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Schlagwort: Juni 2017

Wie ein Mäuschen | Freitag, 30. Juni 2017

Moin, ihr Seiten. Heute geht es mir wesentlich besser und das obwohl ich gestern den Abwasch nicht fertig gemacht habe. Ich habe immerhin ein bisschen was gemacht und das sollte doch etwas wert sein. Heute steht ein Auftritt an. Mein letzter Auftritt ist schon lange lange her und ich weiß gar nicht so recht, wie das werden soll. Aber da muss ich jetzt durch.

Es heißt also duschen, Auftritt vorbereiten, schick machen und dann ran an den Speck. Draußen regnet es schon seit 24 Stunden durchgängig und es ist kein Ende in Sicht. Ich finde das beruhigend und entspannend und bin froh, dass ich bis auf Weiteres nicht raus muss. Nervös bin ich wohl. Ich versuche nicht zu sehr in mein Inneres hineinzulauschen und mich abzulenken.

Schließlich möchte ich mir durch meine eigenen Gedanken nicht noch zusätzlichen Stress machen. Ich sollte wirklich weniger Kaffee trinken, das ist wahrscheinlich der Hauptverursacher meiner inneren Unruhe. Trotzdem kann ich es nicht lassen.

Obwohl ich heute morgen total motiviert und energiegeladen aufgewacht bin, fühle ich mich jetzt schon wieder ängstlich und unsicher. Ich sehe nicht, wie ich es schaffen soll meinen Alltag zu bewältigen und möchte mich am liebsten wieder ins Bett flüchten.

Ich denke, das werde ich auch tun. Es ist erst halb 9 und ich habe noch locker viel Zeit bis zu meinem Auftritt. Da kann ein bisschen Erholung doch eigentlich nicht schaden. Ich wünschte, ich könnte hier aufregendere Sachen berichten. Zur Zeit ist aber einfach nichts los.

Ich quäle mich von Tag zu Tag und hoffe, dass es mir schon bald wieder besser gehen wird. So langsam kann ich es irgendwie auch nicht mehr auf die Tabletten schieben. Ich glaube, ich habe einfach so schlechte Laune und fühle mich instabil. Vielleicht wird es aber auch einfach noch eine Weile dauern, ehe mein Hirn wieder auf der Höhe ist und ich mich wieder voller Elan und Begeisterung meinen Zielen widmen kann.

Widersprüche | Donnerstag, 29. Juni 2017

Moin, ihr Seiten. Ich habe schlecht geschlafen. Ich habe Kopfschmerzen. Ich fühle mich zerstört. Ich konnte aber auch nicht länger schlafen, obwohl ich es echt versucht habe. Wie soll das bloß weitergehen mit mir? Ich hoffe sehr, dass ich es heute endlich mal schaffe mich um meinen Abwasch zu kümmern. Der stapelt sich nämlich mittlerweile meterhoch.

An meine Webseiten denke ich schon gar nicht mehr. Zu illusorisch ist die Vorstellung, dass ich mich dazu aufgerafft kriege. Was ich so mache, lässt sich mit Worten gar nicht zusammen fassen. Hauptsächlich gammeln. Dabei ist das wahrscheinlich gar nicht gut für mich. Es wäre sicher besser verschiedensten Aktivitäten nachzugehen. Ich habe aber gar keine Lust darauf.

Ich hab das Gefühl, ich bin schon wieder in einem Jammertal gelandet. Da wollte ich doch eigentlich nicht mehr hin. Aber es fühlt sich gerade alles so schwer und ungewohnt an. Reiß dich zusammen, sage ich mir, aber es nützt irgendwie nichts. Das Leben geht weiter, meine Verpflichtungen schreien nach mir und ich versuche alles zu ignorieren und auszusitzen.

Es wäre wahrscheinlich keine große Sache die Dinge beherzt anzugehen, aber etwas in mir sperrt sich dagegen. Vielleicht sollte ich wirklich einfach alles auf nächste Woche vertagen und aufhören mir so viele Gedanken zu machen. Die Aufgaben laufen schließlich nicht weg.

Dabei wäre es eigentlich gar nicht schlecht, wenn sie weglaufen würden. Ich würde auch gern weglaufen. Einfach mal raus aus meiner Haut. Stattdessen haben ich die Uhr im Blick und kann deswegen gar nicht entspannen. Die Zeit läuft schließlich und meine Schonfrist ist nur begrenzt. Die möchte ich doch aber optimal zur Erholung nutzen. Widersprüche über Widersprüche.

Das ist wohl das, was man Leben nennt. Die Zeit läuft und lässt sich nicht aufhalten. Die Tage sind so kurz. Gleichzeitig sind sie so lang. Boah, wie ich mich gerade quäle etwas Geistreiches zu sagen. Es kommt aber nur Murks dabei raus. Ich sollte es einfach lassen.

Jeder Tag ein Abenteuer | Mittwoch, 28. Juni 2017

Moin, ihr Seiten. Heute ist der 12. Tag ohne Medikamente und an Stabilität ist gar nicht zu denken. Wer hätte gedacht, dass der Juni zum Ende hin noch einmal so aufregend wird? Ich lasse mich davon nicht aufhalten und ziehe weiter durch. Ich will medikamentfrei sein und werde das auch schaffen.

Gestern habe ich fast den kompletten Tag verschlafen. Ich habe mich auch leicht fiebrig gefühlt. Heute habe ich scheinbar mehr Energie. Ob ich mich jedoch dazu aufraffen kann, etwas sinnvolles zu tun, z. B. das Geschirr abzuwaschen, kann ich noch nicht versprechen.

Leider ist heute morgen mein Theme kaputt gegangen. Nach dem Update ging die Seite nicht mehr, so dass ich es runternehmen musste. Das ist wirklich sau schade, denn ich mochte das Theme sehr. Jetzt sieht es hier also wieder weniger stylisch aus.

Heute fühle ich mich zumindest deutlich energiereicher als gestern. Ich werde wahrscheinlich gleich als erstes rausgehen und einen Spaziergang machen. Gestern Abend habe ich einen ziemlich langen Spaziergang gemacht. So lang, dass mir direkt die Füße weh taten.

Außerdem habe ich gestern Sushi gegessen. Da ich es nicht über mich bringen konnte, etwas zuzubereiten, habe ich mir etwas bestellt. Oh Wunder der Technik! Verrückte, wie ich, müssen nicht mehr hungern, wenn sie nicht kochen wollen. Das ist so super.

Gestern schon habe ich festgestellt, dass mein innerer Dialog reicher geworden ist. Ich bin gespannt, welche wundersamen Neuerungen ich heute bemerken werde. Krankheitssymptome sind bisher keine aufgetreten. Abgesehen von der Reizüberflutung und der Antriebslosigkeit geht es mir eigentlich ziemlich gut.

Zumindest sind das die Sachen, die ich benennen kann. Darüber hinaus kann ich gar nichts sagen, außer dass alles neu und aufregend ist. Ich bin so froh, dass ich endlich von den Medis wegkomme. Mein Körper freut sich auch. Er hat große Lust sich gesund zu ernähren und bewegt zu werden. Ich denke mal, dass jetzt auch das Tanzen wieder deutlich mehr Spaß machen wird.

Vielleicht schaffe ich es mich wieder auf eine Paleo-Ernährung umzustellen. Das wäre so super. Ich bin aber momentan noch weit weg davon. Vor allem habe ich keine Lust jeden Morgen Eier zu essen. Da muss es doch etwas anderes geben, was man sich gutes tun kann. Habe gestern ein bisschen recherchiert aber nichts gescheites gefunden.

Obwohl es draußen ziemlich warm ist, wie ich gestern bei meinem Spaziergang feststellen durfte, ist es hier oben in meiner Himmelsresidenz recht frisch. Es weht ein laues Lüftchen. Das könnte ganz angenehm sein, wenn ich nicht aktuell so leicht frieren würde. Meine Temperatur ist zum Glück wieder runter gegangen auf 37° Gestern Abend war sie leicht erhöht.

Ruhig, Brauner! | Dienstag, 27. Juni 2017

Moin, ihr Seiten. Nachdem ich gestern den ganzen Abend Candy Crush gespielt habe, ging es mir schon deutlich besser. Wie es heute wird, weiß ich nicht. Ich beobachte das weiter und möchte nichts versprechen. Zumindest ist dieses kontinuierliche innere Rauschen verschwunden und ich hoffe, es kommt auch nicht wieder.

Ich habe jetzt Zeit es ruhig angehen zu lassen und mich um mich zu kümmern, da ich die ganze Woche krank geschrieben bin. Ich hoffe, meine Konzentrationsfähigkeit kommt langsam zurück, sodass ich mich endlich mal wieder meinen 30 Seiten widmen kann. Darüber hinaus will ich mich meinem Haushalt widmen. Aufräumen, abwaschen, einkaufen, kochen.

Sinnlos durch die Weltgeschichte spazieren möchte ich eigentlich nicht mehr. Stattdessen möchte ich schon gern etwas sinnvolles tun, weiß aber nicht, wie das aussehen soll. Wahrscheinlicher ist aber, dass ich diese Woche komplett vergammeln werde. Ich hoffe sehr, dass ich in der nächsten Woche wieder in der Lage bin arbeiten zu gehen.

Auf meine Reise kann ich mich gerade gar nicht freuen. Zu tief sitzt die Angst, dass es mir bis dahin nicht gut gehen wird und alles in einem Fiasko endet. Warum habe ich mir auch so eine große Reise vorgenommen? Es wäre alles viel risikoärmer, wenn ich in Europa bleiben würde und mir hier etwas schönes ansähe. Genug zu erkunden gibt es hier ja definitiv.

Auch der Traum von der Selbständigkeit macht mir gerade eher Angst als Motivation. Wenn ich selbständig bin, kann ich mich nicht einfach mal eine Woche krankschreiben lassen. Dann muss ich Augen zu und durch sagen und meinen Lebensunterhalt trotzdem irgendwie verdienen. Deswegen ist es gerade so wie es ist ganz gut und ich habe keinen Grund zu klagen.

Wenn mir die Konzentration schon so leicht abhanden kommt, wie soll ich dann als Selbständige kontinuierlich arbeiten? Es ist noch ein weiter Weg. Mit meiner Wohnsituation bin ich auch unzufrieden, sehe aber nicht, wie ich daran etwas ändern kann. Ich habe mir die Suppe eingebrockt, ich muss sie auch auslöffeln. Geduld muss ich haben, worauf ich aber warte, kann ich auch nicht sagen.

Gestern habe ich gedacht, ich müsste mir vielleicht mal wieder einen Wunsch erfüllen und habe in mein Wunschbuch geschaut. Etwas leicht umsetzbares habe ich dort aber nicht gefunden, es sind alles größere Projekte, die der Vorbereitung bedürfen. Ich hoffe sehr, dass mein Gesundheitszustand sich stabilisiert und ich später noch einmal die Motivation finden werde mich vor den Computer zu setzen und etwas zu arbeiten. Drückt mir die Daumen, dass ich das schaffe.

Leben mit dem Overflow | Montag, 26. Juni 2017

Moin, ihr Seiten. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin definitiv überfordert und ich versuche gerade einfach nur klar zu kommen. Das ist gar nicht so leicht. Ich werde nachher auf jeden Fall zum Arzt gehen und versuchen mich krank schreiben zu lassen. Darüber hinaus werde ich wohl viel spazieren gehen und versuchen mich mit Freunden zu treffen.

Ich brauche ein bisschen Ruhe, ich brauche ein bisschen Zeit, um klar zu kommen. Ich kann gar nicht so recht sagen, was los ist. Ich weiß nur, dass ich rumsitzen und die Wand anstarren will. Ich hoffe, dass es wirklich einfach nur Zeit braucht, um vorüber zu gehen. Jeder Satz fällt mir gerade schwer und ich quäle mich, die Morgenseiten zusammen zu kriegen.

Noch eine Dreiviertel-Stunde ehe ich  beim Arzt anrufen kann. Ich will auf jeden Fall frühstücken in dieser Zeit. Viel mehr habe ich nicht geplant. Ich hoffe, es hört auf zu regnen, ehe ich das Haus verlasse. Die Nacht war nicht so der Burner.

Trotzdem will ich auf jeden Fall an dem Versuch die Medikamente abzusetzen festhalten. Es wird mehr als Zeit, dass ich davon loskomme. Ich will wieder ein normales Leben führen und nicht von irgendwelchen Drogen gedämpft und eingeschränkt werden.

Vielleicht werde ich damit gute und schlechte Tage haben. An manchen werde ich hochmotiviert sein, an anderen meinen Hintern nicht hochkriegen. Vielleicht werde ich ab und zu ein paar Gespenster sehen. Ganz sicher werde ich viele gute Ideen haben und ganz sicher mehr Antrieb sie umzusetzen.

Aber erstmal muss mein Gehirn sich wieder an den ungewohnten Gefühlsreichtum gewöhnen und dafür muss ich mir Zeit nehmen. Ich muss jetzt einfach nur durchhalten. Die Entzugserscheinungen ausstehen. Lernen mit dem Overflow zu leben. Mich wieder an meine normale Wahrnehmung gewöhnen. Ruhig bleiben. Nicht ausflippen. Zusehen, wie meine Konzentrationsfähigkeit langsam wieder zurück kommt.

Entzug Woche 1 | 19. bis 25. Juni 2017 » KW 25

Was habe ich erreicht?

Was war besonders gut?

  • Anfang der Woche war es sehr warm.
  • Ich habe kurzzeitig mit meinem Schicksal Frieden geschlossen.

Was will ich?

  • Ich will in allererster Linie klarkommen. Dank Medikamentreduktion bin ich aus meinem Gewohnheitstrott rausgeworfen und muss nun lernen, mit den vielen Reizen zurecht zu kommen.

Was habe ich mir vorgenommen?

  • Ich will eine ruhige Kugel schieben und Urlaub in meiner Komfort-Zone machen.

Wofür bin ich dankbar?

  • Ich bin dankbar, dass ich am Leben bin.
  • Ich bin dankbar, dass ich ein außergewöhnliches Individuum mit einer außergewöhnlichen Hirnaktivität bin.
  • Ich bin dankbar, dass ich nun wieder alles wahrnehme, auch wenn es zur Zeit noch ein wenig überwältigend ist.
  • Ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit habe mir eine Auszeit zu nehmen.
  • Ich bin dankbar, dass ich alles habe, was ich zum Leben brauche.
  • Ich bin dankbar, dass ich mir aktuell keine Sorgen um meine Zukunft machen muss.

Urlaub in der Komfort-Zone | Sonntag, 25. Juni 2017

Moin, ihr Seiten. Gestern früh war ich hochmotiviert mich an meine Arbeit zu machen, gekommen ist es dazu nicht. Es ist wohl an der Zeit mir einzugestehen, dass ich gerade nicht so kann, wie ich möchte und dass Erholung angesagt ist. Ich kann gar nicht so recht sagen, was mit mir los ist. Ich weiß nur, dass ich mich nicht motivieren kann, dass ich Reize stärker wahrnehme und dass ich mich nicht dagegen abschirmen kann.

Vor allem die Geräusche sind belastend. Schlimm sind aber auch die Gerüche. Ich fühle mich von den kleinsten Sachen belästigt. Gestern hatte ich zwischenzeitlich das Gefühl unter Herzrasen zu leiden, als wir jedoch den Puls gemessen haben, war alles normal. Ich verspürte auch Agitiertheit und den Drang mich sinnlos zu bewegen. Wie so ein Psycho, der in der Ecke sitzt und die ganze Zeit auf seinem Stuhl schaukelt.

Sowieso scheint mir Schaukeln die beste Beschäftigung momentan zu sein. Neben Spazierengehen. Ich sollte wahrscheinlich auch weniger Kaffee trinken, aber dazu kriege ich mich nun gar nicht bewogen. Zu tief verankert ist die Gewohnheit.

Ich akzeptiere also das Bedürfnis Urlaub in meiner Komfortzone machen zu müssen und werde morgen auf jeden Fall zum Arzt gehen. Wie ich mir bis dahin die Zeit vertreiben werde, weiß ich noch nicht. Arbeiten oder Lernen ist aber auf jeden Fall nicht angesagt.

Vielleicht werde ich meine Eltern besuchen und dort ein bisschen auf der Hollywoodschaukel sitzen. Zu Hause ertrage ich es nur schlecht. Vielleicht wäre es aber auch mal ganz gut, die Wohnung ein bisschen aufzuräumen. Das werde ich wohl noch hinkriegen. Körperliche Betätigung tut mir auf jeden Fall besser, als vorm PC zu hocken, zumal meine Konzentrationsfähigkeit nicht besonders gut ist aktuell.

Hart Chillen | Samstag, 24. Juni 2017

Moin, ihr Seiten. Nachdem ich mich in dieser Woche so gut wie gar nicht um meine Webprojekte gekümmert habe, bin ich heute wieder bereit dafür. Ich werde mir die Motivational Speaker Website von #30Days30Sites vorknöpfen und vielleicht noch ein bisschen an meinem Spiel des Lebens weiterarbeiten.

Als nächstes möchte ich, dass Charaktere hinzugefügt werden können, was eine große Hürde darstellt, da hierzu auch der Bildupload möglich sein muss. Da muss ich beachten, dass mir niemand irgendwelche Skripte auf den Server packt oder irgendwelchen anderen Müll, den ich nicht haben möchte.

Von meiner Krankheit versuche ich ein wenig Abstand zu halten und mich nicht auf ihr Niveau ziehen zu lassen.  Ja, ich fühle mich nach wie vor verdammt komisch, aber ich werde mich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ich bin scheinbar in der Lage meinen Alltag zu bewältigen und das werde ich mir nicht nehmen lassen.

Eine Auszeit wäre zwar schön, ist aber mit gesundheitlichen Gründen nicht zu rechtfertigen. Es ist eher mein Widerwille gegen mein Alltagsleben, in dem ich mich nach wie vor nicht wohl fühle. Mit meiner Wohnsituation und meinem Arbeitsleben bin ich unzufrieden und wünsche mich einfach nur weg von hier.

Gestern habe ich mir Housesitting-Anzeigen angeschaut und das ist wohl das Erste, was ich probieren werde, sobald ich ortsunabhängig arbeite. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, ob ich nicht schrecklich einsam wäre, wenn ich mich allein auf die Reise mache. Schließlich muss man an jedem neuen Ort erst einmal neue Menschen kennen lernen und gerade beim Housesitting geht es ja darum sich um ein vorübergehend unbewohntes Haus zu kümmern.

Ich bin zur Zeit so relaxed oder so lethargisch, wie man es nimmt, dass ich den ganzen Tag schlafen könnte. Vielleicht macht das auch dieses graue regnerische Wetter. Dabei hätte ich eigentlich genug zu tun, ich kriege mich bloß nicht dazu motiviert. Da es aber momentan aus gesundheitlichen Gründen besser ist eine ruhige Kugel zu schieben, akzeptiere ich das einfach mal so wie es ist und chille hart. Ein bisschen was werde ich wohl auch so schaffen und die Zeit für überschäumenden Aktionismus kommt sicher wieder.

Eine große Wundertüte | Freitag, 23. Juni 2017

Moin, ihr Seiten. Gestern war ich wesentlich ruhiger und entspannter als am Tag zuvor. Ich bin gespannt, wie es heute wird. Mein Gemütszustand ist ja aktuell eine große Wundertüte, aus der ich mich großzügig bedienen darf. Dabei ist aber völlig unklar, was man rausholt, wenn man reingreift, was die Planung etwas erschwert.

Den gestrigen Tag habe ich gut durchgestanden. Nur war ich nach der Therapie auf einmal sooo müde und habe mich erstmal schlafen gelegt. Gestern Abend bin ich dann auch früh schlafen gegangen, mit dem Resultat, dass ich nun heute schon vor 6 wach bin und mich merkwürdig fühle.

Heute habe ich zugesagt, zu einem digitalen Nomadentreffen zu gehen. Wenn nicht eine Freundin von mir mitkommen würde, würde ich es wahrscheinlich sausen lassen, da ich mich gerade so instabil fühle und wenig Lust auf eine große Anzahl fremder Menschen habe. Aber vielleicht sollte ich mich von den Gefühlen auch nicht so verwirren lassen und meinen Alltag beherzt angehen.

Heute ist der letzte Tag des Jimdo Gründerslams und ich bin so aufgeregt, ob meine Idee überzeugen kann. Es würde mich irrsinnig freuen! Ich kann mir nicht vorstellen, den Hauptgewinn zu gewinnen, aber wenigstens eine Runde weiter würde ich gern kommen und mit Fachleuten über meine Idee sprechen.

Meine Idee ist noch gänzlich unausgereift und ich habe absolut keine Ahnung, wie ich mein Ziel erreichen kann. Ich bräuchte ein Team, ich bräuchte Kapital und wahrscheinlich würde die Sache erst nach langer Zeit Geld abwerfen, deswegen bin ich auch nicht sicher, ob es überhaupt lukrativ wäre. Es würde aber auf jeden Fall die Welt besser machen und ein Stück weit vereinfachen. Insofern scheint es mir in jedem Fall ein lohnenswertes Unterfangen zu sein.

Schließlich und endlich muss ich auch ein wenig Urlaub in meiner Komfortzone machen. Das steht auf jeden Fall auf meinem Plan und ich finde, es hört sich ganz fantastisch an, auch wenn ich nicht sicher bin, was es bedeutet. Für morgen habe ich mir vorgenommen, etwas zu kochen. Das habe ich schon lange nicht gemacht und ich bin sicher, dass es mir helfen wird, runterzukommen. Wirklich schade, dass ich nur für mich allein koche. Das macht nur halb so viel Spaß.

Innerer Reichtum | Donnerstag, 22. Juni 2017

Moin, ihr Seiten. Vielleicht habe ich mich ein bisschen zu früh gefreut, was die Absetzung meines Medikaments und den Umgang mit meiner Krankheit betrifft. Ich hatte nicht erwartet, so schnell einen Unterschied zu merken und mich so komisch zu führen. Mein Gleichgewicht ist empfindlich gestört und ich brauche Zeit, um zu mir und zur Ruhe zu kommen.

An Lernen ist gar nicht zu denken. Ich muss vielmehr erstmal mit den ganzen Empfindungen klar kommen, die jetzt wieder auf mich einprasseln. Ich fühle mich unruhig, ängstlich und überfordert. Ich versuche mich abzulenken und meine Gedanken nicht zu sehr kreisen zu lassen. Ich bin nicht sicher, ob ich eher Ruhe oder eher Ablenkung brauche. Beides hat Vor- und Nachteile.

Bei Ruhe ist die Gefahr, dass ich mich zu sehr auf meine Innenwelt fokussiere und zum Beispiel in irgendwelche Gedankenkaruselle gerate. Bei Ablenkung ist die Gefahr mich zu viel Eindrücken und damit Stress auszusetzen, was triggernd wirken kann. Beides ist irgendwie nicht das Gelbe vom Ei und ich weiß gar nicht was ich machen soll. Wie soll ich mit diesem Gefühlsreichtum bloß umgehen?

Ich bin so froh, dass ich von diesem Medikament loskomme, gleichzeitig ärgere ich mich, dass ich es überhaupt jemals genommen habe. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Medikament schlimmer ist, als die Krankheit und es auch zum Höhepunkt meiner Verhaltensauffälligkeit einen anderen Weg gegeben hätte, wieder Herrin der Lage zu werden. Dafür hätte es allerdings etwas mehr Geduld gebraucht.

Nun ja, es ist wie es ist und ich muss jetzt mit den Entzugserscheinungen klar kommen und versuchen sie irgendwie mit meinem Alltag unter einen Hut zu bringen. Ich habe gestern angestrengt darüber nachgedacht, mich doch einfach krank schreiben zu lassen und mir die Zeit zu geben, in Ruhe wieder klarzukommen. Das ist aber auch keine Lösung, denn ich habe jenseits der Arbeit noch andere Verpflichtungen denen ich nachgehen muss und bei denen eine Krankschreibung rein gar nichts bringt. Die paar Stunden Arbeit werde ich wohl schaffen.

Ich fühle mich stärker im Moment, ich fühle die Zeit intensiver, ich bin wieder mehr da. Das alles ist absolut positiv, überfordert mich aber gerade ein wenig und macht mir Angst. Ich nehme mehr gleichzeitig wahr, vor allem mehr Details, kleine Geräusche, die auf einmal überpräsent wirken. Meine Gedanken sind lauter und dominanter. Meine Gefühle sind tiefer und überwältigen mich. Ich bin ziemlich verunsichert und habe Angst, wieder die Kontrolle zu verlieren.

Jede Kleinigkeit ist aufregend und löst einen Sturm an Reaktionen in mir aus. Ich verliere mich in Einzelheiten und verzettel mich. Es ist so schön, so schön am Leben zu sein. Es gibt so viel zu entdecken und zu erleben. Ich möchte einfach nur draußen rumlaufen und die Welt beobachten. Ich möchte eine Welt ohne Leistungsdruck und Konkurrenz, wo immer Sommer ist.

Ich möchte mich anderen Menschen verständlich machen können, auch die wilden Gedankensprünge. Mein reiches Innenleben beschreiben, aber mir fehlen immer die Worte dafür.  Immer! Ich weiß nicht, wo das alles hinführen soll. Ich weiß nicht, ob ich es schaffen werde, meine Ziele zu erreichen oder ob ich mir selbst dabei im Wege stehe. Ich weiß nicht, ob es für meine Gesundheit gut ist, mich immer wieder aus meiner Komfortzone rauszuschubsen.

Ich weiß aber, dass es der einzige Weg ist, es immer wieder zu versuchen, denn nur so kann ich wachsen und Spuren in der Welt hinterlassen. Auch wenn es noch kleine vorsichtige Spuren sind, so denke ich doch, dass ich eine Wirkung auf meine Umwelt haben kann. Ich möchte die Welt grundlegend verändern, ich habe große Ziele. Dabei bin ich so klein und unbedeutend und so eingeschränkt in meinem Spielraum.