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Schlagwort: Menschen

Wahltag | Sonntag, 18. September 2016

Moin, ihr Seiten. Beim Aufwachen habe ich heute eine überraschende Entdeckung gemacht: Mein Hirn arbeitet wieder. Pünktlich zur Wahl des Abgeordnetenhauses und der Bezirksverordnetenversammlung in Berlin.

Hat mir der gestrige Ausflug nach Potsdam also gut getan. So ein paar schöne Häuser angucken, bisschen mit Bus und Dampfer durch die Gegend kutschiert werden, spazieren gehen und schließlich und endlich viele interessante historische Informationen aufsaugen, macht einfach Spaß. Sollte ich vielleicht öfter tun.

Today in Potsdam

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Tatsächlich war ich zum ersten Mal im Schloss Cecilienhof, in dem sich nach dem Krieg die Russen, Amerikaner und Briten trafen, um über die Zukunft Deutschlands zu verhandeln. Echt nicht das schönste Schloss, das es in Potsdam gibt. Innen ist alles mit dunklem Holz verkleidet. Den Rest habe ich größtenteils rot in Erinnerung, was einen echt düsteren Eindruck vermittelt.

Das Wetter war auch schlecht und überall wurde gebaut, sodass kaum Tageslicht in die Räume drang. Als die Königsfamilie dort lebte, war es bestimmt schöner. Aber deren Glück war ja auch nicht von langer Dauer. Geflohen sind sie und haben dadurch ihr Recht auf Repräsentative Funktionen in Deutschland verwirkt.

Es hat mich ein bisschen aufgemuntert, zu sehen, wie schnell man weltliche Reichtümer verlieren kann. Die menschliche Existenz ist so unsicher und das nicht erst, seitdem ich Probleme habe. Das Leben geht immer irgendwie weiter. Das ist ein Grundsatz, den ich sowohl beruhigend, als auch beunruhigend finde, denn manchmal möchte man einfach nur schreien: Halt! Stop! Aufhören!

Wenn es denn etwas nützen würde… Ob es etwas nützen würde zur Wahl zu gehen, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich werde es trotzdem tun. Politik ist nun wahrlich keines meiner Lieblingsthemen. Ich weiß auch nicht, wie die Minister und Co heißen. Das ändert sich ja auch ständig… Ob Demokratie die beste Staatsform ist, weiß ich nicht. Ich finde, auch über solche Sachen muss man nachdenken dürfen.

Nach wie vor weiß ich nicht so recht, wie ich mit facebook umgehen soll. Fakt ist einfach mal, dass facebook meinem Gemütszustand sehr stark geschadet hat. Von meinem Handy habe ich es runtergeschmissen. Komplett löschen möchte ich es aber trotzdem nicht, da es doch recht praktisch ist, um den Kontakt mit anderen Menschen zu halten. Und andere Menschen brauche ich doch irgendwie in meinem Leben…

Neun der Schwerter

Widersprüche & Hindernisse | Freitag, 16. September 2016

Moin, ihr Seiten. Ich habe die ganze Nacht durchgeschlafen und mein Appetit ist auch wieder zurück. Ich habe tatsächlich Hunger verspürt und auch gekocht und gegessen. Behandelt habe ich mich mit dem Saft einer Zitrone. Wenn das die Lebensgeister nicht zurück holt, was dann?

Ich habe sogar geträumt. Gestern war ich recht viel unterwegs und habe versucht mit möglichst vielen Menschen zu kommunizieren. Damit will ich fortfahren. Ich brauche nach wie vor ein möglichst stabiles soziales Umfeld, das mich hält.

Ich freue mich schon sehr auf die Theatergruppe am Dienstag. Schade, dass ich letzte Woche nicht hingegangen bin, wobei ich mich auch nicht danach gefühlt hatte. Es ärgert mich auch, dass ich den Arzttermin nicht wahrgenommen habe. Jetzt habe ich erst wieder in 4 Wochen einen.

Fürs Wochenende habe ich ein paar Verabredungen, auf die ich mich freue. Darüber hinaus werde ich wohl viel Spazieren gehen, kochen und mich um den Haushalt kümmern. Beschäftigungstherapie halt. Außerdem ist da ja noch die Wahl. Da werde ich wohl auch mal vorbei schauen.

In meinem kleinen Paralleluniversum spielt diese Wahl irgendwie keine große Rolle. Wenn nicht überall Plakate hängen würden, hätte ich davon wohl nicht wirklich viel mitbekommen. Den Plakaten nach zu urteilen geht es bei der Wahl um Kita-Plätze, Wohnungen und Rassismus.

Ich werde wohl hingehen, da es scheinbar mittlerweile ein Privileg ist, wählen zu dürfen. Viele Menschen in meinem Umfeld dürfen es nicht. Meine Stimme jemand Anderem zu geben, ist dieses Mal keine Option. Ich weiß, was ich wählen will und ich werde es auch tun.

Bei anderen Dingen fällt mir die Wahl nicht so leicht. Aber darüber habe ich ja schon mehr als genug geschrieben. Ich freue mich auf mein neues Studium, das im Oktober beginnt. Ich bin gespannt, wie es wird. Andererseits bin ich auch unsicher, ob es die richtige Entscheidung war… Wir werden sehen.

Ich recherchiere nach wie vor eifrig nach Veranstaltungen, die ich besuchen kann. Eventuell sollte ich zu einer Open Stage gehen. Aber nach Auftreten steht mir zur Zeit gar nicht der Sinn. Aber vielleicht einfach mal gucken, was andere Leute so machen.

Ich wünsche mir so sehr, mich einfach an irgendeine bestehende Gruppe dranhängen zu können. Nur woher nehmen, wenn nicht stehlen? Ein Künstlerkollektiv, eine Kommune, irgendein Projekt… Gleichzeitig fürchte ich mich davor, als Neueinsteiger dabei zu sein.

Diese Widersprüche… Mir stehen alle Möglichkeiten offen und nur ich selbst stehe mir im Weg. Es fehlt nach wie vor die Orientierung. Die Perspektive. Wie gehen andere Leute mit dieser Unsicherheit um, frage ich mich immer wieder… Die ultimative Lösung gibt es wohl nicht, obwohl ich mir nichts sehnlicher wünsche.

Gerechtigkeit