentan gar nicht richtig weiß, wozu ich überhaupt noch in der Lage bin. Ich dachte immer, ich könnte alles schaffen und ich war stolz darauf, für jedes Problem schnell eine Lösung finden zu können.

Mittlerweile nervt mich alles nur noch. Der kleinste Widerstand scheint unüberwindbar. Dabei frage ich mich, ob das vielleicht nicht nur eine Trotzreaktion ist. Bin ich eine beleidigte Leberwurst, die sich enttäuscht von allen Möglichkeiten abwendet?

Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, meinem inneren Giftzwerg öfter mal Ausgang zu gewähren und DAS ist mir nun ausgerechnet gelungen. Insofern könnte ich sagen, Ziel erreicht. Dass ich damit etliche Leute vor den Kopf stoßen würde, hätte ich ja ahnen können. Nur mit dem Ausmaß der Katastrophe habe ich nicht gerechnet.

Einfach mal alles raus lassen und ganz du selbst sein, das habe ich geübt. Drama Queen, oberste Bitch Liga, eine große Künstlerin wollte ich sein und meinen eigenen Maßstäben bin ich tatsächlich sogar gerecht geworden. Dumm nur, dass dann auf einmal jemand einen Krankenwagen rief und ich nun eine schwerwiegende psychische Erkrankung habe, die ich auch beim besten Willen nicht leugnen kann.

Dass ich anders bin, als andere Menschen, war mir ja schon immer klar und ich glaube, das merken andere Leute auch schnell, wenn sie mit mir zu tun haben. Die Frage ist jetzt: Ist das noch Kunst oder kann das weg? Ist das noch Drama? Ist das noch Talent? Oder ist das schon Abschaum? Das ist die Klippe, an der ich stehe.

Ich persönlich denke ja, es ist Talent. Ich persönlich denke ja, ich sollte gefördert werden. Nur wie und von wem und mit was, das habe ich noch nicht verstanden. Es heißt also probieren. Improvisationstheater ist meine erste Station. Das ist besser als den Leuten auf der Straße Verträge aufzuschwatzen.

Ich könnte mir so vieles vorstellen. Ich würde auch gern Vorträge halten oder Texte vorlesen. Das ist eigentlich ein echt großer Schritt in meiner Entwicklung, denn Sprechrollen waren bisher etwas, wovor ich am meisten Angst hatte.

Da ich mich aber durch das Musizieren und das Sprachen-Lernen (vor allem Aussprache üben macht mir Spaß) so langsam auch mit meiner Stimme angefreundet habe, würde ich auch in dieser Richtung gern mehr wagen. Ich habe zu allen Musikern, mit denen ich gearbeitet habe, gesagt, mein Körper ist mein Instrument und das glaube ich nach wie vor.

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand helfen würde, meine finanzielle Situation wieder in den Griff zu kriegen. Es muss doch irgendwelche Förderungen für Verrückte wie mich geben? Ich habe der Welt viel zu geben und ich denke, es ist für alle Beteiligten sicherer, wenn ich auf der Bühne ausraste anstatt in meinem Privatleben 😉 Dazu müsste ich es nur erst einmal auf die Bühne schaffen.

Von Kommentaren à la Genie und Wahnsinn bitte ich jedoch abzusehen. Dann bilde ich mir bloß wieder was drauf ein und die nächste Person mit der ich spreche, unterstellt mir Größenwahn. Kein Arzt hat so etwas zu mir gesagt. Nur wohlmeinende, besorgte Mitbürger. Wie wenig ich mich darüber freuen kann…

Sechs der Stäbe