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Schlagwort: Angst

Will nicht drüber reden | Samstag, 15. April 2017

Moin, ihr Seiten. Ich werde euch nicht erzählen, dass sich bei mir wieder einmal hardcore Liebeskummer eingestellt hat. Dies ist schließlich ein öffentliches Blog und da möchte ich nicht von schlaflosen Nächten und verheulten Nachmittagen berichten.

Stattdessen erzähle ich euch lieber von dem Ausflugsziel, das ich mir ausgesucht habe: Das Pergamonmuseum will ich besichtigen. Das letzte Mal, dass ich da war, war ich noch in der Grundschule und erinnere mich entsprechend an nichts. Spätestens am Dienstag werde ich dort hingehen.

Mir ist aufgefallen, dass ich seit der Krankheit Angst habe, Dinge allein zu unternehmen. Deswegen fällt es mir auch so schwer den Trip an die Ostsee in Angriff zu nehmen. Ich fürchte mich davor, ganz auf mich gestellt zu sein. Zuvor habe ich es geliebt allein rauszugehen und die Welt zu erkunden, mittlerweile kriegen mich keine zehn Pferde mehr von meiner Couch.

Ich muss es also langsam angehen und da ist das Pergamonmuseum, in Anbetracht des schlechten Wetters, eine gute Wahl. Langweilen werde ich mich da sicher nicht, denn es gibt viel zu sehen. Wenn das Wetter wieder besser ist, möchte ich den Gutspark Neukladow erkunden. Da wollte ich schon lange mal hin.

Immer schön langsam, einen Schritt nach dem Anderen. Die große Reise steht ja wahrscheinlich auch noch im August an und bis dahin muss ich mein Selbstbewusstsein wieder auf Vordermann gebracht haben, sonst wird das ein Alptraum. Bis dahin quälen mich noch ganz andere Geister, aber ich hatte ja gesagt, ich will nicht darüber reden.

Undank ist der Welten Lohn | Sonntag, 4. September 2016

Moin, ihr Seiten. Diese Woche haben wir fast geschafft. Damit gehen auch die Sommerferien zu Ende und ich gebe nächste Woche endlich wieder regulär Tanzunterricht. Ich freue mich sehr meine Schülerinnen wieder zu sehen. Sechs Wochen sind doch eine lange Zeit und gerade die Kinder sind danach meist völlig verändert.

Momentan fehlt mir irgendwie die Kraft mich wieder in meine Arbeit zu stürzen. Vor allem aber fehlt mir die Hoffnung und die Leidenschaft. Ich habe richtig Angst davor mich wieder voller Energie in eine Sache zu stürzen. Die vergangenen Monate haben einfach zu viele Enttäuschungen hervor gebracht.

Ich muss mich auf mich konzentrieren und auf das, was mir gut tut. Nur bin ich zur Zeit so verunsichert, dass ich gar keinen blassen Schimmer mehr davon habe, was mir gut tun würde. Ich möchte ja auch, dass mir etwas langfristig gut tut. Es ist bloß gerade bei keiner Sache abzusehen, ob sie langfristigen Erfolg bringen würde und so frage ich mich dann wieder, ob es nicht das Beste wäre, mir einen Job zu suchen, mit dem ich wenigstens eine Zeit lang über die Runden käme.

Lust habe ich darauf aber nicht. Hinzu kommt die Angst in einer – zwar anderen – aber genauso unbefriedigenden Lebenssituation festzustecken, wie jetzt. Ich frage mich einfach, ob mein Leben sich dadurch verbessern würde und ich kann darauf leider nicht mit Ja antworten. Die Eventbranche reizt mich momentan gar nicht mehr. Freizeitangebote gibt es wie Sand am Meer und es scheint unmöglich gegen die Konkurrenz anzukommen.

Als freie Künstlerin zu arbeiten, erscheint mir nach allem, was ich erlebt habe, aussichtslos. Hinzu kommt das schlechte Ansehen und die Anfeindungen, denen ich mich ausgesetzt fühle, ich sollte doch etwas „anständiges“ machen. Nun war Anpassung und Anständigkeit jedoch noch nie eine Stärke von mir und ich frage mich, warum ich mir das Leben so unendlich schwer mache. Könnte es nicht alles viel einfacher gehen?

Ich bin immer noch eine junge, intelligente Frau, sagte man mir. Ich könnte alles aus meinem Leben machen. Nur was könnte das sein? Gleichzeitig höre ich immer wieder, dass es mein Leben ist und ICH entscheiden müsste, was ich damit anfangen will. Warum aber muss ich überhaupt etwas anfangen? Ich möchte einfach nur leben. Ich möchte einfach nur tun, was mir Spaß macht.

Morgens gut gelaunt aufwachen, Morgenseiten schreiben und mich dann mit etwas Interessantem beschäftigen. Das war mein Leben bisher und es hat mir gefallen. Ich hatte so viele Ideen und Visionen, was man alles machen könnte und wie man die Welt zu einem besseren Ort machen kann. Nur meine Miete bezahlt sich nicht von allein.

Ich habe diese prekäre Lebensform so satt. Seit wie vielen Jahren bemühe ich mich, mir mit meiner Arbeit als Künstlerin den Lebensunterhalt zu sichern? Es klappt einfach nicht. Gleichzeitig möchte ich nicht anklagen. Ich möchte kein Opfer sein. Weder des Systems, noch des Staats, noch irgendeiner anderen Form von Diskriminierung. Ich habe mich dafür entschieden ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen und ich will auch zukünftig daran festhalten.

Es gefällt mir im Großen und Ganzen. Ich sträube mich dagegen meine Talente jemand anderem zur Verfügung zu stellen. Ich möchte nicht, dass jemand sich auf meine Kosten bereichert. Ich könnte so vieles tun: Schreiben, Webseiten erstellen, Kurse geben, Coaching – das alles und noch viel mehr.

Ich will bloß niemandem hinterherrennen müssen. Weder der Bezahlung, noch den Aufträgen, noch der Aufmerksamkeit und Anerkennung, die ich für meine seelische Gesundheit brauche. Das alles sollten doch Selbstverständlichkeiten sein. Auf Augenhöhe respektvoll miteinander umgehen zu können, das Gegenüber nicht auszunutzen und schließlich & endlich: Dankbar zu sein.

Der Stern