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Schlagwort: Papierkram

Free & On my own | Donnerstag, 15. September 2016

Moin, ihr Seiten. Ich habe mich aus dem Krankenhaus entlassen. Es hat einfach keinen Sinn da rumzuhängen. Es ist doch besser zu Hause rumzuhängen, da besteht zumindest eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass ich eine interessante Beschäftigung finde.

Dass mein Weiterbehandlungstermin erst in 4 Wochen liegt, zeigt mir, wie ernst und gefährlich meine Krankheit sein muss. Klar kann ich jederzeit als Notfall kommen, aber dann hänge ich da auch bloß wieder rum. Insofern bin ich auf mich allein gestellt.

Ich habe beschlossen fürs Erste alles so zu akzeptieren, wie es ist und keine übereilten Entscheidungen zu treffen, die ich in 3 Tagen wieder bereuen werde. Nach und nach versuchen das Vakuum zu füllen, wieder irgendeine Form von Stabilität und Routine in mein Leben zu bekommen – das ist erstmal das Wichtigste, das bis zum Ende des Monats ansteht.

Außerdem dieser ganze elendige Papierkram, der mir so auf die Nerven geht. Ich hatte gedacht, ich wäre durch damit. Aber es kommt immer neuer Mist, um den man sich kümmern muss… So etwas nerviges.

Heute und Morgen habe ich noch Unterricht. Am Samstag fahre ich mit meiner Mama nach Potsdam. Das könnte was sein. Ein bisschen Schlösser gucken, mitm Schiff rumschippern – wird meinen Kopf vielleicht ein bisschen auslüften. Momentan ist es eigentlich ganz okay, obwohl um mich herum lauter Handlungsaufforderungen liegen (»Räum auf! Räum auf! Räum auf!«), die mich unter Druck setzen.

Eigentlich ist es gar nicht so besonders unordentlich, aber da mich zur Zeit alles nervt, nervt mich auch der kleinste Papierstapel. Früher habe ich mir gesagt, Marylin hatte bestimmt auch keine sauberen Tassen und es war okay. Jetzt muss alles blitzeblank sein. Liegt bestimmt auch daran, dass ich mich zu sehr an die Krankenhaus-Standards gewöhnt habe. Ist ja auch nicht schlecht, Ordnung um sich herum zu haben.

Am liebsten würde ich sowieso die Hälfte aller Sachen wegschmeißen, weggeben oder sonst wie loswerden. Diesen Wunsch hatte ich schon vor dem Krankenhaus, er hat jetzt aber ordentlich zugelegt, weil ich gesehen habe, mit wie wenig Sachen ich eigentlich auskommen kann.

Oh, ein Wunsch! Ein erster kleiner Wunsch. Ist das ein vorsichtiger Versuch meines Willens wieder von den Toten aufzuerstehen? Möchte er vielleicht wieder Teil meines Lebens werden? Herzlich Willkommen ist er in jedem Fall. So wie alle anderen Lebensgeister, die zwischenzeitlich abhanden gekommen sind.

Gesellschaft brauche ich, Beschäftigung und Routinen. Ich hab ein bisschen Angst neue Sachen in Angriff zu nehmen (z. B. Jobsuche), weil ich nicht sicher bin, ob ich sie momentan durchhalten kann. Ich will nicht wieder in 2 Tagen alles absagen müssen. Letzten Endes bin ich ja auch noch krank geschrieben. Wenn ich irgendwo angestellt wäre…

Mittlerweile ist es halb 11 und ich bin gespannt, was der heutige Tag bringen wird. Ein paar neue Schülerinnen wären gut. Lassen wir uns überraschen.

Ass der Stäbe