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Schlagwort: Arbeitslosigkeit

Meine Perspektive | Donnerstag, 29. September 2016

Moin, ihr Seiten. Der heutige Tag ist dermaßen perspektivlos, dass ich gar nicht weiß, was ich noch sagen soll. Es ist überdies der 30. Beitrag aus der Rubrik Morgenseiten und ist daher ein kleiner Erfolg, denn ich hatte mir vorgenommen, mindestens 30 Beiträge zu verfassen, eh ich das Handtuch schmeiße.

Nun möchte ich aber eigentlich nach wie vor nicht das Handtuch schmeißen. Schließlich geht es hier um mein Leben und das MUSS irgendwie weitergehen, egal wie grau oder schwarz es hier momentan ausschaut.

Und es sieht momentan ziemlich schlecht aus. Ich bin immer noch verschnupft, voller Schleim und Bazillen – wie ich meinen Tanzunterricht gestern geschafft habe, weiß ich wirklich nicht. Ich hoffe, es wird heute besser.

Darüber hinaus habe ich einen GANZEN Tag vor mir, sogar ein ganzes Wochenende, von dem ich beim besten Willen nicht weiß, wie ich es füllen soll. Ich habe absolut keinen Schimmer, was ich tun könnte. Ich habe auch auf nichts Lust. Ich möchte am liebsten den ganzen Tag lang schlafen.

Weil ich krank bin, könnte ich mir das sogar gönnen. Nur werde ich dadurch gesünder oder füttere ich damit das andere Monster, das noch in meiner Wohnung lebt?

Noch 6 Tage bis zu meinem nächsten Vorstellungsgespräch. Noch 11 Tage bis zu meinem Arzttermin. Das ist doch kein Leben! Bewerbungen habe ich geschrieben. Gestern 5 Stück. Reicht das erstmal oder sollte ich noch auf anderen Plattformen weitersuchen?

Vielleicht wird es Zeit mich meiner Zettelwirtschaft zu widmen. Gestern habe ich schon ein bisschen was davon abgearbeitet, heute könnte ich vielleicht den Rest aufräumen. Wenn ich mich nur dafür motivieren könnte.

Momentan will ich nicht einmal Essen oder Duschen und es ist mir auch peinlich hier darüber zu sprechen. Alle Leute haben Probleme. Es könnte mir so viel schlimmer gehen. Stattdessen sitze ich hier und jammere ununterbrochen. Ich sehe bloß nicht, wie ich aus diesem Zirkel rauskomme und ich weiß nicht, wer mir helfen kann.

Ich habe einen guten Abschluss, einen 1,9-er Bachelor, aber ich weiß nichts damit anzufangen. Ich weiß nicht, wofür mich dieser Abschluss qualifiziert. Stattdessen fühle ich mich wie ein Versager, weil ich meinen Master abgebrochen habe, den ich auch mit einem Einser-Schnitt hätte abschließen können. Schuld daran ist nicht zuletzt mein Umfeld, das mich immer wieder fragt: Kannst du es nicht noch machen?

Will ich nicht. Deswegen habe ich es ja abgebrochen. Ist das so schwer zu kapieren? Und selbst wenn… Dann säße ich jetzt hier auch noch mit einem Master und hätte dieselben Probleme. Das ist doch zum Kotzen. Das Problem ist niemals ein fehlender Abschluss…. Das Problem ist ganz woanders…. Vielleicht existiert es auch gar nicht. Wer weiß das schon heutzutage?

Sechs der Münzen

Moin, ihr Seiten. Ich starte noch einmal neu. Es ist viel zu gutes Wetter, um Trübsal zu blasen. Ich möchte das alles nicht mehr und deswegen habe ich entschieden, nichts mehr von meinem lächerlichen Alltag zu schreiben, sondern von meinem imaginären Leben zu berichten. Die Flucht aus der Realität hat vorher gut funktioniert, also könnte mir das helfen, wieder neue Kraft zu tanken.

Ich habe gestern darüber nachgedacht, wann ich eigentlich mal wirklich zufrieden mit meinem Leben gewesen bin und mir ist eigentlich nichts eingefallen. Es gab immer irgendwelche Probleme, es gab immer irgendwelche Umstände, die mich genervt haben und es gab immer etwas, das ich ändern wollte.

Was ich schon immer und am allermeisten ändern wollte, ist mein Wohnort. Ich würde so gern mal für ein halbes Jahr einfach woanders hin. Ich wusste aber nie so recht, wie ich es anpacken soll. Die finanzielle Situation hat einfach nie gepasst, es gab zu viel, das mich hielt und ich habe nie den Mut aufgebracht, den Schritt wirklich zu gehen.

Was ich mir momentan am allermeisten wünsche, ist es einfach mal ein Wochenende in einer anderen Stadt zu verbringen. Ich möchte in das Leben anderer Leute hineinschnuppern. Wie existieren diese ganzen anderen Menschen überhaupt? Was machen sie so den lieben langen Tag? Warum scheinen alle immer so unendlich beschäftigt zu sein und warum gibt es Menschen, die glücklich sind?

Früher war ich auch immer beschäftigt und immer einigermaßen zufrieden. Es hat mir Spaß gemacht, Herausforderungen anzugehen und neue Sachen auszuprobieren. Ich denke, das würde es immer noch. Ich fühle mich momentan bloß von allem überfordert. Ich muss kleine Schritte gehen. Ich weiß bloß nicht welche. Ich wünsche mir Veränderung.

Der Krankenhausaufenthalt war eine ziemlich große Veränderung und ich habe das Gefühl, ich kann irgendwie nicht zurück in mein altes Leben. Ich brauche ein neues. Nur wie sollte das aussehen? Das ist die entscheidende Frage, die mich quält. Zu Hause halte ich es nicht aus. Aber wo soll ich hin? Wo bin ich willkommen? Wo kann ich etwas bewegen? Wo kann ich einen Beitrag leisten?

Arbeit 2.0 – Literatur

Die Bachelorarbeit ist fertig und ich kann nun endlich den letzten Teil der Materialsammlung zum Thema Arbeit 2.0 präsentieren. Für alle, die sich also für das Thema Arbeit 2.0 interessieren, sind hier ein paar alphabetisch sortierte Buchtipps.

Zygmunt Bauman:

Verworfenes Leben. Die Ausgegrenzten der Moderne

Über die Verlierer der Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgeht.

In seinem neuen Buch blickt Zygmunt Bauman hinter die Kulissen unserer globalisierten Gegenwart.

Seine These trifft den Kern der neuzeitlichen Rationalität: Ein Ergebnis von Modernisierungsprozessen besteht in der Exklusion von Menschen aus den sozialen, nationalstaatlichen und kulturellen Zusammenhängen.

Ortlose Migranten, Flüchtlinge und für »überflüssig« gehaltene Menschen – in ihrem Schicksal manifestiert sich die Tatsache, daß die Entwicklung der modernen Gesellschaften in ökonomischer und politischer Hinsicht nicht etwa in der Integration aller besteht.

Frithjof Bergmann:

Neue Arbeit, neue Kultur: Ein Manifest

Berufung statt Beruf!

Wir leiden nicht nur an schwindenden Arbeitsplätzen, sondern vor allem auch an dem, was der Philosoph Hegel „die Armut der Begierde“ nannte. Gemeint ist damit die Unfähigkeit, Wünsche zu äußern und eigene Projekte zu realisieren.

Nicht zuletzt deshalb klammern wir uns an Jobs, die nicht nur unseren Lebensunterhalt, sondern auch unseren Platz in der Gesellschaft sichern – selbst dann, wenn sie unbefriedigend sind. Und wir verzweifeln übermäßig, wenn wir sie verlieren.

Um Abhilfe zu schaffen, müssen wir uns mehr auf das besinnen, was wir „wirklich wirklich wollen“.

Arbeit 2.0 – Links

Dieser Artikel ist Teil der Materialsammlung zum Thema Arbeit 2.0. Ich habe ein paar Artikel zusammengetragen, die sich mit Arbeit 2.0 bzw. Arbeit in der Wissensgesellschaft beschäftigen.

Bayern2 Dossier Arbeit 2.0 – Zwischen Selbstbestimmung und Selbstausbeutung über die Digitale Bohème und deren technische Grundlagen
Inhalt: Ford bestimmte das Arbeitsmodell der Massenproduktion, Zuse den Büromenschen der Dienstleistungsgesellschaft und das Web 2.0 die flexiblen Kreativen.

In der Computerwoche schreibt Alexandra Mesmer über Arbeit 2.0 und die Generation der unter 30-Jährigen, die Arbeit neu definiert: „Sie sind immer online und wollen anders arbeiten: selbständig, ohne Zeitkorsett und Anwesenheitspflicht.“