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Schlagwort: Lust

Sonntagsblues | Sonntag, 25. September 2016

Moin, ihr Seiten. Ich werde euch heute nicht erzählen, dass die Sonne scheint und es ein schöner Tag werden wird. Stattdessen werde ich euch etwas über … hmm… ja… worüber eigentlich? erzählen.

Ich könnte erzählen, dass heute ein stinkend langweiliger Tag ist und ich nichts mit mir anzufangen weiß. Ich könnte erzählen, dass ich das Gefühl habe, im falschen Leben festzustecken. Ich könnte erzählen, dass mir alles auf die Nerven geht, dass mich alles ankotzt, dass ich keine Lust habe weiterzumachen.

Ich könnte das aber auch für mich behalten. Eigentlich ist es völlig egal, was ich tue. Ich habe keine Lust etwas zu lesen. Ich habe keine Lust irgendwo hinzugehen. Ich habe keine Lust zu Hause zu hocken. Ich habe auf nichts Lust. Am allerwenigsten habe ich Lust meine schlechte Laune in die Welt zu blasen und negative Energie zu verbreiten.

Aber es nützt ja nix. Ich werde zum Singen gehen, obwohl ich Halsschmerzen habe. Ich werde mich unter die Dusche stellen, obwohl ich gar keine Lust drauf habe. Ich werde die Wäsche waschen, ich werde Essen kochen und morgen habe ich ein Vorstellungsgespräch und das wird hoffentlich mein Leben radikal verbessern.

Ich erkläre einfach wieder einmal den heutigen Tag für beendet. Egal, was heute passiert. Morgen wird alles besser. Und wenn nicht morgen, dann übermorgen. Jeden Tag ein bisschen und irgendwann ist auf einmal alles voll gut. Das wäre es doch!

Die Sonne

Undank ist der Welten Lohn | Sonntag, 4. September 2016

Moin, ihr Seiten. Diese Woche haben wir fast geschafft. Damit gehen auch die Sommerferien zu Ende und ich gebe nächste Woche endlich wieder regulär Tanzunterricht. Ich freue mich sehr meine Schülerinnen wieder zu sehen. Sechs Wochen sind doch eine lange Zeit und gerade die Kinder sind danach meist völlig verändert.

Momentan fehlt mir irgendwie die Kraft mich wieder in meine Arbeit zu stürzen. Vor allem aber fehlt mir die Hoffnung und die Leidenschaft. Ich habe richtig Angst davor mich wieder voller Energie in eine Sache zu stürzen. Die vergangenen Monate haben einfach zu viele Enttäuschungen hervor gebracht.

Ich muss mich auf mich konzentrieren und auf das, was mir gut tut. Nur bin ich zur Zeit so verunsichert, dass ich gar keinen blassen Schimmer mehr davon habe, was mir gut tun würde. Ich möchte ja auch, dass mir etwas langfristig gut tut. Es ist bloß gerade bei keiner Sache abzusehen, ob sie langfristigen Erfolg bringen würde und so frage ich mich dann wieder, ob es nicht das Beste wäre, mir einen Job zu suchen, mit dem ich wenigstens eine Zeit lang über die Runden käme.

Lust habe ich darauf aber nicht. Hinzu kommt die Angst in einer – zwar anderen – aber genauso unbefriedigenden Lebenssituation festzustecken, wie jetzt. Ich frage mich einfach, ob mein Leben sich dadurch verbessern würde und ich kann darauf leider nicht mit Ja antworten. Die Eventbranche reizt mich momentan gar nicht mehr. Freizeitangebote gibt es wie Sand am Meer und es scheint unmöglich gegen die Konkurrenz anzukommen.

Als freie Künstlerin zu arbeiten, erscheint mir nach allem, was ich erlebt habe, aussichtslos. Hinzu kommt das schlechte Ansehen und die Anfeindungen, denen ich mich ausgesetzt fühle, ich sollte doch etwas „anständiges“ machen. Nun war Anpassung und Anständigkeit jedoch noch nie eine Stärke von mir und ich frage mich, warum ich mir das Leben so unendlich schwer mache. Könnte es nicht alles viel einfacher gehen?

Ich bin immer noch eine junge, intelligente Frau, sagte man mir. Ich könnte alles aus meinem Leben machen. Nur was könnte das sein? Gleichzeitig höre ich immer wieder, dass es mein Leben ist und ICH entscheiden müsste, was ich damit anfangen will. Warum aber muss ich überhaupt etwas anfangen? Ich möchte einfach nur leben. Ich möchte einfach nur tun, was mir Spaß macht.

Morgens gut gelaunt aufwachen, Morgenseiten schreiben und mich dann mit etwas Interessantem beschäftigen. Das war mein Leben bisher und es hat mir gefallen. Ich hatte so viele Ideen und Visionen, was man alles machen könnte und wie man die Welt zu einem besseren Ort machen kann. Nur meine Miete bezahlt sich nicht von allein.

Ich habe diese prekäre Lebensform so satt. Seit wie vielen Jahren bemühe ich mich, mir mit meiner Arbeit als Künstlerin den Lebensunterhalt zu sichern? Es klappt einfach nicht. Gleichzeitig möchte ich nicht anklagen. Ich möchte kein Opfer sein. Weder des Systems, noch des Staats, noch irgendeiner anderen Form von Diskriminierung. Ich habe mich dafür entschieden ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen und ich will auch zukünftig daran festhalten.

Es gefällt mir im Großen und Ganzen. Ich sträube mich dagegen meine Talente jemand anderem zur Verfügung zu stellen. Ich möchte nicht, dass jemand sich auf meine Kosten bereichert. Ich könnte so vieles tun: Schreiben, Webseiten erstellen, Kurse geben, Coaching – das alles und noch viel mehr.

Ich will bloß niemandem hinterherrennen müssen. Weder der Bezahlung, noch den Aufträgen, noch der Aufmerksamkeit und Anerkennung, die ich für meine seelische Gesundheit brauche. Das alles sollten doch Selbstverständlichkeiten sein. Auf Augenhöhe respektvoll miteinander umgehen zu können, das Gegenüber nicht auszunutzen und schließlich & endlich: Dankbar zu sein.

Der Stern