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Schlagwort: Halt

Dünne Motivationsdecke | Montag, 5. September 2016

Moin, ihr Seiten. So langsam sieht die Welt wieder besser aus. Aber nur langsam. Das Wetter ist auf einmal sehr schlecht geworden. Die liebe Sonne ist verschwunden, stattdessen ist es grau und regnerisch. Ich überlege derweil, wie ich wieder in die Gänge komme.

Einen Termin habe ich heute schon mal. Ein Vorstellungsgespräch für einen Promotion-Job, so als kurzfristige Maßnahme um meine Finanzen zu sanieren. Darüber hinaus weiß ich nicht. Die morgendliche Motivation ist dünn, aber sie ist vorhanden.

Gestern war eigentlich ein guter Tag. Ich hoffe, heute wird auch gut. Ich hoffe, die ganze Woche wird gut. Mittwoch, Donnerstag und Freitag habe ich Tanzunterricht. Was ich darüber hinaus noch tun werde, wird das Vorstellungsgespräch heute zeigen. Zum Friseur gehen will ich unbedingt. Ein paar andere Kleinigkeiten habe ich noch zu erledigen.

Wie ich die 10 Absätze vollkriegen soll, weiß ich gerade gar nicht. Privat Morgenseiten Schreiben war irgendwie einfacher. Alles rausspucken, was gerade so in meinem Kopf steckt. Das traue ich mich hier gar nicht. Die Selbstzensur ist noch sehr stark. Ich hoffe, das legt sich mit der Zeit.

Aufgeben wäre so viel einfacher. Aber das wäre dann ein weiteres vielversprechendes Projekt, was im Sande verläuft. 3 Blogposts geschrieben und das wars dann. Irgendwie habe ich das Gefühl, das kann ich mir gerade nicht erlauben. Ich brauche irgendetwas an dem ich mich festhalten kann, gerade weil meine Gefühls- und Gedankenwelt so durcheinander geht.

Der Krankenhausaufenthalt hat mir gar nicht gut getan. Es fühlt sich an, als hätte man mir diesen Sommer gestohlen. Ich hatte so viel vor, ich hatte so viele Pläne, ich hatte so viele Ideen. Jetzt ist der Sommer vorbei und ich muss mich neu orientieren. Der Tatendrang ist Hoffnungslosigkeit gewichen.

Ich muss mein Erfolgsbuch wieder rausholen und jeden Abend aufschreiben, was gut war. Das motiviert mich immer am meisten. Nur sind momentan die Erfolge so klein, dass sie kaum spürbar sind. Ich hatte auch schon überlegt, mir eine Übersicht anzulegen, was ich in den letzten Jahren geschafft habe, denn ich habe, glaube ich, einfach unrealistische Vorstellungen davon, was in einem Jahr möglich ist.

Das betrifft vor allem die Zukunftsplanung. Ich setze mir zu große Ziele, die ich in der Zeit, die ich mir dafür gebe, unmöglich erreichen kann. Eine Sowieso-Unmöglich-Liste, wie Barbara Sher das nennt. Damit sabotiert man sich selbst. Es heißt also kleinere Brötchen backen. Das motiviert mich dann aber wieder nicht stark genug…

Zwei Absätze muss ich noch füllen und ich möchte natürlich etwas möglichst geistreiches oder unterhaltsames Sagen, damit die geneigte Leserschaft nicht sauer auf mich ist, weil ich ihre Zeit vergeude. Als Dienstleister ist man stets gezwungen, sich auf seine Kunden einzulassen, gleichzeitig soll man darauf achten, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren.

Diesen Spagat übe ich jetzt seit einem Jahr. Es gelingt mir mal mehr und mal weniger gut. Wahrscheinlich gelingt es mir weniger gut, denn sowohl die geneigte Kundschaft als auch die geneigte Leserschaft bleibt bisher aus. Was ich daraus folgern soll, weiß ich jetzt auch nicht.

Sieben der Münzen