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Schlagwort: Krankenhaus

Neue Möglichkeiten | Montag, 19. September 2016

Moin, ihr Seiten. Wir haben eine neue Woche voller Möglichkeiten. Die letzte Woche habe ich noch zur Hälfte im Krankenhaus verbracht. Diese Woche bin ich ganz auf mich allein gestellt. Alltag stellt sich langsam wieder ein. Aber nur sehr langsam.

Montag ist traditionell mein Haushaltstag. Das bedeutet für mich heute Wäsche waschen, Staub Saugen, Kochen und ein paar Formulare ausfüllen. Generell versuche ich ja – aus einer unbegründbaren Ängstlichkeit heraus – mich vom Computer fernzuhalten, da ich merke, dass es mir in der letzten Zeit nicht gut tut die ganze Zeit vor der Kiste zu hocken.

Übers Handy ist es irgendwie viel angenehmer online zu sein. Ich kann gar nicht sagen, warum. Obwohl ich sagen muss, dass mir das Tippen auf dem Telefon echt nicht so leicht fällt. Das geht am PC schon wesentlich besser. Und wieder klinge ich wie so eine Oma 😀

Ich frage mich nach wie vor, welche Informationen sich am ehesten für die Morgenseiten bzw. fürs Bloggen eignen. Gefühle, Ansichten, Meinungen, Erlebnisse kommen wohl dafür in Frage. Nur wen interessiert das? Wenn es schon mich selbst nicht interessiert 😀 bzw. mir auf die Nerven geht.

Aber gut, andere Leute müssen sich ja – im Gegensatz zu mir – nicht permanent mit meinen Gefühlen auseinandersetzen, insofern ist das für den/die ein oder andere vielleicht doch ganz unterhaltsam. Hauptsache, ich baue viele Grammatikfehler in meine Texte: Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung. Liegt bestimmt NUR an meinem Migrationshintergrund.

Gestern habe ich The Great Gatsby gesehen. Ein sehr schön gemachter Film. Aber sehr schlimm. Sehr schlimm. Tragisch. Dramatisch. Mit sehr viel Pomp. Alles, was ein guter Film braucht.

Gerade habe ich noch eine Bewerbung abgeschickt. Schritt Nummer 1 ist also gemacht. Sehen wir, wie es weitergehen wird.

Drei der Münzen

Free & On my own | Donnerstag, 15. September 2016

Moin, ihr Seiten. Ich habe mich aus dem Krankenhaus entlassen. Es hat einfach keinen Sinn da rumzuhängen. Es ist doch besser zu Hause rumzuhängen, da besteht zumindest eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass ich eine interessante Beschäftigung finde.

Dass mein Weiterbehandlungstermin erst in 4 Wochen liegt, zeigt mir, wie ernst und gefährlich meine Krankheit sein muss. Klar kann ich jederzeit als Notfall kommen, aber dann hänge ich da auch bloß wieder rum. Insofern bin ich auf mich allein gestellt.

Ich habe beschlossen fürs Erste alles so zu akzeptieren, wie es ist und keine übereilten Entscheidungen zu treffen, die ich in 3 Tagen wieder bereuen werde. Nach und nach versuchen das Vakuum zu füllen, wieder irgendeine Form von Stabilität und Routine in mein Leben zu bekommen – das ist erstmal das Wichtigste, das bis zum Ende des Monats ansteht.

Außerdem dieser ganze elendige Papierkram, der mir so auf die Nerven geht. Ich hatte gedacht, ich wäre durch damit. Aber es kommt immer neuer Mist, um den man sich kümmern muss… So etwas nerviges.

Heute und Morgen habe ich noch Unterricht. Am Samstag fahre ich mit meiner Mama nach Potsdam. Das könnte was sein. Ein bisschen Schlösser gucken, mitm Schiff rumschippern – wird meinen Kopf vielleicht ein bisschen auslüften. Momentan ist es eigentlich ganz okay, obwohl um mich herum lauter Handlungsaufforderungen liegen (»Räum auf! Räum auf! Räum auf!«), die mich unter Druck setzen.

Eigentlich ist es gar nicht so besonders unordentlich, aber da mich zur Zeit alles nervt, nervt mich auch der kleinste Papierstapel. Früher habe ich mir gesagt, Marylin hatte bestimmt auch keine sauberen Tassen und es war okay. Jetzt muss alles blitzeblank sein. Liegt bestimmt auch daran, dass ich mich zu sehr an die Krankenhaus-Standards gewöhnt habe. Ist ja auch nicht schlecht, Ordnung um sich herum zu haben.

Am liebsten würde ich sowieso die Hälfte aller Sachen wegschmeißen, weggeben oder sonst wie loswerden. Diesen Wunsch hatte ich schon vor dem Krankenhaus, er hat jetzt aber ordentlich zugelegt, weil ich gesehen habe, mit wie wenig Sachen ich eigentlich auskommen kann.

Oh, ein Wunsch! Ein erster kleiner Wunsch. Ist das ein vorsichtiger Versuch meines Willens wieder von den Toten aufzuerstehen? Möchte er vielleicht wieder Teil meines Lebens werden? Herzlich Willkommen ist er in jedem Fall. So wie alle anderen Lebensgeister, die zwischenzeitlich abhanden gekommen sind.

Gesellschaft brauche ich, Beschäftigung und Routinen. Ich hab ein bisschen Angst neue Sachen in Angriff zu nehmen (z. B. Jobsuche), weil ich nicht sicher bin, ob ich sie momentan durchhalten kann. Ich will nicht wieder in 2 Tagen alles absagen müssen. Letzten Endes bin ich ja auch noch krank geschrieben. Wenn ich irgendwo angestellt wäre…

Mittlerweile ist es halb 11 und ich bin gespannt, was der heutige Tag bringen wird. Ein paar neue Schülerinnen wären gut. Lassen wir uns überraschen.

Ass der Stäbe

Wunschkonzert | Mittwoch, 14. September 2016

Moin, ihr Seiten. Die Sonne steht schon hoch am Himmel. Als ich aufgewacht bin, war sie ganz rot. Der Tag sieht freundlich aus, wie auch schon die Tage zuvor. Anderthalb Stunden habe ich noch zu Hause. Dann muss ich wieder ins Krankenhaus.

Ich daddle so vor mich hin und versuche etwas zu finden, was mir Freude bereiten könnte, finde aber nichts. Nach wie vor denke ich darüber nach, wie ich mein Leben ändern könnte, da ich aber absolut kein Geld habe, fallen die meisten Sachen flach.

Ich sollte wirklich öfter ausgehen. Für die nächste Zeit habe ich mir vorgenommen einmal pro Woche Schwimmen zu gehen, zum Improtheater, Tanzunterricht 3x pro Woche und dann kommen ja ab Oktober noch so ein paar Vorlesungen etc. dazu. Außerdem brauche ich nach wie vor einen Job.

Früher habe ich es sehr genossen, allein zu sein und ich konnte mich immer selbst beschäftigen. Zur Zeit fällt mir das sehr schwer. Am Computer zu sitzen macht mir gar keinen Spaß. Ich kann mich auch nicht dazu aufraffen über einen längeren Zeitraum konzentriert zu arbeiten. Dabei brauche ich eigentlich nichts dringender als ein Projekt, das mich voll in Beschlag nimmt.

Mit den Mitmenschen läuft es auch alles andere als gut. Ich sehe mich irgendwie nicht in der Lage den Kontakt aufrecht zu erhalten. Vor einem Monat noch habe ich jeden Tag allen möglichen Leuten geschrieben. Mittlerweile fällt es mir sogar schwer auf Nachrichten zu antworten. Ich bin irgendwie völlig lethargisch. Wenn ich allein bin, bin ich unzufrieden. Wenn jemand anderes da ist, gehen mir diejenigen allzu schnell auf die Nerven.

Einerseits nutzt es gar nichts im Krankenhaus rumzuhängen. Andererseits nutzt es gar nichts zu Hause rumzuhängen. Noch nie in meinem Leben habe ich in so einem Loch gesteckt und ich weiß gar nicht, wie ich rauskommen soll. An wen soll ich mich bloß wenden? Wie kriege ich nur das Gefühl von Bedeutung wieder in mein Leben?

Mein Humor ist weg. Meine Freude an Musik ist weg. An Geduld mangelt es mir am meisten. Aber davon hatte ich eh nie besonders viel. Mein Selbstverständnis ist zerstört. Ich bin jetzt nichts besonderes mehr. Ich bin nur eine von Milliarden Menschen, die alle auf die ein oder andere Weise leiden und dieselben Probleme haben.

Kurz: Ich bin so, wie ich nie sein wollte. Und ich kann es mir nicht schön reden. Die wundersame Reise zu meinem Ego endete in einem Spiegelkabinett, das ich mutwillig zerstört habe und so sitze ich nun in einem Scherbenhaufen und sehe weit und breit nichts als gähnende Leere.

Mir ging es immer nur darum, dazu zu lernen, mich selbst zu verbessern, meine Ziele zu verfolgen, um die Welt ein bisschen schöner zu machen. Die Ziele sind weg. Die Welt macht, was sie will. Ende der Geschichte.

Leider nicht. Leider geht die Geschichte weiter und ich bin immer noch nicht gut genug, um eine Hauptrolle zu bekommen. Dabei ist das doch mein Film… Aber kann man gleichzeitig Regisseur und Schauspieler sein? Vor allem wenn man eigentlich Sängerin sein möchte und Tänzerin?

Bube der Stäbe

Zu Hause schlafen | Dienstag, 13. September 2016

Moin, ihr Seiten. Heute darf ich zu Hause schlafen. Testweise. Um zu sehen, wie ich damit klar komme. Bin eigentlich gerade erst zur Tür rein und zack sitze ich schon am Computer und schreibe an meinen Seiten.

Morgenseiten sind es zur Zeit ja eigentlich nicht, weil es gar nicht morgens ist. Es ist schon gleich 19 Uhr. Zur Zeit geht es aber nicht anders, wegen Krankenhaus und allem.

Laut Statistik ist der beliebteste Beitrag auf diesem Blog der Kokos-Himbeer-Smoothie. Wird wohl eine Weile dauern, eh die neuen Beiträge auch irgendwie gut ranken.

Es stimmt schon, dass die negativen Gedanken irgendwie stark mit dem Zuhause verbunden sind. Auf jeden Fall kann ich ihnen hier nicht entkommen. Anderswo fällt es mir leichter mich zu distanzieren. Hier trifft mich immer wieder die Hoffnungslosigkeit. Wenn ich hier bin, will ich nichts anderes außer Schlafen. Das war nicht immer so.

Ich denke, dass das aber auch an der Hitze liegt. Ich sage es ja nur ungern, aber dieser Sommer ist für mich einfach ruiniert und da braucht der sich jetzt auch nicht mehr solche Mühe geben. Wenn ich die Fenster aufmache, ist es unglaublich laut in meiner Wohnung und ich ertrage das zur Zeit ganz schlecht.

Ich habe ein paar Stellenangebote gefunden, die mich interessieren könnten, aber beworben habe ich mich noch nirgendwo. Einen Schritt nach dem Anderen. Zunächst will der Lebenslauf überarbeitet werden und das geht irgendwie nicht so zwischen Tür & Angel bzw. Krankenhaus & Zuhause.

Die Theatergruppe schwänze ich heute. Wollte meinen Abend zu Hause genießen. Aber meinen Tanzunterricht werde ich diese Woche auf jeden Fall geben.

Ich habe mich in der letzten Zeit oft gefragt, ob mir das viele Schreiben überhaupt gut tut oder ob ich nicht davon eine Pause machen sollte. Nun ist es aber doof, dass ich gerade einen neuen Blog gestartet habe und so gesehen schon jetzt die Schnauze voll davon habe.

Vielleicht sollte ich die Morgenseiten auch wirklich nur morgens schreiben. Vielleicht sollte ich auch einfach aufhören zu Jammern und die 30 Posts durchziehen, die ich mir vorgenommen habe. Dann kann ich ja weiter sehen. Dieser Beitrag ist die Nummer 13. Bleiben also noch mindestens 17.

Ich werde mal ein bisschen abwaschen, ein bisschen Spazieren gehen, versuchen Kraft und Motivation zu tanken und melde mich dann morgen (und diesmal wirklich) früh zurück. Heute bin ich doch arg müde!

Königin der Kelche

Spätsommer | Montag, 12. September 2016

Moin, ihr Seiten. Heute vor einem Jahr bin ich beim Panke-Parcours aufgetreten. Ich höre mir gerade die Videos davon an. Nicht schön, aber selten 😉 War auch erst mein zweiter Auftritt als Sängerin arabischer Lieder. Weiterverfolgt habe ich dieses Projekt danach aus verschiedenen Gründen nicht mehr.

Montag ist immer der Tag, an dem ich mir die Beiträge der vorangegangenen Woche durchlese und schaue, welche Änderungen sich ergeben haben. Was war gut, was war schlecht, woran sollte ich weiter arbeiten. Ich denke, die letzte Woche war zwar ziemlich zähflüssig, aber es geht langsam aufwärts.

Immerhin habe ich schon 11 Morgenseiten veröffentlicht. Mindestens 30 will ich schaffen, dann wird alles viel leichter sein. Das wird hoffentlich auch meinen inneren Giftzwerg überzeugen. Was für einen Job ich mir suchen will, habe ich auch immer noch nicht entschieden. Naja, Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.

Die Frage nach der Notwendigkeit einer künstlerischen Neuorientierung steht auch immer noch im Raum. Should I stay or should I go? Und wie könnte ein Kompromiss aussehen, mit dem alle meine Persönlichkeitsanteile zufrieden wären? Mehr auf die Launen/Gefühle hören? Oder lieber Zähne zusammen beißen und Durststrecken realistisch betrachten?

Wie weit ich mit meiner künstlerischen Entwicklung bin, ist wirklich fraglich. Ich denke, es gibt noch viel zu tun und viel zu lernen. Ich habe noch viel vor mir und das – so kann ich nun wieder sagen – ist doch ein großes Glück. Wär doch schlimm, wenn ich alles schon erreicht hätte.

Schwimmen wird wohl nichts diese Woche, aber zum Improtheater will ich auf jeden Fall gehen. Darüber hinaus weiß ich nicht so recht. Die Verzweiflung ist erstmal weg, aber das wird wohl an den Medikamenten liegen. Deswegen bleibe ich noch ein paar Tage im Krankenhaus und versuche langsam wieder Fuß in meinem Alltag zu fassen. Es ist gut, dass es viel Ausgang gibt. Trotzdem bin ich nicht sicher, ob ich es alleine schon schaffen würde.

Die Motivation kommt langsam, aber sicher zurück. Die Gedanken rasen nicht mehr. Viel zu berichten gibt es trotzdem nicht. Im Krankenhaus ist gar nichts los. Ich habe mich sehr gelangweilt heute. In nur zwei Tagen habe ich ein ganzes Buch gelesen. Das heißt doch, das Hirn läuft wieder 🙂

Bei der Hitze ist es aber vielleicht auch besser zu chillen, draußen zu sitzen und sich nicht zu viele Sorgen zu machen. Der Herbst und Winter ist schon näher, als gedacht. Immerhin haben wir schon Mitte September.

Gern würde ich diese Woche unter ein Motto stellen. Mir fällt bloß gar nichts ein. Ehrgeiz ist gerade null vorhanden. Vielleicht macht der endlich mal Urlaub. Verdient hätte er es, denn er hat den ganzen Juli und August hart gearbeitet, auch wenn mir faktisch die Hände gebunden waren, um irgendwas davon umzusetzen.

Meine Tanzkurse mache ich diese Woche auf jeden Fall und dann wird sich bestimmt auch langsam wieder ein Alltagsgefühl einstellen und dieses permanente Alarmgefühl weggehen. Ich wünsche es mir so sehr!

Der Turm

Das kleine Künstler-Ego | Samstag, 10. September 2016

Moin, ihr Seiten. Ich bin wieder im Krankenhaus. Aber in einem anderen Krankenhaus. Auf einer Station, die speziell für junge Leute ist. Es ist eigentlich ganz nett da. Alles ist freundlich, hell und die Aussicht ist fantastisch. Es gibt einen sehr schönen Garten.

Mir ging es nämlich wieder schlechter. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und auch sonst habe ich mich absolut komisch gefühlt. Nachdem ich mich dann am Morgen übergeben habe, entschied ich, ins Krankenhaus zu fahren. Ich hätte am Dienstag eh einen Termin gehabt. Jetzt bin ich halt schon früher da.

Wie es darüber hinaus weitergeht, weiß ich immer noch nicht so recht. Ich sehe weder eine lang- noch eine kurzfristige Perspektive. Ich muss aber weiter machen. Es hat mir Mut gemacht, mich auf der Station mit ein paar Mädels zu unterhalten, die schon länger mit diesen Themen zu tun haben.

Ich denke jetzt nicht mehr, dass ich mich zusammen reißen muss. Ich denke, dass ich Geduld brauche. So ein Energielevel, wie ich vor dem Krankenhaus hatte, werde ich so schnell wohl nicht wieder erreichen und es ist vielleicht auch besser so. Vielleicht auch nicht. Demut ist die Tugend der Stunde. Mit der Dankbarkeit hapert es noch.

Ich will versuchen, mein Selbstbewusstsein wieder soweit zusammen zu kratzen, dass ich wieder auf die Bühne gehen kann. Beim Classic Open Air habe ich mich so wohl gefühlt. Das ist meine Welt. Ich bin in Theater & Oper groß geworden. Ich fühle mich da zu Hause. Ich bin bloß nicht sicher, wie ich da einen Fuß in die Tür kriegen soll. Schließlich habe ich so gesehen keine professionelle Ausbildung in dem Bereich.

Classic Open Air was absolutely wonderful. Thank you #berlin for being my capital <3

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Eventuell könnte ich das noch nachholen, aber das wird mit viel Arbeit verbunden sein und am allerdringendsten brauche ich momentan einen Job.

Am Dienstag war ich ja beim Improtheater. Da will ich nächste Woche unbedingt wieder hingehen. Ich brauche Training. Ich brauche Erfahrung. Was ich auch probieren will, sind Lesebühnen oder Poetry Slams – aber damit hatte ich bisher gar nichts am Hut. Insofern ist die Hemmschwelle riesig!

Singen will ich unbedingt auch. Gerade weil ich so lange nicht gesungen habe und mich darin jetzt so richtig schlecht fühle, MUSS ich das machen. Alles, was es wert ist, gut getan zu werden, ist es auch wert, schlecht getan zu werden und am Anfang ist es IMMER schlecht, deswegen muss man es TROTZDEM machen, sonst wird es nie was.

Wenn ich in den letzten Jahren etwas über Kunst gelernt habe, dann das. Der einzige Weg, um den Perfektionismus zu überwinden ist, etwas einfach richtig schlecht zu machen, es wird dann irgendwann von allein besser. Sobald man aus dem Training ist, beginnt der Verfall. Und die Konkurrenz schläft nicht.

Es heißt also: Alle Zweifel beiseite schieben und dann Fake it till you make it. Wenn Tanzen keinen Spaß mehr macht, brauche ich etwas anderes, das meine Lebensgeister zurück bringt, damit ich mich wieder dem Ernst des Lebens widmen kann ohne zu kollabieren.

Königin der Kelche

Dünne Motivationsdecke | Montag, 5. September 2016

Moin, ihr Seiten. So langsam sieht die Welt wieder besser aus. Aber nur langsam. Das Wetter ist auf einmal sehr schlecht geworden. Die liebe Sonne ist verschwunden, stattdessen ist es grau und regnerisch. Ich überlege derweil, wie ich wieder in die Gänge komme.

Einen Termin habe ich heute schon mal. Ein Vorstellungsgespräch für einen Promotion-Job, so als kurzfristige Maßnahme um meine Finanzen zu sanieren. Darüber hinaus weiß ich nicht. Die morgendliche Motivation ist dünn, aber sie ist vorhanden.

Gestern war eigentlich ein guter Tag. Ich hoffe, heute wird auch gut. Ich hoffe, die ganze Woche wird gut. Mittwoch, Donnerstag und Freitag habe ich Tanzunterricht. Was ich darüber hinaus noch tun werde, wird das Vorstellungsgespräch heute zeigen. Zum Friseur gehen will ich unbedingt. Ein paar andere Kleinigkeiten habe ich noch zu erledigen.

Wie ich die 10 Absätze vollkriegen soll, weiß ich gerade gar nicht. Privat Morgenseiten Schreiben war irgendwie einfacher. Alles rausspucken, was gerade so in meinem Kopf steckt. Das traue ich mich hier gar nicht. Die Selbstzensur ist noch sehr stark. Ich hoffe, das legt sich mit der Zeit.

Aufgeben wäre so viel einfacher. Aber das wäre dann ein weiteres vielversprechendes Projekt, was im Sande verläuft. 3 Blogposts geschrieben und das wars dann. Irgendwie habe ich das Gefühl, das kann ich mir gerade nicht erlauben. Ich brauche irgendetwas an dem ich mich festhalten kann, gerade weil meine Gefühls- und Gedankenwelt so durcheinander geht.

Der Krankenhausaufenthalt hat mir gar nicht gut getan. Es fühlt sich an, als hätte man mir diesen Sommer gestohlen. Ich hatte so viel vor, ich hatte so viele Pläne, ich hatte so viele Ideen. Jetzt ist der Sommer vorbei und ich muss mich neu orientieren. Der Tatendrang ist Hoffnungslosigkeit gewichen.

Ich muss mein Erfolgsbuch wieder rausholen und jeden Abend aufschreiben, was gut war. Das motiviert mich immer am meisten. Nur sind momentan die Erfolge so klein, dass sie kaum spürbar sind. Ich hatte auch schon überlegt, mir eine Übersicht anzulegen, was ich in den letzten Jahren geschafft habe, denn ich habe, glaube ich, einfach unrealistische Vorstellungen davon, was in einem Jahr möglich ist.

Das betrifft vor allem die Zukunftsplanung. Ich setze mir zu große Ziele, die ich in der Zeit, die ich mir dafür gebe, unmöglich erreichen kann. Eine Sowieso-Unmöglich-Liste, wie Barbara Sher das nennt. Damit sabotiert man sich selbst. Es heißt also kleinere Brötchen backen. Das motiviert mich dann aber wieder nicht stark genug…

Zwei Absätze muss ich noch füllen und ich möchte natürlich etwas möglichst geistreiches oder unterhaltsames Sagen, damit die geneigte Leserschaft nicht sauer auf mich ist, weil ich ihre Zeit vergeude. Als Dienstleister ist man stets gezwungen, sich auf seine Kunden einzulassen, gleichzeitig soll man darauf achten, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren.

Diesen Spagat übe ich jetzt seit einem Jahr. Es gelingt mir mal mehr und mal weniger gut. Wahrscheinlich gelingt es mir weniger gut, denn sowohl die geneigte Kundschaft als auch die geneigte Leserschaft bleibt bisher aus. Was ich daraus folgern soll, weiß ich jetzt auch nicht.

Sieben der Münzen