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Schlagwort: Beschäftigung

Geduld | Samstag, 17. September 2016

Moin, ihr Seiten. Heute ist Samstag und es ist noch ziemlich dunkel. Das ist der erste Tag, an dem es beim Aufstehen noch dunkel war. Der Herbst ist nah. Trotz der sommerlichen Temperaturen. Wir machen heute einen Trip nach Potsdam. Immerhin ein ganzer Tag voller Aktivität. Bin gespannt, wie ich damit fertig werde.

Die Laune ist heute ein bisschen besser. Ich habe sogar gesungen unter der Dusche. 😀 Aber nur leise, weil es noch so früh ist. Ich sehe wieder einmal gar nicht, wie ich es schaffen soll 10 Absätze zu schreiben. Ist das letztlich doch nur eine Beschäftigungstherapie, die eigentlich gar nichts bringt?

Aber eigentlich ist ja Beschäftigung genau, was ich brauche. Insofern quäle ich mich einfach weiter. 30 Beiträge wollte ich wenigstens verfassen. Dieser hier ist Nummer 17 und auch wenn das Ganze hier eher selbstreferentiell ist, wird das in ein paar Jahren vielleicht ein beeindruckendes Zeugnis meiner Zähigkeit sein. Wer weiß das schon?

Nun regnet es. Nicht gerade perfekte Bedingungen für einen Ausflug. Eine Stunde habe ich noch Zeit. Ich hoffe sehr, dass das Wetter im Laufe des Morgens noch besser wird.

In meinem Kopf herrscht heute gähnende Leere. Ich habe mein Schicksal akzeptiert. Was jetzt kommt, ist offen. Es ist schwer, damit umzugehen.

Gestern habe ich mein Erfolgsbuch rausgekramt und ein paar kleine Erfolge eingetragen. Ich versuche mich an den kleinen Dingen zu freuen. Kaffee, ein voller Kühlschrank – keine Selbstverständlichkeiten bei meiner Finanzlage.

Ich hoffe, es hört noch auf zu regnen und wird ein bisschen freundlicher. Sonst könnte der Trip ganz schön doof werden. Immerhin werde ich an diesem Wochenende nicht zu Hause verrotten. Morgen habe ich ein paar Verabredungen und dann ist ja auch noch die Wahl.

Eine halbe Stunde habe ich noch Zeit. Dann muss ich los. Ich hoffe, ich kann ein paar schöne Fotos posten. Was das Bringen soll, weiß ich auch nicht. Ich glaube mittlerweile, dass facebook alles andere als sozial ist. Davon lösen kann ich mich aber trotzdem irgendwie nicht.

Es fällt mir so schwer mit dieser Unsicherheit umzugehen. Ich wusste immer, was ich vom Leben will. Ich konnte mich immer beschäftigen, ich hatte immer genug Ideen und Projekte, die mir Spaß gemacht haben. Jetzt ist alles weggefegt und ich stehe vor einer gähnenden Leere.

Alles, was mir bleibt, ist Geduld zu haben und zu hoffen, dass die dunklen Wolken dieser Depression bald vorüber ziehen. Ich bin ja auch erst seit 3 Tagen raus aus dem Krankenhaus. Also mal ich mir ein bisschen Farbe ins Gesicht und mache mich auf den Weg.

Drei der Kelche

Free & On my own | Donnerstag, 15. September 2016

Moin, ihr Seiten. Ich habe mich aus dem Krankenhaus entlassen. Es hat einfach keinen Sinn da rumzuhängen. Es ist doch besser zu Hause rumzuhängen, da besteht zumindest eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass ich eine interessante Beschäftigung finde.

Dass mein Weiterbehandlungstermin erst in 4 Wochen liegt, zeigt mir, wie ernst und gefährlich meine Krankheit sein muss. Klar kann ich jederzeit als Notfall kommen, aber dann hänge ich da auch bloß wieder rum. Insofern bin ich auf mich allein gestellt.

Ich habe beschlossen fürs Erste alles so zu akzeptieren, wie es ist und keine übereilten Entscheidungen zu treffen, die ich in 3 Tagen wieder bereuen werde. Nach und nach versuchen das Vakuum zu füllen, wieder irgendeine Form von Stabilität und Routine in mein Leben zu bekommen – das ist erstmal das Wichtigste, das bis zum Ende des Monats ansteht.

Außerdem dieser ganze elendige Papierkram, der mir so auf die Nerven geht. Ich hatte gedacht, ich wäre durch damit. Aber es kommt immer neuer Mist, um den man sich kümmern muss… So etwas nerviges.

Heute und Morgen habe ich noch Unterricht. Am Samstag fahre ich mit meiner Mama nach Potsdam. Das könnte was sein. Ein bisschen Schlösser gucken, mitm Schiff rumschippern – wird meinen Kopf vielleicht ein bisschen auslüften. Momentan ist es eigentlich ganz okay, obwohl um mich herum lauter Handlungsaufforderungen liegen (»Räum auf! Räum auf! Räum auf!«), die mich unter Druck setzen.

Eigentlich ist es gar nicht so besonders unordentlich, aber da mich zur Zeit alles nervt, nervt mich auch der kleinste Papierstapel. Früher habe ich mir gesagt, Marylin hatte bestimmt auch keine sauberen Tassen und es war okay. Jetzt muss alles blitzeblank sein. Liegt bestimmt auch daran, dass ich mich zu sehr an die Krankenhaus-Standards gewöhnt habe. Ist ja auch nicht schlecht, Ordnung um sich herum zu haben.

Am liebsten würde ich sowieso die Hälfte aller Sachen wegschmeißen, weggeben oder sonst wie loswerden. Diesen Wunsch hatte ich schon vor dem Krankenhaus, er hat jetzt aber ordentlich zugelegt, weil ich gesehen habe, mit wie wenig Sachen ich eigentlich auskommen kann.

Oh, ein Wunsch! Ein erster kleiner Wunsch. Ist das ein vorsichtiger Versuch meines Willens wieder von den Toten aufzuerstehen? Möchte er vielleicht wieder Teil meines Lebens werden? Herzlich Willkommen ist er in jedem Fall. So wie alle anderen Lebensgeister, die zwischenzeitlich abhanden gekommen sind.

Gesellschaft brauche ich, Beschäftigung und Routinen. Ich hab ein bisschen Angst neue Sachen in Angriff zu nehmen (z. B. Jobsuche), weil ich nicht sicher bin, ob ich sie momentan durchhalten kann. Ich will nicht wieder in 2 Tagen alles absagen müssen. Letzten Endes bin ich ja auch noch krank geschrieben. Wenn ich irgendwo angestellt wäre…

Mittlerweile ist es halb 11 und ich bin gespannt, was der heutige Tag bringen wird. Ein paar neue Schülerinnen wären gut. Lassen wir uns überraschen.

Ass der Stäbe